Shopping-Freuden am See

Das Echternacher Einkaufszentrum Nonne Millen feiert am Freitag offiziell Eröffnung. Auf 17 000 Quadratmetern haben sich 33 Geschäfte angesiedelt. Die Macher des Projekts sind echte Eifeler.

ECHTERNACH Zwei Jahre Planung, zwei Jahre Bauzeit, 30 Millionen Euro Kosten, 33 Geschäfte, 17 000 Quadratmeter Fläche auf vier Etagen, 300 eigene Stellplätze, 550 öffentliche Parkplätze in der Nähe: Das sind die Fakten. Doch das neue Echternacher Einkaufszentrum Nonne Millen in der Luxemburger Straße, das an das seit 2004 bestehende Echternacher Bau- und Geschäftscenter (EBC) mit 4000 Quadratmetern Geschäftsfläche angrenzt und am Freitag offiziell eröffnet wird, ist für Dennis und Arnold Wagner mehr. Schließlich haben Vater und Sohn aus Kruchten, die auch schon das EBC leiten, jede Menge Geld, Zeit und Herzblut in das neue, weitaus größere Projekt investiert.
Das Nonne Millen, da ist Dennis Wagner überzeugt, werde dem Standort Echternach insgesamt nutzen. "Uns liegt es am Herzen, die Stadt voranzubringen", sagt er, dessen Familie nicht nur auf dem Immobilienmarkt tätig ist, sondern auch ein Fliesengeschäft im EBC betreibt. Ob die Lage am Echternacher See, also etwa einen Kilometer von der Innenstadt entfernt gelegen, dagegen spricht? "Nein", sagt Wagner. Denn das Center sei durch einen Pendelbus gut an die Stadt angebunden und werte damit den 5000-Seelen-Ort als Shoppingzentrum auf. Dass das vonnöten ist, sieht man, wenn man die Fußgängerzone besucht. Die durch Leerstände gebeutelte Innenstadt hat eine Belebung dringend nötig. Das sieht man bei der Stadt genauso. Deshalb beschloss der Rat 2014, das Stadtmarketing ins Leben zu rufen. Unter Leitung von Ralf Britten arbeitet man mit Bürgern und Geschäftsleuten an einem Konzept, um die Innenstadt wieder attraktiver zu machen. Dass das neue Shoppingparadies am Rande der Stadt dazu beiträgt, war nicht immer Konsens unter den Einzelhändlern, wie Britten noch Ende 2016 im Gespräch mit dem TV berichtete. Aber: Man versuche, gut zusammenzuarbeiten.
Das sieht auch Dennis Wagner so, der sich, wie er sagt, beim Stadtmarketing miteinbringt, um den ganzen Ort voranzubringen. Schließlich hätten er und sein Vater auch Projekte in der Innenstadt in Umsetzung und Planung. "Synergien nutzen", ist sein Credo. Konkurrenzdenken sei nicht mehr zeitgemäß.
Dennoch müsse man aufpassen, sich nicht gegenseitig in die Quere zu kommen. Daher hätten sein Vater und er darauf geachtet, das Angebot in der Stadt zu ergänzen. So biete der Rewe-Markt, übrigens der erste in ganz Luxemburg, vor allem regionale und Bio-Produkte und ergänze damit das Sortiment der anderen Supermärkte im Ort. Der Rewe-Markt, Herzstück des Centers, wird umrahmt von vielen Geschäften und Dienstleistern wie Frisör, Apotheke, Reisebüro, Schmuckgeschäft, Kleider- und Schuhläden, Reisebüro, Optiker, Tierhandlung, Optiker und Fitnesscenter. Zudem gibt es ein Bäckerei-Café und eine Erlebnisgastronomie.
Ob sich die Investition lohnt? Dennis Wagner ist sicher, dass das so sein wird. Denn er rechnet im Schnitt mit 5000 Kunden pro Tag. Das wären rund 2000 mehr als aktuell, wo 2800 bis 3300 Kunden gezählt wurden, davon 20 bis 25 Prozent aus Deutschland - übrigens sonntags mehr, wegen des (anders als in Deutschland) geöffneten Supermarkts. Was ihn so sicher mache, dass das klappt? "Die Lage", sagt Wagner und verweist auf die mit 25 000 Autos täglich befahrene Luxemburger Straße sowie den See als zusätzliche Attraktion.
Obwohl die meisten dieser Geschäfte bereits seit Herbst geöffnet haben, steht die offizielle Eröffnung noch an: am Freitag. Etwa 300 geladene Gäste werden erwartet. Für die Kunden gibt's am Wochenende ein Familienfest.

Extra: ERÖFFNUNG, ÖFFNUNGSZEITEN, NAME

 Schokolade gehört zum Angebot.
Schokolade gehört zum Angebot. Foto: (e_eifel )
Shopping-Freuden am See
Foto: (e_eifel )
 Auch Kleiderläden sowie eine Sportsbar sind im Einkaufszentrum untergebracht. TV-Fotos (4): Ulrike Löhnertz
Auch Kleiderläden sowie eine Sportsbar sind im Einkaufszentrum untergebracht. TV-Fotos (4): Ulrike Löhnertz Foto: (e_eifel )


Zum Familienfest sind alle für Samstag und Sonntag, 1. und 2. Juli, 9 bis 19 Uhr, ins Nonne Millen eingeladen. Bei einem Familienfest gibt es Essen, Getränke, Hüpfburg, Kinderanimation und mehr. Der Erlös geht an Televie, eine Aktion, mit der Krebskranke unterstützt werden. Öffnungszeiten der Geschäfte: montags bis freitags, 8 bis 19 Uhr, Rewe bis 20 Uhr; samstags, 10 bis 19 Uhr, Rewe 8 bis 19 Uhr; sonntags, 8 bis 18 Uhr (Rewe). Die Sportsbar "Boca Loca" hat täglich bis 24 Uhr geöffnet. Name: Das Einkaufszentrum Nonne Millen trägt seinen Namen in Anlehnung an eine Mühle, die früher in der Nähe stand und von Nonnen betrieben wurde.