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Stadt Prüm verschiebt Termin für Grenzlandschau

Messe : Corona stoppt die Grenzlandschau

Der Stadtrat Prüm hat beschlossen, die Messe, geplant für kommenden Frühling, zu verschieben. Einer Umfrage zufolge können sich drei Viertel der Unternehmer eine Teilnahme unter Corona-Hygienebedingungen nicht vorstellen.

„Das Thema ist unangenehm“, sagt Prüms Stadtbürgermeister Johannes Reuschen und verzieht schmerzvoll das Gesicht. Man sieht, dass ihm der folgende Tagesordnungspunkt schwer im Magen liegt.

Mittlerweile ist es fast 22.30 Uhr, vier Stunden Sitzung haben die Ratsmitglieder bereits hinter sich, als es um die Grenzlandschau (GLS) 2021 geht. Das Wort hat zunächst Sebastian Wiesen, seit Juni neuer Leiter der Touristinformation Prüm und zugleich GLS-Ausstellungsleiter. „Macht es Sinn, die GLS für Ende April 2021 zu planen?“, fragt er in die Runde.

Um die Stimmung bei den potenziellen Ausstellern abzuklopfen, hat er eine Umfrage gemacht. 48 Prozent der angeschriebenen Betriebe haben sich zurückgemeldet. Das sei eine gute Quote und durchaus aussagekräftig, sagt er. 77 Prozent der befragten Unternehmer können sich eine GLS 2021 unter Corona-Hygienebedingungen nicht vorstellen. Denn das würde unter heutigen Voraussetzungen noch bedeuten, dass die Menschen Masken tragen und den Mindestabstand von 1,50 Metern einhalten müssen. „Außerdem müssten wir die Ausstellungszelte alle 20 Minuten für eine Viertelstunde durchlüften und das vielleicht an einem kalten Apriltag“, sagt Reuschen.

Weniger Menschen an den Ständen bei gleichem Aufwand, dazu noch höhere Kosten für das Hygieneschutzkonzept – das will die Mehrheit der Aussteller nicht in Kauf nehmen. Zudem werde durch die hohen Auflagen die Auslastung der Zelte eher gering sein, befürchtet Wiesen.

„Die Messe hat einen hervorragenden Ruf, den wollen wir verteidigen. Wir machen die lieber ordentlich oder gar nicht“, sagt Reuschen. Und einen Blick in die Glaskugel könne er auch nicht werfen.

„Die GLS wird nicht so eben aus dem Ärmel geschüttelt. Wir sagen sie ab, weil uns die Hände gebunden sind“, sagt Markus Fischbach, Sprecher der SPD-Fraktion. „Da kann es keine zwei Meinungen geben. Wir machen die GLS für die Aussteller und Besucher und nicht für uns“, sagt Peter Wind, CDU-Fraktionsvorsitzender.

Das sehen auch die Ratsmitglieder so. Geschlossen stimmen sie für eine Verschiebung auf einen schnellstmöglichen Ersatztermin.

Ein weiteres Thema ist die Machbarkeitsstudie zur Sanierung des Parkdecks am Friedhof. Klaus Zimmermann vom Ingenieurbüro ISU aus Bitburg stellt mögliche Varianten für eine Sanierung beziehungsweise für einen Neubau vor. Egal, welche Variante später mal zum tragen kommt, die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier hat schon jetzt deutlich gemacht, dass der Blick auf die Basilika nicht beeinträchtigt werden dürfe, sagt der Planer.

Ein früheres Gutachten eines anderen Planungsbüros hatte ergeben, dass für die Sanierung des Parkdecks 875 000 Euro vonnöten sein werden. Vorstellbar wäre aber auch, mit dem Parkdeck in die Tiefe zu gehen und obendrauf Wohnungen zu bauen, sagt Zimmermann. Außerdem müsse sich die Stadt überlegen, ob sie alle Parkplätze erhalten möchte.

Der Stadtrat beauftragt den Bürgermeister, mögliche Investoren für dieses Projekt anzusprechen. Außerdem erhält das Büro ISU den Auftrag, ein Konzept zu erstellen, wie man nach Abriss des Gebäudes dort Parkplätze schaffen könnte. Parallel dazu sollen die Fördermöglichkeiten abgeklopft werden.

Jochen Pauls, Leiter des Hauses der Jugend Prüm, berichtet dem Rat, welche Aktionen und Projekte im vergangenen Jahr angeboten wurden.

Ebenfalls einstimmig – so wie alle anderen Beschlüsse in der öffentlichen Sitzung – fällt auch die Entscheidung, sich an den Kosten für die Erweiterung der Kindertagesstätte der Lebenshilfe Prüm zu beteiligen. Diese hat akuten Erweiterungsbedarf, wie Guido Kirsch, Geschäftsführer der Lebenshilfe, dem Rat anschaulich verdeutlicht. Mit der Erweiterung gebe es Platz für 25 Kinder in zwei Gruppen. Um das zu bewerkstelligen, soll das Gebäude aufgestockt werden. An den Gesamtkosten von 1,5 Million Euro würde sich die Stadt mit maximal 356 400 Euro beteiligen. Ebenfalls positiv aufgenommen werden zwei Anträge an diesem Abend. So ermächtigt der Rat den Bürgermeister, zu prüfen, ob es innenstadtnah möglich ist, eine öffentliche, barrierefreie Toilette einzurichten. Angeregt hat das Annemie Nickels von der Selbsthilfegruppe der Deutschen Multiple- Sklerose-Gesellschaft Prüm, die auf den dringenden Bedarf hingewiesen hat.

Die Kita der Lebenshilfe platzt aus allen Nähten und soll aufgestockt werden. Foto: TV/Stefanie Glandien
Abreißen und neu bauen? Für das Prümer Parkdeck am Friedhof soll es ein neues Konzept geben. Foto: TV/Stefanie Glandien
Ist in die Jahre gekommen: Der Stadtrat hat eine Machbarkeitsstudie für den Kurpark in Prüm beschlossen. Foto: TV/Stefanie Glandien
Ist in die Jahre gekommen: Der Stadtrat hat eine Machbarkeitsstudie für den Kurpark in Prüm beschlossen. Foto: TV/Stefanie Glandien

Der zweite Antrag ist ein gemeinsamer der Stadtratsfraktionen FWG/PBB, CDU und SPD. Diese fordern darin, eine Machbarkeitsstudie für das Areal des Kurparks zu beauftragen. „Nach nunmehr 50 Jahren ist die Parkanlage in die Jahre gekommen und hat an Attraktivität eingebüßt“, heißt es darin. Norbert Baur (PBB) regt an, mehrere Expertisen einzuholen und vielleicht auch ein Bürgerforum zu veranstalten. Paula Sonnen (SPD) hat die Idee, einen Studenten zu beauftragen, über das Vorhaben seine Masterarbeit zu schreiben.