"So Gott will"

Vor 60 Jahren hat Hermann Meyer sein Ja-Wort vor Gott gegeben und ist Priester geworden. Am 20. August feiert er sein Jubiläum.

Hillesheim Seine Eifeler Heimatstadt und die baden-württembergische Gemeinde Lohrbach sind für Hermann Meyer die zentralen Orte seines Lebens. Mal abgesehen von den zahlreichen Zielen, die er in aller Welt besucht hat, darunter die bedeutendsten christlichen Stätten im Heiligen Land, in Zypern, Syrien, Griechenland, Spanien, Italien.
In Hillesheim wurde Hermann Meyer am 8. April 1930 als neuntes von zwölf Kindern einer Schreinerfamilie geboren. Hier, in Gerolstein und Prüm, ging er zur Schule. Und hierher kehrte er 1994 als Ruhestandsgeistlicher zurück. Seither widmete er sich historischen und kulturellen Aufgaben. Engagierte sich als Autor und Regisseur von Theaterstücken und Krippenspielen. Verfasste eine Stadtchronik in zwei Bänden. Gab ein Buch über die Wegekreuze in und um Hillesheim heraus. Und schrieb zuletzt in Verbindung mit einem Mahnkreuz auf Kyllerhöhe den Titel "Die Narben der Eifel" gegen den Gesteinsabbau und die damit verbundene Zerstörung der Landschaft (der TV berichtete). Das Land Rheinland-Pfalz zeichnete ihn mit der Verdienstmedaille aus, die Eifelvereins-Ortsgruppe ernannte ihn zum Ehrenmitglied. In Mosbach-Lohrbach im Neckar-Odenwald-Kreis wurde Hermann Meyer 1964 Pfarrer - nach dem Theologiestudium und der Priesterweihe durch Bischof Matthias Wehr am 4. August 1957 in Trier und den Kaplansjahren in Pfarreien im Westerwald und im Saarland. Lohrbach sollte Meyers einzige Pfarrei bleiben - 30 Jahre lang.
"Ich durfte Priester in einer aufgeschlossenen, freundlichen Pfarrei sein", resümiert er. Höhepunkt sei der Bau einer neuen Kirche gewesen, die nach seinem Lieblingsheiligen Paulus benannt worden sei, erzählt er und betont: "Das A und O war der persönliche Kontakt mit den Menschen." In seine Lohrbacher Zeit fiel auch die Einrichtung von zwei Kindergärten. Natürlich sei die Kirche sein wichtigstes Revier gewesen. Aber er habe die Menschen auch bei der Ausübung seiner weiteren Passionen erreicht: beim Jagen und Fliegen, beim Fußballspielen und Skifahren. An Hermann Meyers Seite all die Jahre im aktiven Dienst als Pfarrer und im Ruhestand ist Luzi Hutter, die ebenfalls aus Hillesheim stammt und mit dem Jubilar gleichaltrig ist. "Ohne sie hätte ich meinen Auftrag und meine Arbeit nicht geschafft", räumt Meyer ein. Luzi Hutter habe sich als Pfarrsekretärin, Seelsorgehelferin, Gärtnerin und Floristin eingebracht - "und als die beste Pfarrhausköchin", betont er.
Vor zehn Jahren übernahm Hermann Meyer die Patenschaft über den jungen Afrikaner Augustine Kayombo und finanzierte dessen Ausbildung zum Priester. 2011 wurde er geweiht. Beim diamantenen Priesterjubiläum seines Gönners wird Kayombo in Hillesheim zu Gast sein - "auch um unseren Blick zu weiten auf die Weltkirche, die im Wachsen ist, für deren Dienst es viele Bewerber gibt, der aber die finanziellen Mittel fehlen", beschreibt Meyer die Situation der katholischen Kirche in Afrika.
Bleibt noch die Frage nach seinen Wünschen für die Zukunft. Hermann Meyers Antwort lautet: "Gesundheit und ein weiteres friedliches Leben in dieser unruhigen, schnelllebigen Zeit. So Gott will."