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Sonnenergie: Sonnenfänger für die Eifel

Sonnenergie : Sonnenfänger für die Eifel

In Olmscheid soll die erste Photovoltaik-Anlage in der Verbandsgemeinde Arzfeld entstehen. Auf einer Fläche von rund 13 Hektar ist geplant, künftig jährlich vier Millionen Kilowattstunden Strom zu erzeugen. Gesamtkosten der Investition: zwischen zwölf und 15 Millionen Euro.

Olmscheid. Altes Konzept, neuer Standort: Nachdem sich in einer Bürgerversammlung einige Olmscheider gegen die geplante Solaranlage direkt am Ort ausgesprochen hatten (der TV berichtete), haben der Bürgerservice Trier und die Ortsgemeinde nun einen neuen Standort gefunden.

Etwas außerhalb, südwestlich von Olmscheid, liegt die rund 13 Hektar große Fläche, auf der jetzt die Solaranlage gebaut werden soll - Kostenpunkt rund zwölf bis 15 Millionen Euro. "Wir haben eine tolle Lösung gefunden", sagt Edelbert Bach vom Trierer Bürgerservice. Der neue Standort sei ähnlich gut geeignet wie der ursprüngliche. "Das ist absolut vergleichbar."

Rund vier Millionen Kilowattstunden sollen pro Jahr in Olmscheid produziert werden, das entspricht in etwa dem Jahresverbrauch von 800 Haushalten. Zum Vergleich: Die Verbandsgemeinde Arzfeld hat insgesamt rund 3700 Haushalte. Wegen des günstigen Verhältnisses von eingesetzter Fläche und erzeugter Energie sei die Sonnenenergie für Landwirte sehr attraktiv.

Die Konstruktion, wie die Anlage entstehen soll, ist hingegen kompliziert. Eigentümer der Fläche ist die Familie Schares aus Olmscheid. Dafür, dass sie die Fläche zur Verfügung stellt, bekommt sie von der Familie Billen, der die ursprünglich vorgesehene Fläche direkt am Ort gehört, auf eben dieser einen Ausgleich. Beide schließen einen Pachtvertrag mit dem Trierer Bürgerservice ab, der für die Firma Phönix Solar aus Sulzemoos die Projektentwicklung übernimmt.

Phönix Solar selbst wird die Anlage betreiben, der Bürgerservice erledigt die Arbeiten, "die wir machen können, etwa die Montage der Paneele oder den Landschaftsbau", sagt Bach.

Keine Kosten für die Ortsgemeinde



Aber Phönix Solar stemmt die Kosten nicht selbst, sondern sucht wiederum Investoren, die sich an dem Projekt beteiligen. Phönix selbst fungiert als Generalunternehmer, stellt das Fachwissen und übernimmt die Betreuung der Anlagen. Welche Investoren genau in Olmscheid ihr Geld einbringen, ist laut Bach jedoch noch nicht klar, aber er lässt keinen Zweifel daran, dass die Anlage gebaut wird.

Die Ortsgemeinde kostet die Anlage keinen Cent. Sie stellt nur den entsprechenden Bebauungsplan in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde auf. Weil die Fläche in Privatbesitz, gibt es allerdings zunächst auch keine regelmäßigen Einnahmen. Nur für die Nutzung der Wirtschaftswege gibt es einen Ausgleich. Bis die Anlage abgeschrieben ist und es Einnahmen für die Gemeinde aus der Gewerbesteuer gibt, wird es nach Einschätzung von Bach und Ortsbürgermeister Herbert Kleis zwischen zehn und 13 Jahren dauern. "Das ist der Zeitraum, in dem sich eine solche Anlage amortisiert", sagt Bach.

Froh ist Kleis aber darüber, mit dem neuen Standort eine gute Lösung gefunden zu haben, den der gesamte Ort mittragen kann. Dazu trägt auch bei, dass die Anlage nicht mehr direkt an den Ort angrenzt, sondern aus dem Blickfeld verschwunden ist.