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Spenden für das Kirchenheil

Spenden für das Kirchenheil

In einem Jahr soll die Sanierung des Innenraums der Basilika beginnen, bis dahin muss die Finanzierung stehen. Kein einfaches Unterfangen: Seit 2013 haben sich die jährlichen Spendeneinnahmen nämlich fast halbiert.

Prüm. Egal aus welcher Richtung, wer in die Abteistadt kommt, sieht vor allem erstmal eines: die altehrwürdige Sankt-Salvator-Basilika. Während der barocke Prachtbau seit den umfassenden Sanierungen vor fünf und vor zehn Jahren von außen wieder glänzt, stellt sich bei Besuchern im Inneren des Kirchenschiffs Ernüchterung ein.
Damit soll laut Planung des Förderkreises der Basilikafreunde aber spätestens in zwei Jahren Schluss sein: Der dritte Renovierungsabschnitt steht vor der Tür (der TV berichtete). Bis es 2017 aber wirklich losgehen kann, muss noch einiges erledigt werden - unter anderem die Finanzierung des Projekts.
Auf der Jahreshauptversammlung des Förderkreises legte Architekt Peter Berdi aus Bernkastel-Kues die Planungen vor etwa 70 Gästen dar. Die Instandsetzung werde knapp 1,137 Millionen Euro kosten, sagte er.
Einnahmen bereiten Sorge


Geplant sei die Sanierung der Wand- und Deckenflächen, des Chorgestühls, bröckelnder Putz und Risse im Mauerwerk müssten entfernt werden, und Steinmetzarbeiten an verschiedenen Säulen und Fenstern stünden an, sagte Berdi. Zudem müssten für ein neues Beleuchtungs- und Beschallungssystem die Elektrik überarbeitet und auch die Kirchenbänke instandgesetzt werden. "Manches sieht man nicht auf Anhieb, aber es gibt viel zu tun, und das wird einiges kosten."
Gehe alles gut, sagte Klaus Peters, Vorsitzender des Förderkreises, könne von Seiten des Bistums mit 236 000 Euro gerechnet werden, aus verschiedenen Fördertöpfen hoffe man auf Zuschüsse von etwa 370 000 Euro. Die restlichen 532 000 Euro müsse die Gemeinde aufbringen. "Finanzieren können wir das nur mit einem Darlehen von etwa 300 000 Euro und eben mit möglichst vielen Spenden", sagt er.
Hier zeige sich ein kleiner Grund zur Sorge: "Wir beobachten eine deutlich nachgelassene Spendenbereitschaft", sagt Peters. Lagen die Einnahmen der Basilikafreunde bis 2012 noch jährlich bei etwa 50 000 Euro, halbierten sie sich 2013 auf nur 24 799 Euro und stiegen bisher auch nicht auf die alte Höhe an (2014: 33 000 Euro; 2015: 29 240 Euro) .
Vertrauensvorschuss vom Bistum


Noch sei die Situation nicht besorgniserregend, beruhigte Peters, um aber auf das alte Niveau zu kommen, müsse man noch ziemlich Gas geben. "Die Tilgung der Darlehen liegt nämlich etwa in Höhe der alten Einnahmen." Weil die Abzahlungen bisher aber immer zuverlässig gekommen seien, habe das Bistum einen Vertrauensvorschuss gewährt: "Sonst hätten wir nicht mit den Planungen beginnen können."
Voraussichtlich für ein Jahr muss die Basilika wohl geschlossen werden. "Anders geht es leider nicht", sagte Berdi. Für kleine Gottesdienste stehe dann allein die Drei-Ärzte-Kapelle zur Verfügung. Alternativ könne in Prüm nur noch die Kapelle im Konvikt genutzt werden.
Ursula Hansen vom Katholischen Frauenbund sorgte sich: "Wo werden denn dann große Messen oder größere Beerdigungen stattfinden?" "Nur in Rommersheim oder Niederprüm", sagte Aloysius Söhngen in seiner Funktion als Vorstandsmitglied des Förderkreises. Für diese Art der Detailplanungen sei aber noch nicht die richtige Zeit.