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So sieht es derzeit in der eifel aus, wenn man rasch einen Reisepass benötigt

Behörden : Na, Reisepass noch gültig?

Wenn nicht: Kümmern Sie sich. Denn die Ämter in Eifel und Vulkaneifel sind stärker ausgelastet als üblich. Der Krieg in der Ukraine ist nur ein Grund.

Der Urlaub rückt näher. Jeden Tag nach der Arbeit das gleiche Szenario: Kalender raus, einen geschafften Tag wegstreichen. 32 noch. 31. 30. 29. Der Flug rückt näher. Ab auf die Couch. Entspannen. Augen zu. Die Gedanken schweifen schon an den Strand. Doch dann reißen wir die Augen wieder auf. „Mist, mein Reisepass ist abgelaufen!“ – passiert schnell, wenn man diesen wegen einer Pandemie seit mehr als zwei Jahren kaum genutzt hat. Gleichzeitig hört man aus Städten wie Trier, dass die Terminvergabe und das Ausstellen des Ausweisdokumentes momentan länger dauert. Aber keine Angst – wir haben für Eifel und Vulkaneifel nachgefragt – auch dort sind die Ämter stärker ausgelastet.

Muss ich aktuell länger auf einen Termin warten? Etwa einen Monat dauert es in Bitburg aktuell, bis man einen Termin auf dem Einwohnermeldeamt bekommt, sagt uns Stadtsprecher Werner Krämer. In der Verbandsgemeinde Gerolstein, die Bürgerbüros in Gerolstein, Hillesheim und Jünkerath hat, geht das um einiges schneller, erklärt Heike Görres von der VG: „In den Bürgerbüros der Verbandsgemeinde erhalten Antragssteller innerhalb von zwei bis drei Tagen einen Termin“, sagt sie.

Ganz ohne vorherige Anmeldung kann man seinen Reisepass zum Beispiel in den Verbandsgemeinden Prüm und Daun beantragen.

Nach der Antragsstellung dauert es übrigens vier bis sechs Wochen, bis der Reisepass von der Bundesdruckerei ausgestellt wird.

Sind die Bürgerämter aktuell stärker ausgelastet, als normalerweise? Klare Antwort: Ja. Das hat mehrere Gründe. Beginnen wir mit dem schönsten: Viele Menschen wollen in Urlaub, deswegen brauchen viele einen Reisepass. „Die Auslastung ist aktuell höher als üblich, da vermehrt Reisepässe beantragt werden“, sagt Lena Herzog für die VG Daun. Ihre Dauner Amtskollegin Heike Görres sagt außerdem: „On top kommen Reisepassanträge für Großbritannien, dessen Einreisebedingungen sich aufgrund des Brexits verschärft haben.“

Aber, wie könnte es anders sein, auch die beiden bestimmenden Themen der vergangenen Monate und Jahre wirken sich auf das Bürgerbüro aus.

Aufgrund der Corona-Pandemie konnten weniger Termine vergeben werden, es fielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus – und jetzt holen viele den Behördengang nach, weil in den Rathäusern wieder – größtenteils – Normalbetrieb herrscht. „Die Auslastung ist durch die Lockerung beziehungsweise Aufhebung der Coronaschutzvorschriften höher als normal“, teilt Erwin Meyer von der VG Prüm mit. Das liege unter anderem an der Reiselust und einem Antragsstau.

Das zweite bestimmende Thema ist der Krieg in der Ukraine. Auch dieser wirkt sich durch die Ankunft von Flüchtlingen auf die Behördenarbeit aus. „Unser Einwohnermeldeamt ist seit Ende März mit der Anmeldung von ukrainischen Flüchtlingen sehr stark beansprucht, da diese Anmeldungen viel mehr Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Erwin Meyers. Auf den Ämtern in Daun und Gerolstein sind die Anmeldungen zurückgegangen, vor allem in Gerolstein sei man aber weiterhin vor allem mit Nachbearbeitungen und der Auszahlung von Asylleistungen beschäftigt.

Auch aufgrund der Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (Afa) sind die Listen mit ukrainischen Flüchtlingen in Bitburg besonders lang. „Alle müssen registriert werden und es ist auch äußerst aufwendig, das Ganze wiederum mit den anderen Behörden abzugleichen, zum Beispiel durch unterschiedliche Schreibweisen von Namen“, sagt Stadtsprecher Werner Krämer. Allein in den Monaten März und April stieg die Einwohnerzahl Bitburgs von 15.570 auf 16.040. „Diese Steigerung ist größtenteils auf die Registrierung ukrainischer Flüchtlinge zurückzuführen“, sagt Krämer, „die Mehrbelastung der Kolleginnen ist entsprechend hoch.“

Und wenn ich doch schneller einen Pass brauche? In Bitburg, wo man aktuell rund einen Monat auf einen Termin im Bürgerbüro warten muss, kann man im Online-Terminkalender des Rathauses die Augen offen halten. Wenn Termine kurzfristig abgesagt werden, werden diese dort wieder als frei angezeigt. Wichtig dabei, um auch anderen diese Möglichkeit zu geben: „Natürlich funktioniert das nur, wenn man sich meldet, wenn ein gebuchter Termin nicht wahrgenommen werden kann.“

Zweite Möglichkeit: Der Express-Reisepass. Zahlt man mehr, ist der Pass schneller da – in wenigen Tagen, statt wenigen Wochen. Einen Termin braucht man natürlich trotzdem.

Dritte Möglichkeit, vielleicht die attraktivste: Urlaub in der Heimat. Denn an den Maaren der Vulkaneifel oder in den Wäldern der Eifel wird vermutlich niemand nach dem Reisepass fragen.