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Stadtgärtner*innen Bitburg startet mit Workshop

Artenvielfalt und Klimaschutz : Bitburg holt Bürger beim neuen Grünflächenkonzept mit an Bord

Der Arbeitskreis „Engagierte Stadt“ und das Grünflächenamt haben das Projekt „Die Stadtgärtner*innen“ mit einem Auftaktworkshop angestoßen.

Der Klimawandel ist ein Problem, das nur global zu lösen ist. „Das heißt aber nicht, dass wir die Hände in den Schoß legen können“, sagt Annette Fehrholz, Naturgartenplanerin, Saatgutexpertin und Bildungsreferentin. Als Expertin hat Fehrholz vorige Woche den Auftakt des Projekts „Stadtgärtner*innen Bitburg“ begleitet. In einem Impulsvortrag sprach sie zunächst über die Zusammenhänge von Stadtgrün, Hitzeentwicklung und Artenvielfalt, bevor sie anschließend mit den etwa 30 Gästen ins Gespräch ging.

Angestoßen wurde Stadtgärtner*innen Bitburg vom Arbeitskreis „Engagierte Stadt“ in Zusammenarbeit mit dem Grünflächenamt. „Mit dem Workshop zum Auftakt wollten wir erst mal schauen, wie groß das Interesse der Bürger ist“, sagt Fehrholz. Die Initiative sei genau im richtigen Moment angestoßen worden. Erst jüngst hat Bitburgs Grünflächen-Chef Ralf Mayeres zuerst im Bauausschuss, dann im Stadtrat das neue Grünflächenkonzept vorgestellt (der TV berichtete). Es umfasst ein Kataster, das sämtliche städtischen Grünflächen erfasst, sowie ein Handlungskonzept, mit dem Bitburg klima- und insektenfreundlicher werden soll.

Etwa 6,5 Hektar stehen zur Gestaltung zur Verfügung. „Neben der Umgestaltung von bestehenden Flächen, wollen wir aber auch die Bürger mit an Bord holen. Im Maximiner Wäldchen gibt es ja schon einen Generationengarten, der von Senioren und Kindern gepflegt wird, aber auch im Rest der Stadt könnten solche Sachen entstehen“, sagt Mayeres.

Bitburgs Bürgermeister Joachim Kandels sieht viel Spielraum für die gärtnernden Bürger und ruft sie zur Mitarbeit auf: „Ob bei der Bewirtschaftung eines Gemeinschaftsgartens, bei der Pflege von Obstbäumen, der Schaffung von Lebensräumen für Wildbienen und Schmetterlingen oder der Pflege von Blühbeeten.“

Aber was kam denn nun bei der Gesprächsrunde raus? Fehrholz erkennt vor allem einen dringlichen Wunsch: „Beim Workshop formulierten die Besucher besonders eines immer wieder und sehr deutlich: Sie erwarten nicht unbedingt Ideen und Material, sondern wollen einen Ansprechpartner haben, bei dem die Kommunikation und Planung zusammen läuft.“ Das wiederum sei ausgerechnet der Punkt, der noch nicht ausreichend geklärt sei. „Ralf Mayeres und sein Amt werden kaum die Kapazitäten haben, hier als Kümmerer zu agieren, wer das übernimmt, muss nun abgesprochen werden“, sagt sie. Ob der Arbeitskreis „Engagierte Stadt“ die Rolle übernimmt oder Bürgermeister Kandels eine Stabsstelle einrichtet, sei noch nicht sicher.

„Ich wünsche mir auf jeden Fall, dass es, egal was kommt, zumindest schnell angepackt und die Zuständigkeitsfrage geklärt wird. Bitburg hat nämlich ideale Voraussetzungen für so eine Initiative. Die Bürger sind motiviert. Im Kopf haben wohl alle schon die Spaten in der Hand. Sie nun zu lange warten zu lassen, könnte frustrierend sein“, sagt Fehrholz. Die Stadt blicke auf hervorragende Bedingungen. „Ich kenne es aus anderen Kommunen nur so, dass es Bürger gibt, die etwas machen wollen und auf die Stadt zugehen und fragen, wo sie es denn dürfen. In Bitburg hat die Stadt aber bereits Flächen ausgemacht – zum Beispiel am Neubaugebiet Schleifmühle – und geht nun auf die Bürger zu.“

Es müsse nun mit den Bitburgern gemeinsam geplant werden, was dort oder an anderen Stellen machbar wäre. „Ein Generationengarten ist denkbar oder auch eine gemeinsame Ackerfläche. Auch wenn das weitere Programm noch nicht steht, dort haben wir im Juli zumindest schon mal ein erstes Treffen angesetzt. Den genauen Termin werden wir noch bekanntgeben.“

Weitere Informationen im Internet unter www.bitburger-engagement-netz.de/die-stadtgaertnerinnen-bitburg