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Sichere Fahrt am Wald entlang

Sichere Fahrt am Wald entlang

BITBURG. Manchen Autofahrer werden die kahlen Böschungen an der B 257 schockieren. Doch die umfangreiche Baumfällaktion im Privatwald und Stadtwald war laut Forstamt vor allem aus Gründen der Verkehrssicherheit unvermeidlich.

Wer bisher zwischen Bitburg und dem Stadtteil Erdorf pendelte, war stellenweise eine Art natürlichen Tunnel gewohnt. Die hohen Laubbäume entlang der Straße stießen mit ihren Kronen aneinander. Für Verkehrsteilnehmer eine bedrohliche Situation, denn Äste oder sogar ganze Bäume hätten auf die Straße fallen können. Sturzgefährdet waren vor allem dicke Bäume an Steilhängen. Bei Unfällen wären Schadensersatzansprüche auf den jeweiligen Waldbesitzer zugekommen - das kann teuer werden.Kein Verständnis für massives Vorgehen

"Vor diesem Hintergrund haben wir den acht Privatwaldbesitzern an der Strecke und der Stadt Bitburg empfohlen, dort Holz einzuschlagen", erklärt Stefan Wigand, Leiter des Forstamts Bitburg. Martin Lotze, Leiter des Privatwald-Betreuungsreviers Bitburg-Nord, und Otmar Koch, Revierleiter in Bitburg, koordinierten den Einsatz der Holzeinschlags- und Rückeunternehmer, die im Auftrag der Waldbesitzer vorgingen. "Auch die Zusammenarbeit mit der Straßenmeisterei Kyllburg sowie Kreis- und Stadtverwaltung hat hervorragend funktioniert", bilanziert Wigand. Innerhalb einer Woche hat sich das Landschaftsbild massiv verändert: Freiflächen, so weit das Auge reicht. Rund 500 Festmeter Holz wurden geschlagen, zum größten Teil Buchen, aber auch Fichten. Manche Bürger haben für das massive Vorgehen in der Natur kein Verständnis. Das Forstamt verweist jedoch auf die notwendige Vollsperrung der Straße, die nicht alle zwei Jahre wiederholt werden soll. Auch wirtschaftliche Gründe sprechen dafür, sich komplette Waldstücke periodisch vorzunehmen und dann in großem Umfang einzuschlagen. "Der Anblick ist derzeit zwar nicht schön, aber der Wald wird schon bald wieder grüner und wächst schnell nach", erklärt Lotze. Immer wieder stellen Forstexperten nach dem Fällen fest, dass äußerlich gesund erscheinende Bäume in Wirklichkeit erkrankt und damit sturzgefährdet waren. Solche Beobachtungen sind typisch für die so genannte Buchenkomplexkrankheit, mit der Eifeler Waldbesitzer hart zu kämpfen haben. Seit Karfreitag sind die Straßensperrung und die Umleitung über Matzen und Otrang aufgehoben. Für die Verkehrsteilnehmer wird die Fahrt auf der B 257 zwar weniger heimelig, aber dafür sicherer.