Stadt Bitburg beauftragt Verkehrszählung

Verkehr : Woher? Weshalb? Wohin?

Im Auftrag der Stadt Bitburg arbeitet ein Ingenieurbüro aus Koblenz an einem neuen Verkehrsentwicklungsplan. Bis Ende dieser Woche laufen für die Entwicklung des Papier noch Verkehrsbefragungen.

Der Polizist streckt seinen linken Arm mit der Kelle aus. Eine kleine Kolonne von Fahrzeugen hält an, und sechs Menschen, ausgestattet mit gelben Westen, Kugelschreibern und Klemmbrettern, setzen sich in Bewegung. Jeder Fahrzeugführer, egal ob er mit Auto, Laster, Moped oder Fahrrad unterwegs ist, wird befragt: Wo wurde die Fahrt gestartet, was ist das Ziel und ist die Fahrt beruflich oder privat? Das war‘s dann auch schon. Sind die Fragen beantwortet, verschwindet die Kelle des Polizisten hinter seinem Rücken und die Verkehrsteilnehmer können weiterfahren.

Seit gut einer Woche laufen diese Verkehrsbefragungen an wechselnden Standorten auf Bitburgs Zufahrtstraßen. Sie sind Teil des Verkehrsentwicklungsplans, den das Koblenzer Ingenieurbüro Vertec für die Stadt erstellt. „Wir haben insgesamt zehn Stellen, an denen wir diese Befragungen durchführen“, erklärt Vertec-Mitarbeiter Patrick Berens. Und bis Ende dieser Woche sollen diese Erhebungen laut Berens abgeschlossen sein. Darüber hinaus gebe es noch mehr als 40 automatisierte Messungen, fügt er hinzu. Diese sollen noch bis zum Beginn der Herbstferien laufen.

Danach sollen die gesammelten Daten ausgewertet werden, sodass am Ende ein Konzept entsteht, das neben dem motorisierten Individualverkehr auch den ÖPNV und nicht zuletzt auch die Radfahrer und Fußgänger berücksichtigt. Mit einfließen in diesen umfassenden Verkehrsentwicklungsplan wird auch das Verkehrskonzept für den Bedaplatz und den Bereich der geplanten Bit-Galerie, dem der Stadtrat Anfang des Jahres zugestimmt hatte (der TV berichtete).

Beim Mobilitätskonzept spielt auch der Klimaschutz eine Rolle. Das sei nicht neu, erklärt Berens, doch habe sich in den vergangenen Jahren angesichts der Diskussionen um den Klimawandel die Schwerpunktsetzung der Kommunen durchaus verändert. ÖPNV und Radverkehr würden bei Diskussionen und Entscheidungen zur Mobilität inzwischen durchaus stärker berücksichtigt als früher.

Eine andere Diskussion, nämlich die um den Datenschutz, hat dafür umso weniger Einfluss – zumindest was die Befragung der Verkehrsteilnehmer betrifft. „Interessanterweise sind die Leute heute noch genauso auskunftsfreudig wie vor zehn oder 15 Jahren“, sagt Berens. Dass Verkehrsteilnehmer sich weigerten, die Fragen zu beantworten, komme nur sehr selten vor. „Wir fragen ja auch wirklich nur nach Start, Ziel und Zweck der Fahrt“, sagt der Ingenieur. Ergänzend dazu werde dann lediglich noch notiert, um welche Art von Verkehrsmittel es sich bei der jeweiligen Befragung handelt. Kennzeichen oder sonstige personenbezogene Daten würden bei der Befragung nicht erfasst.

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