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Spinnenfrau, Liebestango und Salto Mortale

Spinnenfrau, Liebestango und Salto Mortale

Nicht nur die Premiere im Zirkus Charles Knie am Freitagnachmittag ist ausverkauft: Mehr als 9000 Zuschauer haben die Vorführungen an den drei Tagen in Prüm besucht. Das Publikum zeigte sich vom neuen Programm begeistert und spendierte den Artisten reichlich Applaus. Nur wenige demonstrierten vor der Vorstellung dagegen, dass der Zirkus auch mit Tieren arbeitet.

Prüm. Im Zirkuszelt ist es dunkel. Manchmal raschelt eine Popcorntüte. Kinder schwenken bunt leuchtende Glasfasern. Die achtköpfige Kapelle spielt eine Fanfare, der Vorhang öffnet sich, und fünf Balletttänzerinnen bewegen sich anmutig zur Musik.
Mit einem Paukenschlag galoppieren sechs schwarze Pferde in die Manege. Der polnische Dompteur Marek Jama zeigt eine rasante Dressurnummer. Später gesellen sich Kamele, Zebras und Shetlandponies dazu. Während das Zirkusballett zur Musik tanzt, reitet Jama auf einem Pferd zu Cancan-Musik.
Kampf in der Badewanne


Unheimlich wird es, als Nebelschwaden durch das Zirkusrund wabern. Schwarz gekleidet taucht Priscilla Errani vor einem silber glänzenden Spinnennetz auf. Ihr Partner Elvis wirft ihr immer mehr Hula-Hoop-Reifen zu - sie lässt sie gekonnt um Hüfte, Hals und Arme rotieren, befreit sich immer wieder aus dem Reifen-Kokon.
André ist nicht nur ein Pausenclown. Pantomimisch fordert er die Zuschauer zum Windmachen auf, damit er seinen Drachen steigen lassen kann. Seinen Kampf mit dem Hai in der Badewanne kann er zur Erleichterung des Publikums am Ende gewinnen.
Der Liebestango des Artistenpaares Yves & Ambra entführt die Zirkusbesucher wieder in die Welt des Varietés. Immer wieder schweben sie um das Zirkusrund an seidenen Tüchern. Atemberaubend auch die brasilianische Trapeztruppe Flying Costa. Zu Sambamusik zeigen sie Pirouetten und den dreifachen Salto Mortale. Während des Trommelwirbels ist es im Zelt mucksmäuschenstill. Sobald die Nummer abgeschlossen ist, gibt es tosenden Beifall für die Artisten.
Am Ende der Vorführung strahlen die Artisten und die Zuschauer. Das Ziel, dem "hochverehrten Publikum unvergessliche Stunden" mit der Show zu geben, ist erreicht. "Die Premiere war perfekt", sagt Sascha Grodotzki, Pressesprecher des Zirkus Charles Knie.
Während Programm und Choreographie bei den Zuschauern im Zirkuszelt gut ankamen, bringen einige wenige Aktivisten vor dem Zelt ihren Protest zum Ausdruck: Unter den Scheibenwischern der geparkten Autos klemmen sie während der Vorstellung Flugblätter. Auf ihnen fordern sie, "wilde Tiere" aus dem Zirkus zu verbannen. Gefangene Tiere würden zu Unterhaltungszwecken in der Manege missbraucht, schreiben die Tierschützer, die aber anonym bleiben. "Jeder kann sich jederzeit davon überzeugen, dass wir unsere Tiere artgerecht halten", wehrt sich Zirkus-PressesprecherGrodotzki gegen die Vorwürfe. "Wir lehnen Verträge mit Dompteuren ab, die nicht bereit sind, sich an die gesetzlichen Vorgaben zu halten.
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