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Spektakuläre Rettungsaktion im Dahlemer Binz

Spektakuläre Rettungsaktion im Dahlemer Binz

Drei Stunden hat ein Segelflieger in seiner im Dahlemer Wald (Kreis Euskirchen) abgestürzten Maschine ausharren müssen. Dann wurde der Kölner, der bei dem Absturz unverletzt blieb, von der Höhenrettung befreit.

Dahlem. Einen mehrstündigen Zwangsaufenthalt in den Baumwipfeln des Dahlemer Gemeindewalds hat ein Segelflieger hinnehmen müssen. Bei einem missglückten Landeanflug war der 76-jährige Kölner am Donnerstagabend in den Baumkronen eines Fichtenbestands nahe der Dahlemer Binz gelandet und hatte dort ausharren müssen, bis Höhenretter der Aachener Feuerwehr ihn retteten.
Der Pilot war von der Dahlemer Binz gestartet. Gegen 17.30 Uhr war im Startbereich des Segelflugplatzes das deutliche Krachen von Bäumen zu hören. "Da war uns klar, dass da etwas passiert sein musste", erzählte einer der Fliegerkameraden des Piloten, der sich sofort mit Kollegen auf die Suche nach dem Flugzeug machte.
Sie entdeckten es wenige Hundert Meter nördlich des Flugplatzes in rund zehn Metern Höhe. Es lag auf der Seite, so dass eine Tragfläche senkrecht in die Höhe ragte.
"Die Lage des Flugzeuges war äußerst labil, so dass wir sehr vorsichtig vorgehen mussten", sagte der Leiter der Dahlemer Feuerwehr, Winfried Warler. Der Pilot war ansprechbar und hatte Funkkontakt zum Tower.
Mit zwei Rettungshubschraubern wurden die Höhenretter der Aachener Feuerwehr eingeflogen. Einer der beiden wurde von dem zur Rettung des Fliegers herbeigeholten Autokran in die Höhe zum Flugzeug gezogen. Nach eingehender Prüfung der Situation legte er eine Schlinge um Tragfläche und Rumpf des Segelfliegers, um es zu sichern. Millimeterweise arbeitete er sich anschließend bis zur Kanzel vor, die er gemeinsam mit dem Piloten aufmachte.
Anschließend hakte er seine Gurte in den Fallschirm des Piloten ein, öffnete die Sicherheitsgurte und zog den Mann, der drei Stunden in dem abgestürzten Flugzeug saß, aus dem Cockpit. Der Pilot wurde zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht.
Ein Sachverständiger vom Bundesamt für Flugunfälle untersuchte die Maschine vor Ort, um die Unfallursache zu untersuchen und eventuell eine Beschlagnahme zu veranlassen.