Stadt springt ein: Bau kann beginnen

Stadt springt ein: Bau kann beginnen

Die Kindertagesstätten in Prüm und Niederprüm können nach langem Warten erweitert werden: Der Ausbau in der Reginostraße läuft bereits, in Niederprüm war gestern Spatenstich für die Arbeiten.

Prüm. "Wer will fleißige Handwerker sehen, der muss zu den Kindern gehen": In der Kita Niederprüm hat nun die Erweiterung begonnen, auch ohne definitiven Zuschuss vom Land. Weil der noch aussteht, hatten sich die Arbeiten an den Prümer Kitas verzögert, weil das Bistum das finanzielle Risiko nicht auf sich nehmen wollte. Die Einrichtungen brauchen aber den zusätzlichen Platz, um auch die - wie gesetzlich vorgeschrieben - unter-Zweijährigen unterbringen zu können. Inzwischen hat der Stadtrat beschlossen, für die ausstehenden Summen von 204 000 Euro (Niederprüm) und 181 000 Euro (Reginostraße) zu bürgen (der TV berichtete).
Wunderbares Haus


Ergebnis: In der Reginostraße laufen die Arbeiten seit Ende der Sommerferien, in Niederprüm erfolgte gestern der symbolische Spatenstich. Mit der Erweiterung in der Reginostraße werde man sehr wahrscheinlich noch im laufenden Jahr fertig, sagt Thomas Stadler von der Rendantur Niederprüm, die für das Bistum Trier die Immobilien betreut. Das Vorhaben ist dort mit aktuell 360 000 Euro Kosten günstiger als in Niederprüm, wo insgesamt 863 000 Euro kalkuliert sind, da unter anderem ein Neubau angeschlossen werden muss.
"Ich denke, dass ihr ein wunderbares Haus bekommen werdet", freut sich Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy mit den Kindern der Kita. "Und ich hoffe, dass ihr viel Spaß beim Zuschauen auf der Baustelle habt." Besonders erfreulich für die Stadt-Chefin: Bei den Ausschreibungen sei der Kostenrahmen eingehalten worden. "Ich hoffe, dass wir mit unserem gemeinsamen Kindergarten in eine gute Zukunft gehen können", sagt der Prümer Pastor Christan Müller.
Bevor die Baufirmen anrückten, legten sich bereits die Eltern ins Zeug: Voriges Wochenende entfernten sie Bäume und Zäune vom Kindergartengrundstück. "Wir rechnen mit einem Jahr Bauzeit", sagt Thomas Stadler, "so dass wir zum nächsten Kindergartenjahr offiziell zwei neue Gruppen in Betrieb nehmen können."
Dennoch müssen bereits jetzt mehr Kinder in der Einrichtung betreut werden als bisher. Dafür fand man eine vorläufige Lösung: Die Schützlinge unter zwei Jahren bringe man zunächst in einer kleineren, altersgemischten Gruppe unter. Die Drei- bis Sechsjährigen wiederum werden in der bisherigen Turnhalle des Kindergartens betreut. Trotzdem können alle auch in den kommenden Monaten sportlich aktiv werden - im benachbarten Pastor-Billig-Haus, das von der Pfarrgemeinde dafür bereitgestellt wird.
Insgesamt gute Nachrichten, auch wenn sie spät kommen: Um zum Ende der Sommerferien pünktlich fertig und auch für die ganz Kleinen gerüstet gewesen zu sein, denen seit dem 1. August Kindergartenplätze zustehen, hätte der Spatenstich bereits vor einem Jahr vorgenommen werden müssen. Aber weil so viele Kommunen im Land Anträge auf Fördergeld stellten, sind sie noch immer nicht alle bearbeitet.Extra

Der Kindergarten in der Prümer Reginostraße wird energetisch saniert, erhält neue Fenster und ein weiteres Geschoss. Nach bisheriger Kalkulation sollte alles 310 000 Euro kosten, inzwischen sind es 50 000 Euro mehr geworden. Beim Land sind dafür 135 000 Euro beantragt. Aus Bundesmitteln im Fiskalpakt sollen 46 000 Euro kommen, vom Eifelkreis Bitburg-Prüm 45 000 Euro. Die Stadt zahlt etwa 20 000 Euro, das Bistum 64 000 Euro. Der Kindergarten Niederprüm wird ebenfalls energetisch saniert, und er erhält einen Anbau für zwei neue Gruppen. Gesamtkosten: 863 000 Euro, davon 136 000 Euro vom Eifelkreis, 170 000 vom Land, 34 000 aus dem Fiskalpakt, 52 000 vom Bistum und 470 000 von der Stadt Prüm. fpl

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