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Spielplatz für Aufsteiger

Spielplatz für Aufsteiger

Rein ins Gelände, ran an die Steilwand, rauf auf den Baum: Im Stadtkyller Wirfttal wird am Osterwochenende ein Hochseil-Klettergarten eröffnet. Zum abenteuerlichen Freizeitangebot im Wald, auf der Kyll und auf dem Stausee zählen künftig auch Kanufahrten, Radtouren und Überlebens-Trainings.

Stadtkyll. Den Pachtvertrag für das Gelände haben sie passenderweise im Wald unterschrieben: Nikolaus Simon, Ortsbürgermeister in Stadtkyll, und Roland van der Giessen, der niederländische Betreiber des Hochseilgartens.

Die mit Ach und Krach dreistellige Pachtsumme sei eher symbolisch zu verstehen, sagt Simon. "Uns geht es ja darum, dass wir hier eine zusätzliche touristische Attraktion haben."

Von einem "Glücksfall" durch das neue Angebot spricht deshalb auch Andreas Wisniewski, Geschäftsführer des Verkehrsvereins Oberes Kylltal. "Stadtkyll hat jedes Jahr 70 000 Gäste, aber dieser Bereich wurde bislang noch kaum genutzt." Es sei denn von Spaziergängern, die durch das Waldstück oberhalb von Ferienpark, Freibad und Haus am See streifen. Jetzt dürfen sie sich dort auch von Baum zu Baum hangeln. Oder, direkt an der Fahrradstation beim Landal Green Park, in die Steilwand steigen.

Gefährlich sei das nicht, sagt Roland van der Giessen. "Wir sind vom TÜV zertifiziert." Mitmachen könne im Prinzip jeder. Einschränkung: Man muss mindestens 1,50 Meter groß sein. An jeder Station kümmern sich Betreuer um die per Zusatzleine gesicherten Kletterer. Einer der sportlichen Helfer ist Willem van de Ruit: "In der Hochsaison sind wir hier acht bis zehn Leute", sagt er. Dann könne man pro Station mit zwei Betreuern arbeiten.

Rund 40 000 Euro hat van der Giessen in Stadtkyll investiert - für die fünf Stationen des Hochseilgartens, für Ausrüstung (niemand kommt ohne Helm und Schutzkleidung in die Seile), für Kanus und weitere Sportgeräte und für seine "Basisstation" in Stadtkyll: einen ganzjährig gemieteten Bungalow im Ferienpark. Von dort aus kann man dann demnächst auch zu Wildwasser-Fahrten auf der Kyll starten oder zu Nacht- und GPS-Wanderungen. Außerdem im Angebot: Floßbauen, Überlebenstrainings oder Bogenschießen. Apropos Schießen: Es habe, sagen Simon und Wisniewski, auch eine Anfrage für die Einrichtung einer "Paintball"-(Farbball)Anlage gegeben. Dabei machen zwei gegnerische Teams Jagd aufeinander und ballern mit Farbpistolen auf die Kontrahenten. "Aber das wollten wir nicht," sagt Simon. Dann lieber klettern: Ab Ostersamstag (11. April) ist der Hochseilgarten zu ermäßigten Preisen eröffnet, die ersten Gäste können um 10 Uhr angeseilt werden. Danach: Floßbauen, Bootsfahrten auf dem Stausee und andere aktionshaltige Angebote.