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Stadt entscheidet über Zukunft des Bahnhofs

Stadt entscheidet über Zukunft des Bahnhofs

Gut 300 000 Euro müsste die Stadt investieren, damit die Bahnsteige am Bahnhof Erdorf den Anforderungen der Deutschen Bahn entsprechen. Sonst, so fürchtet die Stadtverwaltung, könnte es auch sein, dass der Bahnhof irgendwann nicht mehr angefahren wird.

Bitburg. Der Satz rüttelt wach: "Sollte für die nahe Zukunft keine Einigung zwischen der Stadt Bitburg und der Deutschen Bahn bezüglich der Bahnsteig-Erneuerung gefunden werden, so könnte der Fall eintreten, dass die Verkehrsstation aufgrund baulicher Mängel nicht mehr angefahren werden kann." So drastisch werden in den Unterlagen für die heutige Stadtratssitzung mögliche Konsequenzen benannt, sollte sich der Stadtrat nicht entscheiden, den Gleisbereich am Bahnhof Erdorf umzubauen. "Wir stehen da in der Verantwortung. Wenn die Bahngleise nicht den Ansprüchen der Bahn entsprechen, kann es auch zu Haftungsproblemen kommen, sollte sich dort etwa jemand verletzen", sagt Berthold Steffes, Leiter des städtischen Tiefbauamts.

Wie hoch tatsächlich die Wahrscheinlichkeit ist, dass der Bahnhof Erdorf aus Sicherheitsgründen nicht mehr angefahren wird, wollte das Bahnhofsmanagement von der "DB Station & Service" in Trier auf TV-Anfrage nicht kommentieren. Nur so viel war dem DB-Mitarbeiter zu entlocken: "Da muss was passieren." Ganz so dramatisch, wie die Stadtratsunterlagen vermuten lassen, scheint die Situation doch nicht zu sein. Akut sei die Gefahr einer Schließung nicht, entwarnt ein Pressesprecher der Bahn in Frankfurt. Allerdings hält man auch dort die Investition in den Umbau der Gleise für sinnvoll, nachdem im ersten Bauabschnitt ja bereits mehr als eine Million Euro in die Neugestaltung des Bahnhofumfelds investiert wurde.

Tatsächlich ist die Situation am Bahnhof Erdorf so, dass kein ebenerdiger Einstieg in die Züge möglich ist. Die Bahngleise sind dafür rund 50 Zentimeter zu niedrig. Hinzu kommt: Der Hausbahnsteig, also jener, der direkt neben dem Bahnhofsgebäude liegt, ist wegen baulicher Mängel derzeit nur auf einer Länge von rund 75 Metern zu nutzen. Das ist zu kurz für die meisten Züge, die Gleise in einer Länge von rund 170 Metern benötigen. Deshalb halten derzeit die meisten der rund 50 tagtäglich einrollenden Züge auf dem Mittelbahnsteig. Der aber wiederum ist nur durch eine mäßig attraktive Unterführung über Treppen zu erreichen und damit für Rollstuhlfahrer, Gehbehinderte oder Eltern mit Kinderwagen alles andere als barrierefrei.

Würde man sich bei den Umbauarbeiten auf das Nötigste beschränken, würde der Ausbau der Bahngleise nach einer Schätzung der Stadtverwaltung bei entsprechender Förderung durch Bund und Land die Stadt unter dem Strich gut 300 000 Euro kosten. Fahrstühle zur barrierefreien Erreichbarkeit des Mittelbahnsteigs würden zusätzlich mit rund 145 000 Euro zu Buche schlagen. "Hinzu kommen dabei dann auch Unterhaltungs- und Erneuerungskosten für die Stadt", sagt Steffes.

In seiner heutigen Sitzung soll der Stadtrat entscheiden, ob er das Geld investieren will oder nicht. Baubeginn wäre frühestens 2011.