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Stadt Bitburg will drei Spielplätze schließen

Stadt Bitburg will drei Spielplätze schließen

Als der erste Entwurf des neuen Spielplatzkonzeptes im Mai 2014 vorgestellt wurde, rumorte es im Stadtrat gewaltig. Bürger protestierten gegen die drohende Schließung von Spielplätzen. In einem Arbeitskreis wurde weiter beraten. Heute Abend entscheidet der Stadtrat über den neuen Entwurf und das Spielangebot in der Stadt.

Bitburg. Mittwochnachmittag, 15 Uhr: Auf dem Bitburger Kinderspielplatz in der Straße Auf Arxt wiegt die Korbschaukel verlassen im Wind. Von Kindern, die im Sandkasten buddeln, oder Eltern, die im Schatten unter den Bäumen einen Plausch halten, fehlt jede Spur.

Fakten: Wie dort ist auch auf den Plätzen an der Clara Viebig Straße, Sperberwäldchen, Metzwieschen und der Allensteinerstraße meist der Hund begraben. Unter den 38 Spielplätzen der Stadt wird dort - wie Zahlen belegen (siehe Extra) - am wenigsten gespielt. Denn an sechs Tagen wurden auf diesen Flächen insgesamt nur vier spielende Kinder gezählt. "Kinder gehen meist nicht zu den nahe gelegenen sondern zu den attraktivsten Spielplätzen", sagt Bauhofleiter Ralf Mayeres.

Schließungen: Aus den stichpunktartigen Messungen will die Stadt nun ihre Konsequenzen ziehen. Zwar sollen nicht - wie noch im Mai 2014 vorgeschlagen - acht, sondern nur noch drei Anlagen ganz geschlossen werden: Metzwieschen, Auf Arxt, Sperberwäldchen und ein Teil in der Rethelerstraße. Doch auch dieser neue Entwurf des Spielplatzkonzeptes, über den der Stadtrat heute Abend entscheidet, war keine leichte Geburt.
Seit Mai 2014 gab es mehrere Termine, bei denen die Bürger vor Ort ihre Meinung zu den geplanten Schließungen äußern konnten. Zudem wurde ein Arbeitskreis gegründet, der Vorschläge aus der Bevölkerung in das neue Konzept eingearbeitet hat. Doch auch wenn die geplanten Flächen wegfielen, sagt Mayeres, seien aus allen Stadtgebieten noch Spielplätze im Umkreis von meist 300 Metern, in Ausnahmefällen auch 400 Metern, erreichbar.
Verbesserungen: Mit der Schließung und dem Verkauf der dann geschlossenen Flächen hofft die Stadt auf einen Erlös von 360 000 Euro. "Damit wollen wir die übrigen Spielplätze aufwerten - Qualität statt Quantität", sagt Mayeres. Vor allem profitieren vier der fünf Schwerpunktspielplätze: Mozartstraße, Indianerspielplatz, Südschule und Maximiner Wäldchen. Neue Spielgeräte, Wege zum Dreiradfahren, gepflasterte Flächen und Ruhebänke für die Eltern: "Wir möchten die Anlagen verschönern und zu Plätzen umgestalten, wo man sich gerne trifft", so Mayeres.
Doch wie genau, das sollen die Bürger entscheiden. Wenn der Stadtrat das neue Konzept befürwortet, sollen bereits nach den Sommerferien Workshops starten, in denen sich jedermann einbringen kann.
"Wir hoffen auf eine große Bürgerbeteiligung. Denn auf die Dinge, die man selber geplant hat, passt man auch besser auf", sagt Mayeres. Doch nicht nur die Denker und Planer, sondern auch wer in Eigenleistung mit anpacken will, ist herzlich willkommen, so Mayeres.

Mit der Zeit gedacht: In Zukunft, so Mayeres, werde die Stadt in zukünftigen Neubaugebieten Spielplätze nur noch auf Zeit errichten. "Wenn man sich Neubaugebiete nach 20 Jahren anschaut, wohnen dort kaum mehr Kinder", so Mayeres.
Deshalb werde man neue Spielplätze dort nur noch für einen Zeitraum von 15 Jahren betreiben und die Flächen danach anders nutzen.Extra

Der kaum bespielte Platz Auf Arxt soll geschlossen und verkauft werden. Die gut erhaltenen Spielgeräte ziehen auf andere Plätze um. Foto: (e_bit )
30 000 Euro kostet die Instandhaltung der Spielplätze pro Jahr. Foto: (e_bit )

Die Stadt unterhält für die 1800 Kinder unter 14 Jahren derzeit 38 Spielplätze auf einer Fläche von fünf Hektar. Dafür schlagen im Jahr 30 000 Euro Instandhaltungskosten zu Buche. Der mit Abstand attraktivste und meist genutzte Spielplatz heißt Schleifmühle. Während der Frequenzmessung an sechs Stichtagen spielten dort insgesamt 210 Kinder. Auf Platz zwei landete mit großem Abstand der Spielplatz Mozartstraße mit nur 32 Kindern gefolgt von dem Indianerspielplatz mit 25 jungen Besuchern auf Platz drei. cmo