Speicherer Privatgymnasium wird von A.D.D. zugelassen

Stadtentwicklung : Der Schule steht nichts mehr im Weg

Das geplante Privatgymnasium in Speicher wird wohl eine Zulassung bekommen. Auch sonst stehen die Chancen gut, dass die Schule im August 2018 eröffnen wird. Die Suche nach Lehrern und Schülern ist angelaufen.

Eines vorweg: Die Gerüchte sind falsch. Es sind noch Plätze an der Speicherer Privatschule verfügbar. In den vergangen Wochen war in der Region zu hören, dass es schon 58 Anmeldungen gäbe. In den Klassenräumen dürfen aber nur maximal 52 Schüler sitzen. „So viele sind es noch nicht“, stellt Alwin Ersfeld in der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderates Speicher klar. Bisher stünden etwa 15 Kinder auf der Liste. Sie stammten hauptsächlich aus der VG, sagt der Speicherer Unternehmer. Er ist sich sicher: „Bis Ende Januar werden wir genug Kinder für zwei Klassen zusammen haben.“

Dafür hat Ersfeld als Vorsitzender der Genossenschaft „Gymnasium Speicher“  selbst einiges beigetragen. Er habe alle Grundschulen im Umkreis besucht, sagt er,  und dort die Werbetrommel gerührt. Dutzende Mails erreichen ihn in der Woche. Eltern fragen nach dem Lehrplan. Behörden fragen nach der Planung. Und Bürger fragen, ob sie helfen können. Ersfeld schreibe allen zurück. Etwa zwei Stunden pro Tag investiert er nach eigenen Angaben in das Großprojekt. Es ist eine Arbeit, die ihm Spaß macht, aber auch eine, von der einiges abhängt. Bis August 2018 haben er und seine Mitstreiter als Träger des Privatgymnasiums Zeit, das Mammutprojekt zu realisieren. Wenn sie scheitern, wird es nach dem Aus der Speicherer Realschule keine weiterführende Schule mehr in der VG geben. An ein Scheitern glaubt niemand mehr. „Es gibt nichts mehr, was der Schule im Weg steht“, sagt Ersfeld. Dabei hatten die Gründer im November noch gezittert. Die Stadtwerke Trier haben vergangenen Monat das Wasser untersucht, was aus den Hähnen in der Schule fließt. Wären Legionellen oder andere Krankheitserreger gefunden worden, hätte das das ganze Projekt gefährdet. Es gab keinen Befund. Aber es galt, weitere Hürden zu überspringen. Eine davon: die Zulassung durch die Aufsichts- und Genehmigungsdirektion Trier (A.D.D.). Offiziell steht der Bescheid der Schulbehörde zwar noch aus. Die A.D.D. habe der Genossenschaft aber versichert, dass es grünes Licht geben wird. Die Beamten brauchen bis Februar lediglich eine Liste der Lehrer, die ab Sommer am Gymnasium unterrichten sollen. Schon jetzt gebe es 35 Bewerber auf die vier freien Stellen für 2018, sagt Ersfeld. Eine Direktorin haben die Eifeler schon für ihre Schule gewinnen können.

Bevor es an den Unterricht geht, müssen aber die Räumlichkeiten renoviert werden. Losgehen soll es im Februar mit zwei Klassenzimmern und den Toiletten im Erdgeschoss des Fachklassentrakts. Der   erste und der zweite Stock sind frühestens  2020 an der Reihe. Denn: Erst nach vier Jahren Schulbetrieb gibt es Fördergeld vom Land. So lange müssen die Genossenschaftler sparen. Im ersten Jahr wollen sie für die Sanierungen etwa 170 000 Euro ausgeben. Investieren wollen sie das Geld unter anderem für elektronische Tafeln, Tische und Toiletten. Bis die Finanzspritze aus Mainz kommt, werden die Träger rund eine Millionen Euro vorlegen müssen, schätzt Ersfeld.  Ihr Ziel sei es, mehr als die Hälfte dieser Summe aus Spenden von Firmen und Privatpersonen zu erhalten. Was übrig bleibt, müssen die Gründer über das Schulgeld und Kredite finanzieren. Einige Sponsoren habe man schon gewinnen können. Ersfeld sei aber weiter auf der Suche. „Wer nicht fragt, bekommt auch keine Spenden“, sagt er. Aber mit etwas Eigeninitiatve und Mut, ist sich der Unternehmer sicher, lässt sich auch in diesen Zeiten etwas bewirken. Für diese Eigeninitiative hat auch VG-Bürgermeister Manfred Rodens ein paar warme Worte parat: „Ich ziehe meinen Hut vor dem gemeinnützigen Einsatz für unsere Region“. Wenn es doch nicht klappen sollte mit der Schule, sagt er, dann liege es nicht an dem Team um Ersfeld. An mangelnder Unterstützung durch die VG soll es ebenfalls nicht hängen. Deshalb regt der Gemeindechef an, das Projekt auch politisch zu fördern. Wie diese Förderung aussehen könnte - darüber sollen sich die Ratsmitglieder klar werden, fordert er.

Ab sofort können Kinder am genossenschaftlichen Gymnasium Speicher angemeldet werden. Ein Formular gibt es im Internet unter:

www.gymnasium-speicher.de