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Sellerich erhält eine neue Ortsdurchfahrt

Straßenbau : Kurze Brücke, lange Umleitung: Bauarbeiten in Sellerich

Wird eine längere Sache: Der Schneifelort Sellerich erhält eine neue Ortsdurchfahrt – und noch allerhand mehr. Die Arbeiten sollen Anfang März beginnen und werden bis mindestens Jahresende dauern.

Großvorhaben für Sellerich: Die Hauptstraße durch die Gemeinde am Schneifelwald – die L 17 – soll von Grund auf neu gebaut werden. Und es kommt noch einiges hinzu, sodass sich die Gesamtkosten auf stramme 2,8 Millionen Euro summieren. Denn nicht nur die Fahrbahn dort ist, und zwar schon länger, ziemlich hinüber.

Weshalb man auch froh ist, „dass das jetzt kommt“, wie Ortsbürgermeister Herbert Meyer sagt. Auch wenn es hart wird: Denn der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Gerolstein lässt mitten im Dorf außerdem die Brücke über den Möhnbach erneuern. Die aber, sagt Norbert Kessler vom LBM, „ist der Knackpunkt“: Zwar werde man ein Provisorium für Fußgänger bauen. Mit Autos aber werde man dort während der Bauphase nicht drüberfahren können und dadurch auch nicht flott von einem Ortsende bis zum anderen gelangen.

Ergo: eine recht lange Umleitung, die unter anderem über Brandscheid und Watzerath verläuft (Grafik). Normalerweise, sagt Kessler, „kommen Anlieger ja irgendwie durch. Nur wegen der Brücke geht das nicht. Und eine kürzere Umleitung ist nicht möglich.“

Hilft nichts: Man werde damit klarkommen müssen, sagt Herbert Meyer, zumal die Ortsgemeinde schon seit längerer Zeit auf die Sanierung gewartet und hingearbeitet habe.

Lang ist auch die erwartete Bauzeit: Die Arbeiten – den Zuschlag erhielt die Firma Backes Bau aus Stadtkyll – sollen am Montag, 2. März beginnen. Geplantes Finale: am 31. Dezember. Mit dem üblichen Wettervorbehalt.

Die L 17 wird komplett erneuert, ebenso der Bürgersteig, die Beleuchtung, am Ortseingang aus Richtung Schneifel wird eine Mittelinsel als verkehrsberuhigendes Element eingebaut. In Höhe des Bürgerhauses setzt man eine Querungshilfe ein. Außerdem soll die Kreuzung zur K 110 am Abzweig nach Herscheid.

Ebenfalls neu: die Oberflächenentwässerung – damit Regenwasser abfließen kann. Und die Breitband-Versorgung wird vorbereitet: Fürs Glasfasernetz werden in allen Straßen die Rohre verlegt, die Anschlussleitungen auf die Grundstücke gezogen, außerdem installiert man die Netzverteiler im Dorf.

Die Stromversorgung, sagt Herbert Meyer, werde zudem vom Anbieter Westnetz komplett unterirdisch verlegt. Nicht nur in der Ortsdurchfahrt: „Da werden auch die Seitenstraßen mitgemacht.“

Das Land steht für zwei Millionen Euro gerade, die Versorgungsunternehmen für 460 000 Euro. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm übernimmt 25 000 Euro, die Gemeinde immer noch beträchtliche 330 000 Euro. Und es kommen noch zwei weitere Vorhaben hinzu, wie Norbert Kessler sagt: Vom Ortsausgang in Richtung Prüm wird die Landesstraße bis zum Abzweig nach Hontheim saniert, allerdings kommt dort lediglich neuer Asphalt auf die Fahrbahn.

Und voraussichtlich erst im kommenden Jahr geht dann die Sanierung der Landesstraße noch weiter: Sie soll von Niedermehlen bis zur Einmündung der Kreisstraße 111 aus Richtung Steinmehlen neu asphaltiert werden.

Die Hauptstraße in Sellerich und die Möhnbachbrücke. Foto: Fritz-Peter Linden

Aber jetzt erstmal: Sellerich – und den Bürgern wünscht man Geduld. „Die werden wir brauchen“, sagt der Ortsbürgermeister.