Spender für den Bürgerbus gesucht

Spender für den Bürgerbus gesucht

Die Verbandsgemeinde (VG) Arzfeld möchte bis zum Frühjahr 2012 einen Bürgerbus für ältere Menschen, Schwerbehinderte und sozial Schwache anbieten (der TV berichtete). Damit ist sie Vorreiter im Eifelkreis Bitburg-Prüm

Arzfeld. "Guten Tag. Ich müsste heute Nachmittag zum Arzt. Könnte mich der Bürgerbus zwischen 14 und 15 Uhr in Krautscheid abholen?", fragt eine ältere Dame am Telefon bei der Verbandsgemeinde Arzfeld. Solche Telefonate könnten theoretisch ab nächstem Frühjahr tatsächlich geführt werden. Bis dahin soll laut Andreas Kruppert, Bürgermeister der VG Arzfeld, die Finanzierung des Projekts stehen.
Als erste VG im Eifelkreis Bitburg-Prüm planen die Arzfelder, einen Bürgerbus einzurichten. Die Unterstützung vom Land ist garantiert. Mit dem Projekt "Bürgerbusse in Rheinland-Pfalz" soll der öffentliche Verkehr in der Region gestärkt werden, ohne bestehenden Buslinien oder Taxiunternehmen das Wasser abzugraben.
"Wir haben mit Miet- und Taxiunternehmen gesprochen, denn wir wollen mit denen nicht in Konkurrenz treten", sagt Kruppert. So werden zum Beispiel keine Krankentransporte übernommen.
Keine Konkurrenz zu Taxis


Generell fährt der Bürgerbus nur innerhalb des VG-Gebiets. Das Angebot richtet sich an ältere Bürger, Menschen mit Behinderung und Geringverdiener. Genutzt werden kann es zum Beispiel für die Fahrt zum Arzt, zur Apotheke oder zum Supermarkt. "Also für Fahrten, für die sich bisher keiner ein Taxi gerufen hat", sagt Kruppert.
Wahrscheinlich an drei festen Tagen in der Woche soll das Angebot abrufbar sein. Koordiniert werden sollen die Fahrten in der VG-Verwaltung. Wer den Bus nutzen möchte, meldet dort seinen Fahrtenwunsch an. Dann wird die Route zusammengestellt, wie der Bus zu fahren hat. Wartezeiten müssen eingeplant werden, dafür wird man vor der Haustür abgeholt und am Zielort abgesetzt.
Ohne Spenden läuft nichts


Bevor der Bus ins Rollen kommt, gilt es aber noch die Finanzierung zu klären. Da der Haushalt der VG Arzfeld defizitär ist, darf für freiwillige Leistungen kein Geld mehr ausgegeben werden. Das Land gibt zwar einen Zuschuss für die Fahrten, für die Anschaffung muss die VG jedoch alleine aufkommen. Die möchte das über Spenden schaffen. "Wir wollen Firmen und Privatleute bitten, sich am Projekt zu beteiligen", sagt Kruppert. Der Fahrgast selbst zahlt voraussichtlich nur einen Obulus von 1,50 bis 2,50 Euro pro Fahrt.
"Das Projekt ist erst mal auf vier Jahre angelegt, dann sehen wir, wie groß der Bedarf ist", sagt Kruppert. Von der Notwendigkeit ist er überzeugt: "Die Infrastruktur bei uns ist dünn, und es gibt immer mehr ältere Menschen. Wir müssen dafür sorgen, dass diese Menschen mobil bleiben." Schon 1966 fuhren ehrenamtlich organisierte Bürgerbusse in Großbritannien. In Deutschland war Nordrhein-Westfalen in den 80er Jahren Vorreiter. Seit den 90er Jahren versuchen mehr und mehr Städte und Gemeinden, Lücken im ÖPNV mit Bürgerbussen zu füllen. In Rheinland-Pfalz fahren derzeit zehn Bürgerbusse, primär im Hunsrück und in der Pfalz. Das Land bezuschusst die gefahrenen Kilometer, nicht aber die Anschaffung des Fahrzeugs. uq