"So geht es nicht!"

DAHNEN/BITBURG/MAINZ. Geschockt, enttäuscht und sprachlos. Mit großer Empörung haben die Bürger aus dem Islek auf die Rücknahme des Versprechens zur Aufstockung der Polizeiinspektion Prüm reagiert (der TV berichtete). Massiv in der Kritik: Die SPD-Landtagsabgeordnete Monika Fink.

"Sie hatte doch eine Zusage gemacht. Sie hat auch gesagt, dass sie vom Minister grünes Licht hätte für drei Personen." Erwin Scherr, Erster Beigeordneter der Gemeinde Dasburg, echauffierte sich am Freitag ebenso wie viele andere Bürger über den Rückzieher von Monika Fink, die beim TV -Forum in Dahnen zum Thema Innere Sicherheit eine Aufstockung der Polizei Prüm um drei Beamte zugesagt hatte. Scherr, Forum-Teilnehmer in Dahnen: "Ich habe nichts gegen Frau Fink. Aber als ich das heute morgen las, dachte ich, das kann ja wohl nicht wahr sein." "Haben wir uns alle verhört?"

Tief enttäuscht ist auch Peter Simon. "Das ist ein Ding!", sagte das Mitglied der Dahner Bürgerwehr und fragte: "Haben wir uns denn alle verhört?" So wie es im Artikel über das Forum gestanden habe, sei es auch gesagt worden. Gleichzeitig bezeichnete er diesen Vorgang als eine Steilvorlage für CDU-MdL Michael Billen. Simon: "Unabhängig von Parteien - aber so geht es nicht!" Das sieht auch sein Bürgerwehr-Kollege Manfred Dürrenberg so: "Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern", laute hier wohl das Motto. Es gebe doch Zeugen genug, die belegen könnten, dass Monika Fink drei Leute versprochen habe. "Sie hat die Zahl 3 genannt", betonte Dürrenberg, der gleichzeitig empfahl, an die "Ehrlichkeit der SPD-Genossen" zu erinnern. Mit Rainer Hoffmann war am 2. Oktober der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende anwesend: "Ich habe viele Zahlenspielereien erlebt." Gleichwohl habe Monika Fink "schon gesagt, dass es zu einer Aufstockung kommen wird". Auch die Zahl 3 sei genannt worden. Von wem, das wisse er aber nicht mehr. "Das verschlägt jedem die Sprache", sagte Gerhard Kauth, selbst Polizist in der Prümer Inspektion und Mitglied in der CDU-Fraktion des VG-Rats Arzfeld. "Seltsam, wie mit verschiedenen Zungen gesprochen wird." Von einer "Frechheit" sprach Dahnens Ortsbürgermeister Peter Philippe. "Sie hat drei Leute zugesagt. Und sie hat gesagt, dass sie dafür drei Tage lang in Mainz unterwegs war." Philippe: "Es kann nicht sein, dass ich die Leute so belüge." Arzfelds Verbandsgemeinde-Bürgermeister Patrick Schnieder (CDU) stellte sich hinter die Bürger seiner Ortsgemeinden. "Die Leute glauben, sie würden am anderen Ende der Welt leben", schimpfte er. "Ich glaube, ich war in der falschen Veranstaltung." Der Abgeordnete Michael Billen hält unterdessen an seiner Rücktrittsforderung gegenüber Minister Walter Zuber (SPD) fest. Dieser habe die Einbruchserie zur Chefsache erklärt, und jetzt wisse man in Mainz nicht mehr, wer was gesagt habe. Er wisse ohnehin, dass Innen-Staatssekretär Karl Peter Bruch nicht mit Minister Zuber rede, polterte Billen am Donnerstagabend beim CDU-Gemeindeverband Prüm . Liebe Leserinnen und Leser. Wie ist Ihre Meinung zu dieser Diskussion? Glauben Sie, dass die Politik an Glaubwürdigkeit verliert? Ist die Forderung von Michael Billen nach dem Rücktritt von Minister Walter Zuber gerechtfertigt? Bitte schicken Sie eine E-Mail an eifel-echo@volksfreund.deBitte denken Sie daran: Höchstens 30 Druckzeilen.