1. Region
  2. Bitburg & Prüm

Stadtbus steuert auf ungewisse Zukunft zu

Stadtbus steuert auf ungewisse Zukunft zu

BITBURG. Der Stadtbus fährt und fährt, obwohl der Vertrag über Zuschüsse der Stadt längst abgelaufen ist. Das Angebot wird ohne die 18 000 Euro pro Jahr aus öffentlichen Mitteln keine Zukunft haben. Verhandlungen zwischen Betreiber und Stadt gab es jedoch noch nicht.

Als der Stadtrat im Dezember 1999 für die Einführung eines Stadtbusses in Bitburg stimmte und dem Betreiber für die ersten drei Jahre einen Zuschuss von 18 000 Euro per anno gewährte, waren die Erwartungen hoch. Detlef Krakau, dessen Busunternehmen die Linie kreuz und quer durch Bitburg und in die Stadtteile Matzen und Masholder an den Start brachte, hoffte sogar, montags bis freitags von Anfang an kostendeckend arbeiten zu können. Zuschussbedarf sah er vor allem am Samstag. Wie geplant ging der so genannte "Stadtexpress" im März des Jahres 2000 an den Start. Der Optimismus ist inzwischen Ernüchterung gewichen. Ursprungsziele weit verfehlt

Immerhin: Der Bus fährt noch, obwohl er von den schon für das erste Jahr avisierten 50 000 bis 60 000 Fahrgästen immer noch weit entfernt ist. Auch die ursprüngliche Rundstrecke mit fast 40 Haltestellen in Bitburg und den Stadtteilen Matzen und Masholder gibt es nicht mehr. Masholder wurde nach Angaben von Detlef Krakau mangels Nachfrage ganz aus dem Fahrplan gestrichen. In Matzen hält der Stadtbus noch. Er fährt jedoch keine stündlichen Runden mehr, sondern laut Krakau eine an die Nachfrage angepasste Linie, die sich von Matzen über den Ostring in Richtung Flugplatz zieht. Die größten Nachfragepotenziale sind Schüler und Lehrlinge, die vom Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) zu ihren Bildungseinrichtungen fahren, und Senioren, die vom Ostring in die Stadt und wieder zurück wollen. Ein Anfangsproblem hat Krakau inzwischen soweit im Griff, dass er sich eine Fortsetzung des Angebots vorstellen kann: Die meisten der Nutzer, die am ZOB zusteigen, haben bereits eine Fahrkarte. Sie zahlen deshalb im Stadtbus nicht noch einmal. Seit die Linie jedoch in den VRT-Verkehrsverbund eingegliedert ist, bekommt Krakau nach einem komplizierten Verteilungsschlüssel auch für solche Umsteiger Geld. "Wir verdienen uns daran keine goldene Nase, das Ganze ist ein Imageprojekt", betont der Busunternehmer und hofft, dass man dies auch in den städtischen Gremien so sieht. Denn ohne die 18 000 Euro von der Stadt sei das Ganze in der derzeitigen Form nicht zu halten. Vor allem für Fahrten am Samstag gibt es, wie Krakau einräumt, nach wie vor kaum Nachfrage. Bei der Stadt steht das Thema bisher jedoch noch nicht auf der Tagesordnung, obwohl die drei Jahre, für die der Zuschuss gewährt worden war, am 28. Februar dieses Jahres abgelaufen sind. Bürgermeister Joachim Streit erklärt dazu, dass man Krakau Ende vergangenen Jahres aufgefordert habe, auf die Stadt zuzukommen, und nun darauf warte, dass sich der Betreiber melde. Für die Zeit nach dem 28. Februar sei kein Geld geflossen. Im Haushalt sind für den Stadtbus bisher auch keine weiteren Zuschüsse vorgesehen. Eine automatische Verlängerung ist in dem Vertrag mit Krakau nicht vorgesehen. Das weiß auch Detlef Krakau, der einräumt, sich nicht rechtzeitig um die Angelegenheit gekümmert zu haben. "Ich werde in den nächsten Tagen auf die Stadt zugehen", versichert er. Aus Sicht der Verwaltung ist klar, dass der Busunternehmer seine Zahlen und die Veränderungen am ursprünglichen Konzept vorlegen muss und dann die politischen Gremien am Zug sind. Klare Positionen haben die Fraktionen noch nicht geäußert. Wenn man jedoch den aus den Reihen des Stadtrates - noch hinter vorgehaltener Hand - gemachten Äußerungen glauben darf, denken viele, dass die Stadt ihren Teil mit der bisherigen Förderung geleistet habe und keine weiteren Zuschüsse gewähren sollte.