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Stadt Bitburg übernimmt im Herbst Vermarktung der Stadthalle

Kostenpflichtiger Inhalt: Infrastruktur : Stadt Bitburg übernimmt im Herbst Vermarktung der Stadthalle

Ab Oktober wird die Stadt die Bitburger Stadthalle selbst vermarkten. Ziel ist es, die Einrichtung für Veranstalter wieder attraktiver zu machen.

Das Virus sorgt für Einschränkungen. Auch bei Tabaluga. Eigentlich wollte der kleine Musical-Drache am 27. März in die Bitburger Stadthalle kommen. Doch daraus wird nichts. Die Veranstaltung wurde abgesagt. Dass dazu auf der Internetseite der Bitburger Stadthalle (noch) nichts zu lesen ist, hat mit Corona eher weniger zu tun. Die Öffentlichkeitsarbeit der Stadthalle ist zumindest auf der Homepage des dafür zuständigen Pächters eine insgesamt eher zurückhaltende Angelegenheit.

In der Rubrik „Aktuelles“ finden sich nur zwei Beiträge. Der jüngere der beiden ist zwei Jahre alt und bezieht sich auf ein Höhner-Konzert. Die andere Aktualität stammt vom Dezember 2016. Darin wird angekündigt, dass die Stadthalle ab Oktober 2017 von der Firma Schneider Promotion & Transport GmbH aus Speicher gepachtet wird. „Ziel der Stadt ist es, dass die Bitburger Stadthalle auch weiterhin als ,Halle für alle‘ ein großes Spektrum an Veranstaltungen bietet und von möglichst vielen Menschen besucht wird“, heißt es dazu in einer verlinkten Pressemitteilung der Stadt.

Wie es scheint, wurde dieses Ziel nicht ganz erreicht. Denn der Stadtrat hat kürzlich einstimmig beschlossen, das bisherige Betreibermodell zu beenden. Ab 1. Oktober dieses Jahres wird die Stadt beziehungsweise die dafür zuständige städtische Betriebs- und Verwaltungsgesellschaft Bitburg (BVB) die Vermarktung der Halle selbst übernehmen. An den Details der zukünftigen Bewirtschaftung müsse noch gearbeitet werden, erklärt dazu BVB-Geschäftsführerin Elfriede Grewe. „Wir werden aber demnächst gezielt Mitarbeiter suchen, die sich dann um alles kümmern sollen“, fügt sie hinzu.

Die Formel, nach der die Stadthalle zukünftig bewirtschaftet werden soll, ist recht simpel: weniger Kosten und dafür mehr Veranstaltungen. Genau daran hakt es derzeit. Die Stadthalle ist bei weitem nicht ausgelastet, was nicht zuletzt auch an den hohen Kosten für die Nutzung liegt. Mit dem Wechsel des Pächters im Oktober 2017 wurden nämlich auch die Preise drastisch angezogen. Was wiederum dazu führte, dass Veranstalter, die vorher in der Stadthalle waren, inzwischen auf andere Austragungsorte ausgewichen sind (der TV berichtete).

Für die Stadt ist das gleich doppelt ärgerlich, weil sich viele ihrer Bürger die „Halle für alle“ nicht leisten können, die Stadt aber gleichzeitig mit den Pachteinnahmen noch nicht einmal ansatzweise das jährliche Defizit ausgleichen kann. Nach Auskunft der Stadt liegen die Pachteinnahmen bei jährlich 12 000 Euro. Darüber hinaus wurde mit dem Pächter ein Nutzungskontingent ausgehandelt. Die Stadt zahlt jährlich 60 000 Euro, bekommt dafür die Halle für 40 Veranstaltungen zur Verfügung gestellt. Insgesamt aber kostet die Stadt die Halle, nicht zuletzt auch aufgrund der jährlichen Abschreibungen, weitaus mehr. Unterm Strich liegt das jährliche Defizit bei 250 000 Euro.

Dass die Stadt nun mit dem Verzicht auf einen Pächter aus dem BVB-Betriebszweig Stadthalle ein rentables Unternehmen machen wird, ist eher unwahrscheinlich – und darüber hinaus auch gar nicht die Absicht. Vielmehr gehe es darum, einen gesunden Mittelweg zwischen Wirtschaftlichkeit und Auslastung zu finden, erklärt die Geschäftsführerin des städtischen Tochterunternehmens.

Die vor gut zehn Jahren eröffnete Stadthalle müsse für Vereine, Bürger und sonstige Veranstalter wieder attraktiver werden, so Grewe. „Es soll wieder mehr Leben in die Halle kommen.“