Sperrung in Hermesdorf: Polizei will Raser auf Umleitung blitzen

Sperrung in Hermesdorf: Polizei will Raser auf Umleitung blitzen

Die Vollsperrung der Prümbrücke bei Hermesdorf sorgt für zunehmenden Verkehr auf der Umleitungsstrecke. Doch in Koosbüsch und Wißmannsdorf sind jetzt nicht nur mehr, sondern auch schnellere Autos unterwegs. Wer auf der Umleitung zu viel Gas gibt, könnte demnächst ein Schreiben mit einem kostspieligen Foto, auf dem man sich selbst hinter dem Lenkrad sehen kann, im Briefkasten finden.

Hermesdorf/Wißmanndorf. Seit rund einem Monat laufen die Sanierungsarbeiten der Prümbrücke in Hermesdorf, einem Ortsteil von Wißmannsdorf nahe dem Bitburger Stausee. Der Landesbetrieb Mobilität Gerolstein (LBM) lässt das Bauwerk für das Land in Schuss bringen. Kostenpunkt: 300 000 Euro. Die Brücke über die Prüm bekäme eine neue Deckschicht aus Beton und auch an der Stabilität der Brücke werde gearbeitet, sagt Helmut Barz von der Straßenmeisterei Bitburg. Deshalb ist in Hermesdorf kein Durchkommen mehr in Richtung Bitburg und Trier, weswegen der Verkehr nun über Koosbüsch und Wißmannsdorf umgeleitet wird. Über das "nun deutlich höhere Verkehrsaufkommen" sind die Nachbardörfer aber gar nicht begeistert. "Da die Straße im Ort ganz neu ist", sagt Rudolf Winter, Ortsbürgermeister von Wißmannsdorf, "wird auch nicht wesentlich schneller als zuvor gefahren." Zudem seien einige Verkehrsteilnehmer darauf erpicht, die Zeitverzögerung durch die Umleitungsstrecke, etwa fünf Minuten, durch eine höhere Fahrgeschwindigkeit wieder auszugleichen. "Viele Anwohner in Koosbüsch und Wißmannsdorf haben sich darüber beschwert, dass die Leute zu schnell fahren", sagt Winter. Zudem sei die Ortslage Wißmannsdorf sehr eng und kurvig, weswegen es dort nun schon mehrere brenzlige Situationen mit Fahrzeugen im Gegenverkehr gegeben habe.
Daher hat Winter Vertreter des LBM und der Polizei-Inspektion Bitburg zu einem Ortstermin nach Wißmanndorf bestellt. "Wir haben über das Gefahrenpotential der Umleitung gesprochen und was man verändern kann." Die Polizei habe vorgeschlagen, die Einhaltung der Geschwindigkeit auf der Umleitung über Koosbüsch und Wißmannsdorf, der L 9 und K 68, zu kontrollieren, sagt Winter.
Was sagt man im Ortsteil Hermesdorf, dessen Verkehrsbelastung durch die Baustelle nun rapide abgesunken ist, zu den Sorgen und Nöten der Nachbarorte? "Da wird jetzt genau so schnell gefahren wie vorher in Hermesdorf", sagt Ortsvorsteher Johann Winter.
"Die merken jetzt mal, was wir hier normalerweise an Durchgangsverkehr ertragen müssen: 3000 Autos in 24 Stunden." Alles was aus Richtung Luxemburg, Bickendorf und Arzfeld in Richtung Oberweis, Bitburg und Trier unterwegs sei, passiere Hermesdorf, sagt Winter.
Noch bis Ende Dezember können sich die Hermesdorfer vom sonst üblichen Durchgangsverkehr erholen. Bis dahin sollen die Arbeiten an der Prümbrücke nämlich abgeschlossen sein. cmo