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So viele 100 000-Liter Kühe wie nie zuvor in der Eifel

Landwirtschaft : Züchter sind stolz auf 100 000-Liter-Kühe 

Immer mehr Tiere mit hoher Leistung: Die Züchtervereinigung Eifel zeichnet auf ihrer Jahrestagung erfolgreiche Mitglieder aus.

Sie hießen Zarina, Angelina oder Marilyn und haben allesamt Höchstnoten von der Jury bekommen. Nein, nein – hier geht es nicht um Germanys next Topmodel, sondern um Kühe aus der Eifel, die auf Tierschauen vorgestellt und beurteilt werden. Und da erzielt die Züchtervereinigung Eifel in jedem Jahr tolle Ergebnisse. So auch 2017, wie die Zahlen beweisen.

Auf ihrer traditionellen Jahresversammlung, die zum ersten Mal in den neuen Räumen der Rinder-Union West  im Regionalzentrum Fließem stattfand,  sind zahlreiche Landwirte für ihre guten Leistungen geehrt worden.

Zuvor hatte Alfred Bormann, Vorsitzender der Züchtervereinigung Eifel, Bilanz gezogen. So sei am 7. Dezember das neue Vermarktungszentrum in Fließem mit einer großen Auktion eingeweiht worden, bei der die Landwirte gute Preise erzielen konnten. „In Bitburg wird die alte Vermarktungshalle geschlossen. Damit endet nach mehr als 40 Jahren eine Ära“, sagte er.

Gerd Grebener, Regionalleiter der Rinder-Union West eG, betonte die Wichtigkeit der Tierschauen für die Landwirtschaft. So könne man den Berufskollegen zeigen, welche Erfolge man erzielen kann, wenn man intensiv in der Zucht arbeitet. Auf der Schau des Deutschen Holstein Verbands in Oldenburg konnten sich dann auch vier Tiere aus der Züchtervereinigung Eifel behaupten. Auf der Bezirkstierschau in Bitburg waren es gleich 66 Kühe.

Herausstechend waren die Tiere von Matthias Nosbisch aus Niederweis, der „viele Superkühe“ in seinem Stall stehen habe. Überhaupt sei es das Jahr der Familie Nosbisch gewesen, sagt Grebener. Was augenscheinlich bewiesen wurde, da eine nach der anderen Urkunde und Auszeichnung an die Adresse gingen. So steht unter anderem die rotbraune Schönheit Zarina im Nosbischer Stall, „bundesweit eine der besten Kühe“, versichert Grebener.

Die beste lebende Dauerleistungskuh heißt Linda und gehört Jochen Zeimentz aus Fließem. „Die hättest du uns doch mal zeigen können“, sagt Grebener. Linda wurde 2001 geboren und hat in ihrem Leben schon 142 178 Liter Milch gegeben.

Auch das ist ein neuer Trend: „Wir haben immer mehr Kühe mit ganz hoher Leistung – das macht einfach Freude“, sagt der Regionalleiter. „Die Kühe können diese Leistung nur bringen, wenn es ihnen gut geht.“

Sind in der Eifel vor allem die Schwarzbunten und Rotbunten zu Hause, gibt es neuerdings auch die Rasse „Jersey“, einfarbig braune Tiere, wie eine Ziege und laut Grebener auch fast so klein. Die Jersey-Kühe würden sich nach seinen Beobachtungen aber gut in die Ställe integrieren.

Zu schaffen mache den Landwirten der Zeitgeist des Verbrauchers. „Er weiß nicht, was er will.“ Am liebsten günstig soll alles sein, aber auch Qualität werde gewünscht.

31 863 Kühe (2016: 33 835) gibt es im Eifelkreis Bitburg-Prüm und 10 355 (10 502) im Vulkaneifelkreis. In Rheinland-Pfalz gibt es insgesamt 95 500 Kühe und damit knapp 4000 weniger als im Vorjahr.

Die Urkunden für die erfolgreichsten Landwirte überreichte Heribert Metternich, Vizepräsident der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz. „Die Menschen, deren Kühe solche Leistungen bringen, sind Spezialisten.“  Statt Misstrauen sollte der Staat den Landwirten mal Vertrauen entgegenbringen, fordert Metternich und spielt damit auf die stetig steigende Bürokratie an, die den Landwirten das Leben schwer mache. Dazu komme die angespannte Einkommenssituation. So sei es nicht verwunderlich, dass sich viele junge Leute fragen würden, ob sie sich das überhaupt noch antun sollen. Ein weiteres großes Problem sei die Überplanung der Flächen und die Neuregelung der Grundsteuer. Da seien alle gefragt: „Wir müssen Flagge zeigen. Was moderne Landwirtschaft leistet, steht hinter keiner anderen Branche zurück.“ Und dann gab es – fast wie bei Olympia – aus seinen Händen die Kammerpreismünzen in Gold, Silber und Bronze. Danach überreichte Helmut Jäger, Vorstandsvorsitzender der RUW (kurz bevor er in den Ruhestand geht), die Urkunden für die 100 000-Liter-Kühe. Insgesamt waren es 32.  „Ich habe noch nie erlebt, dass so viele 100 000-Liter-Kühe ausgezeichnet worden sind.“

Termine:  17. März, RUW-Färsenschau in Fließem

17./18. März, Beda-Markt in Fließem

22. Juni, Züchterabend

12.-16. November, Euro-Tier in Hannover