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Stadt Bitburg vergibt ersten Auftrag zur Modernisierung des Radnetzes

Stadtentwicklung : Bitburg rüstet sich für die Verkehrswende

Bis 2023 soll Bitburg fit für den Radverkehr gemacht werden. Vor knapp einem Jahr hat der Stadtrat ein neues Konzept beschlossen, das 126 Bauprojekte umfasst. Die ersten sechs werden nun so schnell es geht umgesetzt.

Bitburg Ob aus Norden, Süden, Westen oder Osten, die Kreisstadt Bitburg ist mit dem Fahrrad dank eines dichten Radwege-Netzes gut erreichbar. Besonders Touristen schätzen das dichte Geflecht, das die vielen verschiedenen Teile der Eifel gut miteinander verbindet. Die Ernüchterung folgt für Radfahrer dann aber spätestens, wenn sie die Bitburger Stadtgrenze erreichen. Vorhandene Wege sind nicht gerade im besten Zustand, manche Enden abrupt oder werden gar von Hindernissen versperrt. Das soll sich nun aber ändern, und zwar richtig schnell.

Mitte vorigen Jahres hat der Bitburger Stadtrat entschieden, dass die Situation nicht mehr zeitgemäß ist und ein neues Radverkehrskonzept beschlossen. Fast exakt ein Jahr später wurde nun das erste Maßnahmenpaket beauftragt – obwohl noch eine letzte wichtige Förderzusage fehlt. „Die Zusage auf Förderungen durch das Sonderprogramm „Stadt und Land“ steht noch aus“, teilt die Verwaltung in ihrer Beschlussvorlage mit, das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium habe aber den vorzeitigen Baubeginn für den Bereich „Ausbau auf vorhandenen Wirtschaftswegen“ genehmigt. Dementsprechend konnte nun vom Stadtrat nach bereits gelaufener Ausschreibung auch der erste Bauauftrag vergeben werden. Die ersten Teilstücke im Stadtgebiet sind derweil aber übrigens schon saniert.

Thomas Mutsch (CDU) wunderte sich, dass er bereits über einen Weg gefahren ist, der in der Stadtratssitzung thematisiert wurde, obwohl er bereits saniert wirkt. „Ich war Sonntag Fahrradfahren von Masholder bis zur Kolmeshöhe und war ganz begeistert und fuhr über einen neu geteerten Feldweg. Später las ich dann erst die Vorlage und merkte, dass es um Dinge geht, die wir heute erst beschließen“, sagte er und bat um eine Erklärung.

Ralf Mayeres von der Stadtverwaltung brachte Licht ins Dunkel. Es sei der Mischung der Zuständigkeiten geschuldet: „Der asphaltierte Radweg gehört zum Aufgabenfeld des LBM und schließt an die Kolmeshöhe an. Dort oben bewegen wir uns im Bereich gleich vieler verschiedener Träger. Teilstücke sind also schon gemacht, andere wiederum noch nicht. In Richtung Masholder zum Beispiel ist wie beschrieben aber alles schon asphaltiert.“ Manfred Böttel (FBL-Fraktionsvorsitzender) konnte noch ergänzen: „Es geht um einen Weg der gebaut wurde um den Friedhof Kolmeshöhe besser anzubinden, bevor oben eine Brücke abgerissen wird.“

Bitburgs Bürgermeister Joachim Kandels begrüßt die neue Situation an der Kolmeshöhe: „Ich bin froh, dass es nun diesen Weg gibt. Er garantiert eine bessere Anbindung nach Süden.“ Dort sei ja auch eine neue Parkgelegenheit geschaffen worden, die eine Verbesserung in Sachen Barrierefreiheit sei.

Mit der nun beschlossenen Beauftragung wird jetzt das erste Bündel an Sanierungen angepackt. Es heißt lapidar „Ausbau auf vorhandenen Wirtschaftswegen“ und umfasst sechs Abschnitte. Dazu gehören der erwähnte Radweg am Friedhof Kolmeshöhe, aber auch die Wirtschaftswege zwischen Matzen und der L 32, der Flugplatzstraße und Mötsch, der Bitburger Straße und Mötsch sowie in der Straße „Auf dem Monental“.

Dieser erste Programmabschnitt kostet 524.602,66 Euro. Insgesamt 14.500 Quadratmeter Fläche werden dafür instandgesetzt. Übrigens gibt es hier mal eine wirklich gute Nachricht. Während das Kölner Planungsbüro VIA die Kosten für alle sechs Streckenabschnitte auf 788.120 Euro einschätzte, liegt der nun vereinbarte Preis stolze 33 Prozent niedriger. Und noch eine weitere finanzielle Erleichterung steht in Aussicht: Entgegen der Haushaltsplanung für das Jahr 2022 geht die Verwaltung nicht mehr von einer Förderung von bis zu 80, sondern 90 Prozent aus. Die Finanzierung und auch die Kreditgenehmigung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD)  sei damit gesichert, merkt die Verwaltung an.

Die Arbeiten werden in einem ersten Schritt die Optimierung der Fahrbahndecke in den Blick nehmen.  Asphaltschichten werden mit einem Bindemittel besprüht, dass die Haftfähigkeit verbessern soll. Besonders auf den Wirtschaftswegen sollen Unebenheiten mit neuen Asphaltschichten ausgeglichen werden, um anschließend neue acht Zentimeter dicke Tragschichten aufzubauen. Auf sie werden dann  drei Zentimeter starke Asphaltdeckschichten aufgebracht. Sind die neuen Radstrecken dann neu gedeckt, kann die Angleichung der Bankette beginnen.

Das Radverkehrskonzept, es wurde im August 2021 vom Stadtrat beschlossen, umfasst 126 Einzelprojekte. Sie sollen bis 2023 umgesetzt werden, der  Kostenrahmen beträgt 4,2 Millionen Euro. Im Etat 2022 sind  2.029.800 Euro eingeplant.