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Seit Jahren streifen Wölfe durch Nordrhein-Westfalen, das nördliche Luxemburg und Belgien. Nah dran an der Eifel waren die Tiere also schon lange.

Belgien, Luxemburg, NRW und jetzt die Eifel : Das Wolfserwartungsland

Seit Jahren streifen Wölfe durch Nordrhein-Westfalen, das nördliche Luxemburg und Belgien. Nah dran an der Eifel waren die Tiere also schon lange.

Seit Freitag ist es amtlich: Er ist wieder da. Die jüngsten Risse von Kälbern im Islek sind die ersten Angriffe eines Wolfes in der Region Trier. Für Facheute ist das allerdings keine echte Sensation. Denn seit Jahren ist der Wolf der Eifel schon sehr nah. Und doch scheinbar fern geblieben.

In Rheinland-Pfalz waren vor dem bestätigten Fall auf einem Hof bei Roscheid zwar nur zwei Jagdgebiete des Lupus bekannt, eines im Westerwald und eines im Hunsrück, bei Kastellaun. In den unmittelbar angrenzenden Nachbarländern allerdings ist Isegrim schon länger anzutreffen.

Genau genommen seit Februar 2018, als in Fouhren, im nördlichen Lxuemburg seinerzeit ein Schaf gerissen wurde. Der Beleg für die Wolfspräsenz in der Nähe von Vianden erfolgte kurz darauf. Doch damit nicht genug der Beispiele. Denn die Spur der Wölfe führt auch nach Nordrhein-Westfalen und Belgien.

Im April 2019 hat ein Rüde erstmals ein Schaf bei Monschau angefallen. Ein genetischer Nachweis liegt vor. Es folgten zwei weitere Risse in der Gegend: Einer in unmittelbarer Nähe des Eifelstädtchens, der andere zwischen Mützenich und Imgenbroich. Und somit nur rund 50 Kilometer von der Schneifel entfernt. Ein Distanz, die für den Langstreckenläufer unter den Raubtieren nach Meinung von Experten kein Problem darstellt.

Seitdem ist es ruhig um diesen Wolf geworden. Dabei hat das Tier Gesellschaft bekommen. Durchs deutsch-belgische Grenzgebiet am „Hohen Venn“ streichen inzwischen zumindest zwei Wölfe. Und sie sind nicht allein im Nachbarland: Auch auf dem Plateau de Tailles wurde ein Tier nachgewiesen, ebenso in Elby.

Zuletzt gab es Mitte Juli einen Verdachtsfall in den Ardennen. Im belgischen Nidrum, kaum 30 Minuten von Prüm entfernt, wurde ein Kalb von einem wildernden Tier getötet und eins schwer verletzt. Ob ein Wolf verantwortlich ist, wird derzeit noch ermittelt.

Doch abseits konkreter genetischer Nachweise gibt es immer wieder auch Hinweise aus der Bevölkerung. Bürger, die Wölfe gesichtet haben wollen, melden dies in der Regel den Verwaltungen und Großkarnivorenbeauftragten.

Diese Tipps sind laut den Fachleuten zwar mit Vorsicht zu genießen. Denn nicht jeder Beobachter könne einen Wolf von einem großen Haustier unterscheiden. Der tschechische Wolfshund, eine Kreuzung aus Lupus und Schäferhund, etwa sehe dem Wolf zum Verwechseln ähnlich. Aber die Meldungen bieten zumindest Anhaltspunkte, und seien hier daher auch kurz erwähnt:

Vermeintlich gesehen wurden Wölfe laut dem Großkarnivorenbeauftragten Manfred Trinzen jüngst vereinzelt in der Südeifel, aber auch im Norden des Eifelkreises.

TV-Leser aus der Gegend rund um Arzfeld berichten unserer Zeitung außerdem, vermehrt seit den Rissen, dass sie eine hunde- oder wolfsähnliche Gestalt gesehen hätten. Kreisjagdmeister Gerd Grebener hat außerdem von einer möglichen Entdeckung in Preischeid erfahren. Ein Hundeführer soll das Tier erspäht haben: „Und Preischeid ist ja nun nicht weit weg von den aktuellen Rissen. Das wäre keine Überraschung.“

Länger zurück liegen vermeintliche Sichtungen in Eisenschmitt (VG Wittlich-Land) und Salm (VG Gerolstein). Passend zu diesen Vorfällen hat der TV im September 2019 über einen Autofahrer berichtet, der nahe Schutz in der Vulkaneifel einen Wolf beobachtet haben will. Auch damals wurde eine DNA-Probe ans Senckenberg-Institut nach Frankfurt geschickt. Nachfragen unserer Zeitung zum Ergebnis blieben bislang allerdings unbeantwortet.