So könnte der Beda-Platz aussehen

Stadtentwicklung : So könnte der Beda-Platz aussehen

Mehr Grün, mehr Bänke, mehr Aufenthaltsqualität: So stellt sich die Kreissparkasse eine Neugestaltung des zentralen Platzes vor. Wie der Verkehr zur Bit-Galerie geregelt wird, ist offen.

Blech an Blech. Viele Autos, wenig Leben. So sieht es aus auf dem Beda-Platz. Aber das könnte sich ändern.

Die Kreissparkasse hat ein Landschaftsarchitektur-Büro beauftragt, Ideen für eine Neugestaltung des Platzes zu erarbeiten. „Unser Engagement steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Bit-Galerie“, sagt Vorstandsvorsitzender Ingolf Bermes und erklärt den Hintergrund der Initiative: „Unser Ziel ist es, für die Besucher der Galerie wie auch die Kunden der Sparkasse mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen.“

Ausgangspunkt der Überlegung sei die Frage gewesen, wie der Platz durch eine Neugestaltung samt Begrünung aufgewertet werden könne, ohne, dass die Multifunktionalität des Platzes verloren ginge. „Hier soll es nach unserer Vorstellung auch in Zukunft weiter möglich sein, zu parken und bei Bedarf den Platz auch für Wochenmärkte oder Veranstaltungen wir den Beda-Markt, das Folklore-Festival oder die Herbstkirmes zu nutzen“, sagt Bermes.

Sollte der Plan umgesetzt werden, wird es auf dem Beda-Platz weniger Platz für Autos geben. „Statt der derzeit 280 Stellplätze gäbe es nach der Entwurfsplanung noch 160“, sagt Bermes und erklärt weiter: „Dafür wollen wir aber in der Tiefgarage der Bit-Galerie ein zusätzliches Parkdeck anlegen, so dass die Stellplätze, die wir für die Neugestaltung des Platzes benötigen am Ende mehr als kompensiert werden.“

Ob es dazu kommt? Zunächst betont Bermes, dass dieses Projekt sich nur mit Zustimmung der Stadt umsetzen lasse. Die Stadt hat den Platz bis 2032 von der Kreissparkasse gepachtet. „Im gegenseitigen Einvernehmen könnten wir aber bereits vorher mit einer Umgestaltung beginnen“, sagt Bermes.

Das Problem: Noch hat die Bit-Galerie, die ja Initialzündung für die Neugestaltungsidee ist, kein Baurecht. Das wiederum steht und fällt mit einem Verkehrskonzept. Und die Arbeit daran gestaltet sich offenbar aufwendiger als sich die Stadtverwaltung das noch Ende vergangenen Jahres vorstellen konnte. Damals hieß es noch optimistisch, dass es bis Ende 2017 Baurecht geben könnte. Nun dauert es länger. Vielleicht Ende 2018? Konkret will sich in der Verwaltung da derzeit keiner festlegen. Die Sache scheint kompliziert.

Die Stadt will – auch mit Blick auf weitere Bauprojekte rund um den Beda-Platz – den Verkehrsfluss für das ganze Viertel so regeln, dass es nicht zu Rückstaus an Stellen kommt, wo es jetzt schon im Berufsverkehr eng ist. Das Ganze gestaltet sich, wie Baumamtsleiter Berthold Steffes erklärt, knifflig: Eine Lösung für einen Teilbereich, wie etwa die Anlieferung für die Galerie, führt nach Prognosen von Verkehrsplanern zu einem Problem an anderer Stelle – etwa einer weiteren Überlastung des Kreisels an der Neuerburger Straße.

Wegen solcher drohender Engpässe hatte die Stadt schon vor Jahren die Idee entwickelt, eine Spange über den Beda-Platz zu bauen, die Garten- und Bedastraße miteinander verbinden soll (der TV berichtete). Damit wäre der Platz besser erreichbar. Das ist nach Einschätzung der Planer wichtig, da sich der Verkehr nach Kalkulation des Büros Vertec mehr als verdoppeln würde: von derzeit rund 1000 Fahrten zwischen 15 und 19 Uhr, wenn sich Einkaufs- und Berufsverkehr überschneiden, auf 2400 Fahrten.

Doch die Straßenführung quer über den Platz läuft konträr zur geplanten Neugestaltung der Kreissparkasse. „Der Platz wäre, wenn er von einer Durchgangsstraße zerteilt würde, kein Platz mehr und nicht mehr multifunktional nutzbar“, sagt Vorstand Rainer Nickels. Und: „Wenn tausende Fahrzeuge mitten über den Platz rollen, hat sich die Idee, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, erledigt.“ Genau das ist aber der Wunsch der Kreissparkasse. „Es geht darum, diesen Platz für die nächsten 50 Jahre zu gestalten“, sagt Bermes und jetzt wäre die Chance, „Funktionalität mit Anspruch an Stadtgestaltung zu verbinden.“

Aber der Verkehr von und zur Bit-Galerie muss aus Sicht der Stadt geregelt sein, sonst gibt es kein Baurecht. Und da sieht es im Moment wie folgt aus: „Um diesen Ziel- und Quellverkehr zum Platz und vom Platz zu führen, können wir nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht auf eine Spange über den Platz verzichten“, sagt Bauamtsleiter Berthold Steffes. Was Großveranstaltungen wie Beda-Markt oder Folklore-Festival angeht, müsse diese Straße dann halt gesperrt werden: „Das machen wir ja auch jetzt schon bei einzelnen Straßen, wenn Großveranstaltungen sind. Da gibt es immer Sonderlösungen.“

Nachdem am Beda-Platz jahrzehntelang nichts gebaut wurde, stehen jetzt gleich einige Bauherren in den Startlöchern. Die Volksbank hat rund um ihr Haus Grundstücke erworben, „um für eine weitere Expansion am Standort gerüstet zu sein“, wie Vorstand Andreas Theis erklärt. Zudem könne sich die Bank auf lange Sicht auch vorstellen, dort Pläne für Gewerbe und stadtnahes Wohnen umzusetzen. Mit Blick auf die Bit-Galerie sagt Theis: „Wir wollen uns an den Bau der Tiefgarage für das Einkaufszentrum dranhängen und ebenfalls eine Tiefgarage bauen. Uns geht es darum, beim Bau Synergieeffekte zu nutzen und vorausschauend Parkraum für Kunden und Mitarbeiter zu schaffen.“

Am anderen Ende des Platzes, gegenüber der Volksbank, plant die Arend GmbH einen großen Komplex mit 40 Wohnungen. Das Projekt hängt am gleichen Bebauungsplan wie die Bit-Galerie – und kommt damit auch erst voran, wenn es für das Einkaufszentrum eine Verkehrslösung gibt.

Und so sieht der Beda-Platz aktuell aus. Oben in der Bildmitte das Gebäude der Kreissparkasse, links daneben die Fläche, auf der die Bit-Galerie geplant wird. Foto: e_bit <e_bit@volksfreund.de>

Wie Stadt, Verkehrsplaner, Grundstücksbesitzer und Projektentwickler ihre teils unterschiedlichen Interessen unter einen Hut bekommen, ist offen. Für Anfang August ist das erste Gespräch mit dem von der Stadt beauftragten Projektkoordinator terminiert.

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