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Stadtentwicklung: Was die Prümer sich beim Wohnraum und im Kurpark wünschen

Stadtentwicklung : Die Prümer haben App-gestimmt

Digitales Echo: An der ersten Erhebung seit der Einführung der Stadt-App im November haben sich viele Bürger beteiligt und mitgeteilt, was sie sich bei den Themen Wohnraum und Kurpark wünschen.

Die Prümer Stadt-App, im November gestartet (der TV berichtete), soll nicht nur in eine Richtung informieren. Stadtbürgermeister Johannes Reuschen will sie umgekehrt auch dazu nutzen, von den Prümern etwas zu erfahren, um deren Anregungen in Entscheidungen des Rats  einfließen zu lassen.

Aktuelles Beispiel: Wohnraum (mehr muss her) und Kurpark (stellenweise trostlos). Wie bereits berichtet, gehen der Stadt schon wieder die Bauplätze aus, die beiden Gebiete in der Steinertsbach – für die Erschließung des zweiten beginnt die Ausschreibung im Februar – und das privat erschlossene von Unternehmer Erich Backes am Krankenhaus (Internet: bauen-pruem.de, mit Übersicht der verkauften oder reservierten Flächen) sind entweder ausverkauft oder auf dem Weg dorthin. Gerade ermöglichte der Rat außerdem weiteres Bauland im Stadtteil Steinmehlen.

Aber wollen die Bürger überhaupt noch mehr Baugebiete? Muss es immer das Eigenheim sein, soll Prüm weiter ins Gelände hinein wachsen? Oder gehen auch Miet- und Eigentumswohnungen, nicht zuletzt im Kern?

Das wollte man über die App(likation) erfahren, die mittlerweile nach Angaben der Stadt von etwas mehr als 2200 Menschen genutzt wird.

Inzwischen ist die Umfrage beendet und ausgezählt. Erstes Ergebnis: 687 Bürger machten mit, immerhin. Auch wenn Reuschen weiß, dass das nicht repräsentativ sei, zumal die Beteiligten „aus der ganzen Welt sein könnten“.

283 von ihnen äußerten sich zur Wohnbebauung. Mit relativ klarem Ergebnis: 45,2 Prozent stimmten für mehr Mietwohnungen, 42,4 für ein weiteres Baugebiet, nur 23,7 Prozent für Eigentumswohnungen. In der Summe sind das mehr als 100 Prozent, weil Mehrfachantworten möglich waren. Er habe jetzt jedenfalls, sagt Reuschen, „ein Stimmungsbild von denen, die mitgemacht haben“. Und es zeige, „dass wir richtig liegen mit dem Neubaugebiet“.

Reuschen sieht aber auch an anderen Stellen noch Spielraum: So seien im Baugebiet Wenzelbach, in den 1990ern in vier Abschnitten erschlossen, noch etwa ein Dutzend Flächen nicht verkauft – alles unbebaute Lücken. Er verstehe zwar, dass viele Grundeigentümer (noch) nicht verkaufen oder ihre Flächen vielleicht lieber vererben wollen. Dennoch will er dort noch Überzeugungsarbeit leisten: „Ich werde einfach mal höflich versuchen, ins Gespräch zu kommen.“ Das werde er per Brief machen und dann auf Rückmeldungen warten, um mit den Eigentümern zu reden. „Kann funktionieren, muss es aber nicht“ sagt Reuschen. Er biete aber Gespräche und eventuell Hilfe an, falls jemand doch verkaufen wolle.

Beim Thema Kurpark – dort machten 400 Bürger mit – waren die Antworten auf die drei Vorschläge eher ausgeglichen: Für einen Natur-Erlebnispfad stimmten 54,5 Prozent, für einen Grill- und Picknickplatz 42,8 Prozent, für Trainingsgeräte 38,6 Prozent. „Das Ergebnis“, sagt Reuschen, „freut mich – ich denke, da kamen alle drei Ideen gut an“.

 Läuft mit der Prüm-App: Die erste Umfrage hat funktioniert.
Läuft mit der Prüm-App: Die erste Umfrage hat funktioniert. Foto: Fritz-Peter Linden

Die Resultate der Umfrage wird der Bürgermeister dem Stadtrat vorlegen, sie sollen „als Grundlage für die Entscheidungsfindung“ dienen, sagt Reuschen. Zumindest als Teilgrundlage: Denn wenn auch das App-Stimmungsbild nicht repräsentativ sei, liefere es trotzdem Hinweise auf das, was von den Bürgern gewünscht werde. Die Gestaltung des Kurparks will der Stadtrat in diesem Jahr in die Gänge bringen. Allerdings ohne eine Machbarkeitsstudie und ein moderierendes Büro, wie in der letzten Sitzung des Vorjahrs diskutiert. Warum? „Das war uns zu teuer“, sagt Reuschen. Da moderiere er das lieber selbst: „Und ich mach es auch preisgünstiger.“