So weit wie von Bitburg nach Athen

So weit wie von Bitburg nach Athen

Durch die Schaffung zusätzlicher Rettungswachen in Winterspelt, Echternacherbrück und Badem wurden die DRK-Standorte Bitburg und Arzfeld etwas entlastet. Grundsätzlich aber ist die Zahl der Einsätze im ersten Halbjahr 2011 gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum erneut gestiegen.

Bitburg. Der Anteil der Frauen im Rettungsdienst wächst. Was nicht zuletzt auch daran liegt, dass die Stellen für Zivildienstleistende schon lange vor Abschaffung der Wehrpflicht systematisch abgebaut wurden. Aufgrund der immer kürzer gewordenene Zivildienstzeit sei es nach und nach unrentabler geworden, Zivis im Rettungsdienst einzusetzen, erklärt Wolfgang Rieder, Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) im Eifelkreis Bitburg-Prüm.
Denn nach Abzug der für den Rettungsdienst notwendigen Grundausbildung, des Urlaubs und möglicher Krankheitstage sei für den eigentlichen Einsatz in Kranken- oder Rettungswagen nicht mehr viel Zeit übriggeblieben.
Auf der anderen Seite gebe es nun zunehmend Frauen, die bereits vorher im medizinischen Bereich tätig gewesen seien und dann beispielsweise im Anschluss an den Mutterschutz über den Rettungsdienst wieder ins Berufsleben einsteigen würden, erklärt der DRK-Chef. Das habe zur Folge, dass bei den rund 120 Beschäftigten der Rettungsdienst-Abteilung der Anteil der Frauen nach Auskunft Rieders mittlerweile bei gut einem Drittel liegt.
Deshalb hat bei den insgesamt 10 317 Einsätzen, die von Januar bis Juni 2011 (zum Vergleich erstes Halbjahr 2010: 10 073 Kilometer) gefahren wurden, in vielen Fällen auch eine Frau am Steuer gesessen.
Doch auch wenn der Rettungsdienst noch vor 20 Jahren fast ausnahmslos in Männerhand war, so ist nicht das Geschlecht am Steuer die Besonderheit, sondern die Zahl der zurückgelegten Kilometer.
Die liegt nämlich bei mehr als 470 000 Kilometern (Vorjahreszeitraum: 445 000 Kilometer), was bedeutet, das pro Tag im Schnitt fast 2600 Kilometer zurückgelegt wurden, was wiederum ungefähr der Strecke von Bitburg bis Athen entspricht.
Dass die 18 Rettungsdienstfahrzeuge so viele Kilometer schrubben, liegt daran, dass das Einsatzgebiet des DRK Bitburg-Prüm zu den flächenmäßig größten der Bundesrepublik Deutschland gehört.
Und das ist auch der Grund, warum Rieder auch für dieses Jahr mit einem Defizit von 1,1 Millionen Euro rechnet, das jedoch über einen Finanzausgleich der bundesweiten Rot-Kreuz-Verbände ausgeglichen werde. Denn der Eifelkreis ist zwar groß, die Einwohnerdichte jedoch gering, so dass - rein vom wirtschaftlichen Standpunkt aus betrachtet - von den insgesamt acht Rettungswachen eigentlich nur die in Masholder annähernd rentabel ist.
Doch weil es eben nicht um Wirtschaftlichkeit, sondern die Gewährung der Versorgungssicherheit gehe, hätten auch die kleinen Wachen wie beispielsweise die in Winterspelt ihre absolute Daseinsberechtigung, betont Rieder. Dort gab es im ersten Halbjahr übrigens 408 Einsätze. In Bitburg waren es mit 4517 mehr als zehn Mal so viel, gefolgt von Prüm (1806), Badem (918), Speicher (780), Echternacherbrück (740), Neuerburg (672) und Arzfeld (479).Der Fuhrpark des DRK-Rettungsdienstes Bitburg-Prüm umfasst derzeit acht Rettungswagen, vier Krankenwagen und vier Notarzteinsatzfahrzeuge. Von den insgesamt 10 317 Fahrten fällt mehr als die Hälfte (5459) auf Krankenwagenfahrten. 805 Fahrten des Deutschen Roten Kreuzes gelten als sogenannte Fehleinsätze, wobei darin auch die Fälle enthalten sind, bei denen die Rettungskräfte zwar bei einem Einsatz beteiligt waren, letztlich aber keinen Kranken oder Verletzten mit ihren Fahrzeugen befördert haben. Der Rest besteht abzüglich der sonstigen Fahrten aus Einsätzen mit dem Rettungswagen (2878) oder dem Notarzteinsatzfahrzeug (1119). uhe