Sport, Spaß, Sonne und Schauer

Durchwachsenes Wetter, mittelmäßiger Besuch, gut gelaunte Teilnehmer: Die mittlerweile elfte Auflage des Raderlebnis-tags "Kylltal aktiv" auf der autofreien Strecke zwischen Gerolstein und Malberg lockte nur noch 4000 Teilnehmer an. Diejenigen, die dabei waren, aber hatten wieder viel Spaß.

Gerolstein/Kyllburg. Radeln (oder skaten) auf autofreien Straßen, durch herrliche Natur, entlang so mancher Sehenswürdigkeit und mit Rastmöglichkeiten in jedem Dorf: Der Reiz, der von Kylltal aktiv, dem ältestens Raderlebnistag in der Eifel ausgeht, ist nach wie vor da. Nur: Die Konkurrenzveranstaltungen sind mittlerweile auch in der Eifel so zahlreich geworden, dass ein Besucher etwa von der Prüm oder der Nims nicht mehr unbedingt nach Gerolstein kommt, sondern lieber vor der Haustür radelt. Und das ist deutlich zu spüren.

Während in den Anfangsjahren noch bis zu 20 000 Besucher auf die rund 28 autofreien Kilometer zwischen Gerolstein und Malberg drängten, halbierte sich in den Folgejahren die Teilnehmerzahl, einige Veranstaltungen fielen auch buchstäblich ins Wasser. Gestern waren es noch annähernd 4000 Teilnehmer. Das hatte zumindest am Nadelöhr zwischen Densborn und St. Thomas, wo wegen der Straßenbauarbeiten alle über den Radweg mussten, den Vorteil, dass es nicht zu eng wurde. Polizei und Rettungskräfte sprachen unisono von einem ruhigen Tag (siehe Extra).

Auch der Dauerregen gestern früh wird so manchen potenziellen Besucher davon abgehalten haben, das Rad auf den Anhänger zu packen und ins Kylltal zu kommen.

Diejenigen, die trotzdem dabei waren, hatten wieder viel Spaß und durchaus passables Radlerwetter. Bis auf einen weiteren Schauer am Nachmittag blieb es trocken, und es schien auch immer mal wieder die Sonne. Wer sich auskennt, hat ohnehin die passende Kleidung dabei. So wie Dieter und Thea Wiesen aus Jünkerath, die Regenjacken trugen und sagten: "Das gehört dazu, wenn man in der Eifel Fahrrad fährt." Jan und Lucy Ophof aus Gilze-Rijen, der niederländischen Partnerstadt von Gerolstein, machen das seit Jahren: "Das ist unsere zehnte Teilnahme bei Kylltal aktiv. Uns macht das immer sehr viel Spaß, weil die Leute an diesem Tag immer gut gelaunt sind." Und die schöne Natur im Kylltal müsse man ja nicht gesondert erwähnen, meinen die Ophofs, die seit mehr als einem Vierteljahrhundert regelmäßig in die Region kommen. Wieder mit dabei waren auch etliche Familien, teilweise noch mit sehr jungen Nachwuchsfahrern, die sich nach Kräften abstrampelten oder hier und da von Vati angeschoben wurden. Denn auch das macht den Reiz von Kylltal aktiv aus: Der Rückweg ist bequem per Bahn möglich. EXTRA

Die elfte Auflage von Kylltal aktiv war für die Rettungskräfte eine der ruhigsten. Für die Polizei, die mit rund 20 Kräften im Einsatz war (darunter einige per Rad oder mit Inline-Skates), sagte Willi Hoffmann von der Polizeiwache in Gerolstein: "Es gab keinerlei Vorfälle auf der Strecke." Ärgerlich sei aber gewesen, dass sich zahlreiche Autofahrer nicht an die Straßensperrungen gehalten haben. Auch das Deutsche Rote Kreuz, das mit rund 60 Kräften im Einsatz war, erlebte einen laut Organisationsleiter Winfried Kleis "ganz, ganz ruhigen Tag". Hier und da sei einmal ein Pflaster geklebt oder der Blutdruck gemessen worden, "Sturzunfälle hatten wir aber nicht, und auch mit übermäßiger Sonne gab es keine Probleme". Die Feuerwehren in den beiden Landkreisen waren mit gut zwei Dutzend Kräften im Einsatz. (mh)