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Spielerischer Umgang mit dem Raum

Spielerischer Umgang mit dem Raum

"Land-schaf(f)t freie Kultur": Eine Künstlergruppe setzt sich spielerisch mit Raum auseinander und schafft in der Galerie am Pi in der Künstlersiedlung Weißenseifen neue ästhetische Dimensionen.

Weißenseifen. Am ersten landesweiten Kulturfestival-Wochenende "Land-schaf(f)t freie Kultur" präsentierte Christiane Hamann in der Galerie am Pi den "Feldversuch 7" der Gruppe Feldkunst. Zu sehen waren Kunstwerke des Architekten und Bildhauers Heinz Cassel (Weißenseifen), des Architekten und Fotografen Rolf Simmerer (Köln und Gerolstein-Roth) und des Malers Fritz Thiel (Hillesheim). Ein- oder zweimal im Jahr zeigen die Mitglieder der Gruppe "Feldkunst", was sie machen, und setzen sich dabei jeweils auch spielerisch mit dem Raum auseinander, in dem sie zu Gast sind - mit der Alten Feuerwache in Köln, der Drahtwarenfabrik in Gerolstein. Oder jetzt beim siebten "Feldversuch" mit der Galerie Pi in der Künstlersiedlung Weißenseifen. Für das Festival-Wochenende - "und nur dafür, denn Vergänglichkeit gehört zu unserem Konzept" - haben Heinz Cassel, Rolf Simmerer und Fritz Thiel die Galerie mit Silofolie verpackt, den Eingang als Tunnel gestaltet und alle Fenster dicht gemacht. "Das Licht setzen wir selbst", erklären sie. Im Eingangsbereich läuft auf der Wand eines eigens errichteten Kubus\' eine Dokumentation über die bisherigen Feldversuche, und es sind Objekte in Rot postiert. Die Auswahl der Werke sei nicht paritätisch, sondern ästhetisch, betonen die drei Künstler.
Der Aufbau sei das eigentliche Experiment, sagen sie. Der Begriff Mischtechnik gewinnt neue Dimensionen: bei Rolf Simmerers "broken pixels", jenen Fotografien mit Defekten, die er sammelt und zu neuen Bildern umgestaltet; bei dem von Heinz Cassel längs aufgeschnittenen Holzstamm, der innen angekokelt und mit Kupferblech kombiniert ist; bei den großformatigen Schieferbildern von Fritz Thiel. Dazu und zum Konzept der Feldversuche passt fantastisch die Glasurmalerei des Galeriegründers Albrecht Klauer-Simonis (1918 bis 2002). Wegstellen oder verpacken sei nicht infrage gekommen, erklären Heinz Cassel, Rolf Simmerer und Fritz Thiel. Es sei als kontrapostisches Element zu ihren eigenen Arbeiten anzusehen. "Wir verneigen uns vor dem großen Künstler und diesem Ausstellungsort mit seiner großen Tradition", sagen sie. bb
"Land-schaf(f)t freie Kultur" ist eine Initiative der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur und Kulturpädagogik sowie des Landesverbandes der professionellen Theater. Diese haben es sich mit dem landesweiten Kulturfestival-Wochenende zur Aufgabe gemacht, Kulturbeiträge in allen Sparten herauszustellen und für ein noch breiteres Publikum zugänglich zu machen. Es beteiligten sich 22 Städte und Gemeinden in Rheinland-Pfalz; die Galerie am Pi in Weißenseifen war einer von 24 Veranstaltungsorten - und der einzige in der Eifel. Info: www.freie-kultur.rlp.de bb Zum Programm der Galerie am Pi und des Förderkreises Symposion Weißenseifen gehören Kurse, die Anleitung auf elementarem Niveau bieten. Zugleich will das Symposion die Teilnehmer bei der Herausbildung ihres individuellen künstlerischen Vermögens fördern. Dialog und Gruppengespräch begleiten das Arbeiten. Auf einem Freigelände im Eifelwald kommen erfahrene Künstler und Laien zusammen, um Werke ihrer eigenen Vorstellung zu schaffen, gemeinschaftliche Projekte zu verwirklichen, zu experimentieren und zu lernen. Kontakt: Förderkreis Symposion Weißenseifen, Am Pi 2, Weißenseifen, Telefon 06594/883, chrihamann@galerie-am-pi.de, www.symposion- weissenseifen.de bb