Sprengung beschäftigt Kreisausschuss

Sprengung beschäftigt Kreisausschuss

Im Steinbruch der Firma Köppen in Waxweiler wurde am 12. April gesprengt. Es sei über Gebühr stark gewesen, sagen Anwohner, die Schäden an Haus und Hof beklagen. Ob wirklich die zulässigen Grenzen überschritten wurden, soll im Dezember im Kreisrechtsausschuss geklärt werden.

Waxweiler. In der Wohnung einer Frau haben die Gläser im Schrank geklirrt, bei Dietmar und Thea Lothmann, unmittelbare Anwohner des Steinbruchs bei Waxweiler, hat das Haus gewackelt. So stark sei die Erschütterung gewesen, dass sich sogar in Garage und Badezimmer Risse gebildet haben, sagt Dietmar Lothmann. Auch in der Straße vor seinem Haus sei ein Riss entstanden, den es vorher nicht gegeben habe.

Erweiterung des Steinbruchs wurde genehmigt



Dietmar Lothmann hat bei der Kreisverwaltung (KV) Bitburg-Prüm Widerspruch gegen weitere Sprengungen eingereicht und fordert vom Steinbruch-Betreiber Schadenersatz. Gegen ihn geklagt hat er jedoch noch nicht. Auch sein Nachbar Hans-Josef Tautges hat sich bei der Firma Köppen beschwert. Vor seinem Haus sei aufgrund der Sprengung das Pflaster abgesackt, sagt er. Damit der Schaden reguliert werden kann, soll er ein geologisches Gutachten besorgen.

Die Firma Köppen hatte im vergangenen Jahr bei der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm einen Antrag gestellt, den Steinbruch in Waxweiler erweitern zu dürfen. Die Genehmigung wurde Mitte Dezember erteilt. Bei der Sprengung im April habe es jedoch mehrere Verstöße gegen die Genehmigung gegeben, teilt die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord mit. Dies habe man zwecks Verfolgung und Ahndung der KV mitgeteilt. Die hat daraufhin ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Im Dezember soll der Fall im Kreisrechtsausschuss verhandelt werden.

Davon abgesehen darf die Firma Köppen seit dem 27. Oktober wieder im Steinbruch sprengen. Köppen habe sich selbstverpflichtend bereiterklärt, noch strengere Auflagen zu akzeptieren, sagt Richard Schons vom Amt für Bauen und Umwelt der KV.

Von einem Verstoß gegen die Auflagen im April will Hermann Köppen, Geschäftsführer der Firma Köppen, nichts wissen. "Wir haben weder selbst gesprengt noch gebohrt", sagt er. Das mache eine Spezialfirma für ihn. Nach der Beschwerde der Familie Lothmann habe er sich zusammen mit einem Sachverständigen seiner Versicherung die angeblich durch die Sprengung verursachten Schäden angesehen.

Firma gegen Sprengschäden versichert



Köppen: "Es gab keinen Riss, der aus dieser Sprengung datieren kann." Da die Familie Lothmann immer wieder über Schäden klagt, die durch Sprengungen entstanden sein sollen, habe er angeboten, alle Risse sanieren zu lassen, um beobachten zu können, ob nach erneuten Sprengungen Schäden entstehen. Das habe Dietmar Lothmann abgelehnt mit der Begründung, er sei Maurer und wolle stattdessen lieber Geld haben, um selbst die Schäden zu beheben. Die Forderungen hätten in einem fünfstelligen Bereich gelegen. Um in dieser Höhe entschädigen zu können, habe die Versicherung ein Gutachten verlangt, das Lothmann bisher nicht vorgelegt habe. "Wir sind gegen Sprengschäden versichert. Wenn er nachweist, dass es sich bei seinen Rissen um solche Schäden handelt, werden wir das regulieren", sagt Köppen.

ExtraSteinbruch Waxweiler: Die Firma Hermann Köppen Ingenieur-Bau GmbH und Co. KG mit Hauptsitz in Bitburg stellt nach eigener Auskunft ihre benötigten Baustoffe durch eigene Produktionsanlagen her. Im Steinbruch Waxweiler wurde 1953 die erste mobile Brechanlage aufgestellt. Gewonnen werden dort Schotter und Splitte für den Straßenunterbau. Die Anlage wurde stetig ausgebaut. Später wurde sie durch eine stationäre Brechanlage ersetzt, die zerkleinertes Material weiterverarbeitet. Zu Beginn der 60er Jahre wurde eine Vorbrechanlage installiert, die das gesprengte Material zerkleinert. (sn)