Sozialabbau entgegenwirken

Zum Bericht "Nach dem 20. geht gar nichts mehr" (Trierischer Volksfreund vom 1. September) über die Bitburger Tafel:

Beim Lesen des Artikels "Nach dem 20. geht gar nichts mehr" habe ich mich als ehrenamtlicher Mitarbeiter der Bitburger Tafel gefragt, was denn die Kernaussage des Redakteurs sein soll.

Das hervorgehobene Zitat "Schwarze Schafe gibt es überall" ist aus dem Zusammenhang gerissen worden und bekommt damit den faden Beigeschmack von so mancher sogenannten Aufklärungssendung in privaten Fernsehprogrammen über die "Arbeitslosengeld-II-Urlauber" im Süden.

Aber wir haben sie überall, diese "schwarzen Schafe". Sie sind in jeder Gesellschafts- und Bevölkerungsgruppe anzutreffen, ob in Politik, Unternehmen oder Verwaltung, aber auch im privaten Bereich.

Der entscheidende Unterschied ist, dass keine dieser Gruppen so starken Kontrollen unterliegt wie die Empfänger staatlicher Sozialleistungen. Zudem sind diese Sozialleistungen einem andauernden Erosionsprozess ausgesetzt.

Der Sozialstaat zieht sich immer mehr aus seiner sozialen Verantwortung und Daseinsvorsorge zurück. Um die sich auftuenden Lücken im Sozialsystem zu schließen, wird das Ehrenamt von der Politik doch immer mehr ausgenutzt.

In den Tafeln haben sich viele Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft zusammengefunden, um diesen Sozialabbau mit Unterstützung vieler Förderer aus dem privaten Bereich, aus Industrie, Handel und Handwerk und aus den Sozialverbänden entgegenzuwirken.

Mein Dank als ehrenamtlicher Mitarbeiter der Bitburger Tafel geht an alle, die dafür gesorgt haben und weiterhin dafür sorgen werden, dass viele Menschen - teilweise in auswegloser Lage - einen Anlaufpunkt haben und dass dadurch ein gewisser sozialer Ausgleich herbeigeführt werden kann.

Bernd Kruse, Bitburg

BEDÜRFTIGE