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Sophia und die Schule ihres Opas

Sophia und die Schule ihres Opas

Sophia Welcker kommt aus Elcherath. Seit Dienstagabend darf sie sich Preisträgerin nennen. Denn mit ihrer Aufnahme von der alten Schule in ihrem Heimatort hat sie die Jury beim Fotowettbewerb Baukultur Eifel überzeugt.

Bitburg. Nein, lange nachgedacht habe sie nicht, sagt Sophia. Im Gegenteil: "Ich hab das Bild halt einfach mal so gemacht und dann war\'s gut." Hört sich gut an und ist auch gut: So gut sogar, dass Sophia auf diese Weise am Dienstagabend einen Preis gewonnen hat. Aber jetzt mal von vorne:
Volksschule in Elcherath


Sophia ist sieben Jahre alt. Sie kommt aus der Eifel, genauer gesagt aus Winterspelt-Elcherath. Seit Januar hat die Schülerin eine Kamera, das ist von großer Bedeutung. Denn mit dieser Kamera hat sie Anfang des Jahres ein Bild geschossen - ein Bild von der alten Volksschule in ihrem Heimatort. Dabei hat Sophia die Schule nicht einfach so fotografiert, sondern die Reflektion des 1928 errichteten Gebäudes in einem Straßenspiegel aufgenommen.
Gemeinsam mit ihren Eltern hat Sophia die Aufnahme dann eingereicht beim Fotowettbewerb Baukultur Eifel 2014, zu dem Landrat Joachim Streit in Kooperation mit der Architektenkammer Rheinland-Pfalz und dem Medienzentrum des Eifelkreises Mitte des Jahres aufgerufen hatte.
Nun steht fest: Sophias Werk mit dem Titel "Baukultur im Spiegel" ist ein Gewinnerbild. Denn bei der Preisverleihung des Wettbewerbs am Dienstagnachmittag in den Räumen der Volksbank Bitburg wurde das Bild der Siebenjährigen als eines von sieben Preisträgerbildern ausgezeichnet. "Ich freue mich. Das ist schon toll, so einen Preis zu bekommen", sagte die Schülerin nach der Preisverleihung.
Neben Sophia hatten rund 60 Teilnehmer an dem Fotowettbewerb teilgenommen und in jeweils einem Foto ihre Sicht zur regionalen Baukultur und deren kennzeichnenden Elemente ausgedrückt. Nach den Worten von Landrat Streit geht es bei dem Wettbewerb darum, sich aktiv mit der Baukultur im Eifelkreis Bitburg-Prüm auseinanderzusetzen und sich mit einem Fotobeitrag an der Diskussion um die Gestaltung der gebauten Umwelt zu beteiligen.
"Denn Baukultur geht uns alle an", so Streit. Aus diesem Grund hat auch Alexander Möll am Fotowettbewerb teilgenommen. Der gebürtige Saarländer lebt in Bitburg. Sein Bild trägt den Titel "Hole in the Sky" und zeigt die zeitgenössische Architektur des Berufsbildungswerks Bitburg - genauer gesagt einen Teil der Dachkonstruktion. "Ich wollte nicht die üblichen Eifler Bauernhäuser und auch keine Einheitsbauten aus den Neubaugebieten fotografieren", erklärt der Hobbyfotograf. "Mir war es wichtig, das Besondere zu fotografieren. Denn solch ein Gebäude wie auf meiner Aufnahme ist auch Teil der Eifler Baukultur." Möll wurde für sein Werk mit einer Auszeichnung geehrt. Warum genau die alte Schule in Elcherath ein Teil der Eifler Baukultur ist, kann Sophia übrigens nicht so genau sagen.
Dafür kann sie etwas anderes erzählen. "Mein Opa ist da schon zur Schule gegangen, das weiß ich." Grund genug, das Gebäude mal aus einem anderen Blickwinkel zu fotografieren. mfrExtra

Insgesamt hat sich die neunköpfige Jury beim Fotowettbewerb Baukultur Eifel 2014 mit 65 eingereichten Bildern beschäftigt. Die Jurymitglieder suchten nach aussagekräftigen Bildmotiven, die die regionale Kultur des Bauens, die Architektur sowie "die Gestaltung des gebauten Lebensraumes in der Eifel" in besonderer Weise kennzeichnen. Sieben Hobbyfotografen wurden als Preisträger ausgezeichnet. 25 weiteren Fotos wurde eine Anerkennung ausgesprochen. Preise und Sonderpreise im Wert von 2000 Euro stellte die Volksbank Bitburg zur Verfügung. Ab dem heutigen Mittwoch sind die Bilder des Fotowettbewerbs in den Räumen der Volksbank Bitburg zu sehen. mfr