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Sportler reisen zu besonderen Spielen

Sportler reisen zu besonderen Spielen

Die Wettkampfteilnehmer der St.-Martin-Schule in Bitburg haben lange auf diesen Moment gewartet - für sie geht es zu den Special Olympics. Rund 5000 Teilnehmer nehmen in dieser Woche in Düsseldorf an der größten Sportveranstaltung für geistig behinderte Menschen teil.

Bitburg. Die St.-Martin-Sonderschule hat ihre Special Olympics-Teilnehmer in einer feierlichen Veranstaltung mit den Familien und Freunden vor der Fahrt nach Düsseldorf verabschiedet. Die Förderschule freut sich, dass sie und damit die Stadt Bitburg in Düsseldorf bei dem Wettkampf vertreten ist. Sie entsendet eine elfköpfige Basketballmannschaft, sechs Tischtennisspieler und zehn weitere Teilnehmer für das wettbewerbsfreie Programm zu den Spielen.
Obwohl es sich um einen Abschied handelt, lagen Vorfreude und Aufregung in der Luft. Während der Feier werden Videos und Fotos aus dem Training gezeigt, dazu läuft unter anderem das Special Olympics-Lied "10 000 people", die Schüler klatschen und tanzen mit. Betreuer André Rieger, der die Eröffnungsrede hält, freut sich ebenso auf die Olympics wie die Sportler: "Es war und wird anstrengend, aber wir freuen uns sehr auf die Woche". Der Bitburger Bürgermeister Joachim Kandels und Schulleiterin Regina Mannitz wünschen den Teilnehmern viel Glück und viel Spaß. "Ich bin stolz, dass ihr unsere Stadt vertretet", sagt der Bürgermeister. Mannitz fügt hinzu: "Medaillen gewinnen ist eine ganz tolle Sache, aber das Wichtigste ist, dass ihr euer Bestes gebt. Wenn ihr zurückkommt, ob mit oder ohne Medaille, dann feiern wir euch."
Das St.-Willibrord-Gymnasium stellt den Teams drei freiwillig teilnehmende Schüler zur Seite, die die Mannschaften unterstützen, diese bilden das Unified Team (siehe Extra). Alle Sportler tragen blaue Trainingsanzüge, auf denen ihr Teamname steht. Auch das Haus der Jugend (HdJ) unterstützt die St.-Martin-Mannschaft. HDJ-Leiter Gerd Wanken ist in Düsseldorf zur Unterstützung dabei. bmauExtra

Das Event der Special Olympics ist die größte internationale Sportveranstaltung für Menschen mit geistiger Behinderung und Mehrfachbehinderung. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat sie offiziell anerkannt. Im Jahr 2011 nahmen rund vier Millionen Sportler aus 170 Ländern an den internationalen Spielen teil. Gegründet wurde die Organisation im Jahre 1968 von Eunice Kennedy Shriver, deren Schwester, Rosemary Kennedy, die behindert war. Beteiligen können sich Förderschulen, Werkstätten, Vereine, Gemeinden und Privatpersonen. Offizielle Disziplinen der Special Olympics sind unter anderem Schwimmen, Volleyball, Tennis, Leichtathletik, Basketball, Judo oder Pferdesport. Das sogenannte Special Unified Programm bringt außerdem behinderte und nicht behinderte Sportler zusammen, indem die Teams gemischt am Wettbewerb teilnehmen. Die Teilnehmer, die nicht behindert sind, bilden das Unified Team der jeweiligen Mannschaft. Die Organisation soll das Thema der Akzeptanz und Integration von behinderten Menschen in den Vordergrund rücken, um ein Miteinander zu fördern. bmauExtra

Mike Holmach (17) aus Bitburg trainiert seit sechs Jahren im Basketballteam, beim Üben wirft er am liebsten Dreier, ist froh über die Spieler des Unified Teams. Natascha Gertig (18) aus Speicher ist seit drei Jahren im Training, spielt im Basketballteam, freut sich über die Unterstützung der Schüler des Gymnasiums, beim Trainieren macht ihr einfach alles Spaß, weil man sehr viel Neues lernt. Nathalie Ampütte: war in drei Jahren Training schon in Tischtennis und Basketball und ist jetzt in Tanzen und Leichtathletik, am liebsten macht sie Lauf- und Leichtathletikübungen. Marcel Grün (15), Unified Team, aus Bitburg trainiert seit Oktober mit der St.-Martin-Mannschaft im Basketball, ist froh über neue Erfahrungen in der gemischten Mannschaft und findet Abwechslung im leicht abgeänderten Spielstil. bmau