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Stadt Prüm verleiht Kaiser-Lothar-Preis an Belgierin

Ausstellung : Der Kaiser-Lothar-Preis geht nach Belgien

Die Vorbereitungen für die Jahresausstellung der Europäischen Künstlervereinigung in Prüm laufen wieder. Und die Stadt verleiht die Haupt-Auszeichnung dieses Mal an Gerty Haas-Crasson.

Frau Niewo fegt schon wieder durch die Stadt. Und das, ihr Prümer, kann nur eins bedeuten: Demnächst ist wieder EVBK-Ausstellung. Deshalb das Ganze also noch einmal offiziell und ausführlich: Die Europäische Vereinigung Bildender Künstler aus Eifel und Ardennen lädt zu ihrer 61. Leistungsschau. Und ihre Präsidentin, Marie-Luise Niewodniczanska, steckt mitten in den Vorbereitungen – mit dem üblichen Elan.

EVBK-Schau in der Abtei, wenn das Regino-Gymnasium Ferien macht – das bedeutet diesmal: Die Jahresausstellung wird 147 Arbeiten zeigen. Viel Holz, alles dabei: Malerei, Grafik, Skulptur und was auch immer die Künstler sich noch einfallen lassen. Ausgewählt wurden sie von einer unabhängigen Jury. 244 Arbeiten waren eingereicht worden, darunter 36 Skulpturen.

Das bedeutet auch: Der Kaiser-Lothar Preis der Stadt Prüm wird verliehen. Er geht wieder an eine verdiente Kunstschaffende. Soeben hat die Stadt bekanntgegeben, wer ihn in diesem Jahr erhält: Es ist die Malerin Gerty Haas-Crasson. „Wir haben eine Belgierin, da bin ich schon mal froh“, sagt die Präsidentin.

Die 78-jährige Gerty Haas-Crasson lebt in Kettenis in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Ostbelgiens. Sie zählt seit mehr als 30 Jahren zum festen Kreis der Künstlergemeinschaft. „Mit der Auszeichnung wollen wir auch das Lebenswerk von Gerty Haas-Crasson und ihr europäisches Engagement würdigen“, sagt Marie-Luise Niewodniczanska.

„Eine gute Entscheidung“, sagt auch Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy angesichts der Verdienste der Preisträgerin um den Europagedanken. Ins Künstlerische mischt sie sich indessen traditionell nicht ein: „Da verlasse ich mich auf das Fachwissen der Jury. Und dem folge ich.“

Die Preisträgerin, die von 1976 bis 1981 an der Kunstakademie im wallonischen Verviers ausgebildet wurde, begann mit Landschaftsmalerei. Dann aber, so steht es in der Begründung für die Wahl, entwickelte sie „einen eigenen Stil, Menschen und ihre Gesichter wie in einem Zerrbild erscheinen zu lassen. Mit starkem Pinselstrich lässt sie abstrakte Einzelfiguren und größere Figurengruppen entstehen.“

Gerty Haas-Crasson (für eine Stellungnahme war sie dieser Tage leider nicht zu erreichen) ist die elfte Belgierin, die den Kaiser-Lothar-Preis erhält. Verliehen wird er seit genau 60 Jahren.

Der Förderpreis für jüngere Künstler geht an die 29-jährige Malerin Jenny Tautges aus Köln. Die Autodidaktin, die in der Eifel aufwuchs, male seit ihrer Kindheit, schreibt die EVBK in einer Mitteilung zur Entscheidung. Nach anfangs eher impressiven Landschaftsstudien habe sie „in letzter Zeit durch abstrakte, spontane Landschaftsmalerei auf sich aufmerksam gemacht“. Den Förderpreis stiftet die Kreissparkasse Bitburg-Prüm.

Kaiser-Lothar- und Förderpreis werden am Samstag, 30. Juni, verliehen, während der Eröffnungsfeier (Beginn ist um 15 Uhr). Wie die Ausstellung ist auch die Feier diesmal im Regino-Gymnasium: In der Basilika, bisher die Eröffnungslokalität, ist kein Platz, da stehen sanierungsbedingt die Baugerüste.

Nicht nur die Hauptpreisträgerin, auch die Schirmherrin kommt in diesem Jahr aus dem Nachbarland: Es ist die stellvertretende Ministerpräsidentin der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, Isabelle Weykmans.

Letzte, aktuelle Meldung der Präsidentin: „Der Katalog wird schön.“ Und sei für nur neun Euro zu haben. Am letzten Junisamstag geht es los.