So soll der neue Hahnplatz aussehen
Prüm · Der Wettbewerb um die Neugestaltung des Prümer Hahnplatzes ist entschieden: Ein Büro aus Berlin wurde von der Jury am Freitag mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Der Beschluss fiel einstimmig, alle loben die Offenheit des Siegerentwurfs.
Prüm. Der neue Hahnplatz: "Er wird anders sein", sagt Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy am Freitagmorgen. Schöner als heute, offener vor allem - dank des Siegerentwurfs aus dem Berliner Büro "Planorama Landschaftsarchitekten", das sich gemeinsam mit dem Architekturbüro "Yellow z" um den Preis beworben hatte.
Zur Preisverleihung am Freitagmorgen war Maik Böhmer von Planorama noch mit dem Nachtzug angereist - der 36-Jährige nahm die Auszeichnung der Jury, verbunden mit der Summe von 12 000 Euro, strahlend entgegen.
Die entscheidenden Eckpunkte des Entwurfs, das betonten auch der Juryvorsitzende, Professor Jürgen Bredow, und Architekt Marcus Hille, der den Wettbewerb gesteuert hat: die Offenheit, die vor allem vor der Basilika viel Raum schafft, und die Homogenität des Berliner Vorschlags. Das Gefälle des Platzes wird vor der Kirche mit breiten, flachen Treppen aufgefangen. Seitlich und gegenüber der Alten Abtei ist ein kleiner Hain mit Bäumen und Sitzecken vorgesehen. Gleichzeitig wird der Kreisverkehr so weit wie möglich in Richtung Obere Hahnstraße geschoben, damit viel Raum vor der Basilika entsteht.Einheitlicher Eindruck
Ebenfalls Bestandteil des Entwurfs: Straße, Kreisverkehr und Hahnplatzfläche sollen aus einheitlich gefärbtem Material sein - nicht zuletzt dadurch, sagt Maik Böhmer, wolle man das "Zerhackte", das den Platz zurzeit noch charakterisiert, wieder zurücknehmen. Man habe die besondere Atmosphäre des Stadtzentrums aufgreifen und verstärken wollen - und einen Raum schaffen, in dem sich jeder gerne aufhalte, erklärt Böhmer. Der Hahnplatz habe ihn gleich in den Bann gezogen: "Der Ort hat eine ganz starke Aura." Das Gefälle am Platz habe man nicht als Problem aufgefasst - sondern als Möglichkeit, es gestalterisch einzubinden.
Der zweite Sieger stammt aus Stuttgart: Es ist das Landschafts-Architekturbüro Glück, das sich gemeinsam mit dem Büro Kamm Architekten beworben hatte. Auch dieser Entwurf sieht breite Treppen vor der Basilika vor. Den zweiten Preis, 8000 Euro, nahm für das Büro die Landschaftsarchitektin Kerstin Kühnemund entgegen.
Elf Stunden lang hatte die Jury am Donnerstag beraten - "und alles ist absolut friedlich gelaufen", freut sich Erich Reichertz von der Stadtrats-Liste Kleis. Das betont auch seine Fraktionskollegin Christine Kausen, zugleich Vorsitzende des Prümer Gewerbes: "Das war das Tolle: Wir waren alle eine Fraktion." Es sei zugleich unheimlich spannend gewesen, "wie wir uns alle zusammen diesem Favoriten genähert haben." Das alles unter einer großartigen Begleitung durch die Experten im Gremium. Was ihr am Siegerentwurf am besten gefällt: "Es wird ein richtiger Platz. Und der Plan ist noch gestaltbar. Er legt nicht alles fest."
Das sei auch gut so, sagt die Stadtbürgermeisterin, die sich glücklich darüber zeigt, wie die Sitzung verlaufen ist: Gerade bei den Parkplätzen müsse man "noch nachjustieren". Der Entwurf sieht 28 Flächen vor, die Stadt wünscht mindestens 35. Auch die Anbindung des Fuhrwegs an den Kreisverkehr ist noch offen. Aber das seien Details, über die man sich einigen werde. Maik Böhmer jedenfalls freut sich auf die Herausforderung: "Es ist ein spannender Ort. Und ein toller Platz."
Und was sagt der Bürger? Rudolf Hohmann war bei der Preisvergabe dabei. Sein Urteil: "Als ich den ersten Preis gesehen habe, war ich schon begeistert." Ihm gefalle besonders, wie die Niveau-Unterschiede am Platz aufgefangen wurden. Und die Parkflächenfrage? Kein Thema. Er lacht: "Ich bin Fußgänger. Und wenn Sie in Trier oder Köln sind, kommen Sie auch nicht direkt an den Dom."Meinung
Das könnte passen
Für den erstplatzierten Entwurf wie für den - sehr ähnlichen - zweiten gilt: Sie werden den Hahnplatz deutlich verbessern und die gesamte Stadt verschönern. Noch besser: Die Jurymitglieder aus dem Stadtrat waren sich in ihrer Entscheidung so einig wie vermutlich noch nie zuvor. Diese Haltung müssen sie in die Detailarbeit mitnehmen - und in die anstrengende Phase, wenn es wirklich mit dem Umbau losgeht. Denn dann kann man auch besser mit den Meckerern umgehen, denen vielleicht schon wieder ein Parkplatz fehlt. fp.linden@volksfreund.deExtra
Nach vorläufigen Schätzungen soll der neue Hahnplatz etwa zwei Millionen Euro kosten. Die Stadt hofft auf eine kräftige Landesförderung: "Wir haben eine Geldzusage aus Mainz", sagt Mathilde Weinandy. Wie viel von der Summe das sei, stehe noch nicht fest. Sobald die Detailverhandlungen mit den Wettbewerbssiegern abgeschlossen - und erfolgreich verlaufen - sind und die Finanzierung steht, soll es in die Ausschreibung gehen. Mathilde Weinandy hofft darauf, dass die Arbeiten dann im kommenden Herbst beginnen können. fpl