Stadt schafft 60 Kita-Plätze

Stadt schafft 60 Kita-Plätze

Die Erweiterung der Kita Liebfrauen wird 200 000 Euro teurer als geplant. Einstimmig hat der Stadtrat den Bebauungsplan für das Projekt beschlossen, das mit 1,4 Millionen Euro dieses Jahr die größte Investition der Stadt ist. Im August soll der Anbau, der Platz für 60 Kinder schafft, stehen.

Bitburg. Lange hat sich die Stadt Bitburg darüber den Kopf zerbrochen, wo und wie zusätzliche Kita-Plätze geschaffen werden können. Während der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz zum August 2013 auf Kinder ab dem ersten Lebensjahr ausgedehnt wird, haben die meisten Kommunen noch nicht mal genug Plätze für die zweijährigen Kinder, für die seit Mitte 2010 ein Betreuungsanspruch gilt. Das ist in Bitburg nicht anders. Die Stadt musste handeln.
Das Problem: Wenn die Amerikaner die Housing in der Mötscher Straße endgültig räumen, steht Bitburg vor der Herausforderung, eine neue Perspektive für das riesige Areal zu finden. Dort gibt es bereits einen Kindergarten sowie Turn- und Sporthallen. Und da sich die Stadt grundsätzlich auf dem Housinggelände auch ein Wohngebiet vorstellen kann, gab es zunächst die Überlegung, dort auch die zusätzlich nötigen Kita-Plätze zu schaffen. Aber 2016 ist zu spät.
Deshalb hat sich die Stadt neben einigen kleineren Erweiterungen - wie etwa die der integrativen Kita des Vereins Lebenshilfe und dem Ausbau des Dachgeschosses der Kita Altes Gymnasium - für eine große Lösung entschieden: Die Kita Liebfrauen wird in Modulbauweise um einen Anbau ergänzt, der Platz für 60 weitere Kinder schafft.
Umzugskosten: 400 000 Euro


Die Module haben den Vorteil, dass sie später - etwa wenn die Housing frei wird - an einen anderen Standort versetzt werden können. Ein solcher Umzug des Kita-Anbaus würde nach Angaben der Stadtverwaltung rund 400 000 Euro kosten.
Einstimmig hat der Stadtrat nun den Bebauungsplan für die Erweiterung von Liebfrauen beschlossen. Zudem war ein weiterer Beschluss nötig, da die Gesamtkosten um rund 200 000 auf 1,4 Millionen Euro steigen. In nichtöffentlicher Sitzung wurde auch das einstimmig beschlossen. Abzüglich der Zuschüsse von Land und Kreis trägt die Stadt mit rund einer Million Euro den Löwenanteil der Kosten.
"Ich habe mich immer für die Schaffung neuer Plätze starkgemacht und freue mich sehr, dass der Stadtrat einstimmig und zum Wohle unserer Kinder diese Entscheidung getroffen hat", sagt Bürgermeister Joachim Kandels. Nach der Erweiterung von Liebfrauen hat Bitburg 670 Kita-Plätze - davon 140 für Kinder unter drei Jahren und davon 30 für Einjährige. Zum Vergleich: In Wittlich gibt es nach Angaben der Stadtverwaltung 707 Kita-Plätze - davon 67 für Kinder unter drei Jahren. Auch dort sind Erweiterungen geplant.Meinung

Wer bestellt, soll auch bezahlen
Eine Stadt, die auch in Zukunft für Familien mit Kindern attraktiv sein will, muss eine ausreichende Kinderbetreuung bieten. Die Einigkeit des Stadtrats bei der Erweiterung der Kita Liebfrauen zeigt, dass daran auch in Bitburg kein Zweifel besteht. Ohne Druck des Landes hätte sich in vielen Kommunen dennoch so schnell nichts bewegt, denn der Rechtsanspruch kostet richtig was. Für die Stadt Bitburg ist es die größte Investition in diesem Jahr. Damit den Kommunen angesichts wachsender Pflichtaufgaben nicht irgendwann alle Spielräume verloren gehen, sollte grundsätzlich gelten: Wer bestellt, bezahlt. d.schommer@volksfreund.de

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