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Stadtrat Bitburg macht Weg frei für Neuansiedlung von Aldi und Rewe

Kostenpflichtiger Inhalt: Debatte im Bitburg Stadtrat : Nicht alle sind für die Neuansiedlung von Aldi und Rewe in Bitburg

Mehrheitlich hat der Bitburger Stadtrat der Aufstellung eines Bebauungsplans für die an der Ecke Saarstraße/Industriestraße geplante Ansiedlung von Aldi und Rewe zugestimmt – allerdings mit einer Einschränkung.

Das Vorhaben stieß von Anfang an nicht bei allen Mitgliedern des Bitburger Stadtrats auf Zustimmung. Und wie die erste Sitzung nach der Lockerung der Corona-Einschränkungen zeigt, hat sich daran in der Zwischenzeit nicht viel geändert.

„Es macht doch niemand seinen Wocheneinkauf im Supermarkt und geht danach in der Innenstadt eine Hose kaufen“, sagt Alexander Jutz. Das Ratsmitglied der Grünen hält wenig von der Argumentation, mit der die Verlagerung des Rewe-Marktes am südlichen Ende der Saarstaße auf das ehemalige Maurer-Gelände an der Ecke von Saar- und Industriestraße begründet wird. „Wer glaubt, dass man damit zusätzliche Käufer in die Innenstadt lockt, der irrt“, so Jutz. Das einzige, was angelockt werde, sei der Verkehr. Jutz ist der Auffassung, dass der Rewe-Markt im Süden der Saarstraße bestens aufgehoben sei.

Jürgen Weiler (CDU) teilt diese Auffassung nicht. „Wir haben dort oben einen Vollsortimenter, der jede Menge innenstadtrelevanter Güter verkauft“, sagt Weiler. Mit der Verlagerung des Marktes gehe auch eine Verkleinerung der Verkaufsfläche einher. Und genau das sei einer der Gründe, warum sich die Ratsmehrheit für diesen Umzug ausgesprochen habe. „Der Grundgedanke war doch der, diese innenstadtrelevanten Waren aus dem Rewe rauszubekommen“, sagt Weiler.

Dass dem tatsächlich so sein wird, bezweifeln einige Ratsmitglieder. Denn nicht nur Rewe, auch Aldi soll an den neuen Standort verlagert werden. Und auch in diesem Supermarkt werden inzwischen längst nicht nur Lebensmittel verkauft. Trotz der Diskussion und Kritik stößt der Beschlussvorschlag der Verwaltung am Ende aber auf breite Zustimmung. Bei vier Gegenstimmen der Grünen sowie zwei Enthaltungen wird dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan für den Bereich „Rewe-Aldi, Saarstraße“ zugestimmt.

Ebenfalls gebilligt wird damit auch der Vorentwurf, den der Projektträger, die Beda-Invest Saarstraße GmbH, dazu eingereicht hat. Geplant sind demnach unter anderem ein Rewe-Vollsortiment-Lebensmittelmarkt mit maximal 3500 Quadratmetern Verkaufsfläche und eine Aldi-Filiale mit einer Größe von bis zu 1200 Quadratmetern sowie 285 Stellplätze.

Wie Aldi und Rewe nachher aussehen sollen, zeigt eine Planskizze, die dem Rat vorliegt. Was dieser Entwurf darüber hinaus zeigt, ist ein Werbepylon, mit dem weit über die Grenzen des Grundstücks hinaus auf die Existenz dieser Märkte hingewiesen werden soll. „An der in der Planzeichnung markierten Stelle ist die Errichtung eines Werbepylons mit einer maximalen Höhe von bis zu 20 Metern über dem Gelände zulässig“, heißt es dazu im Vorentwurf des Bebauungsplans.

Für Petra Streit (Liste Streit) ist das eindeutig zu hoch. „Wir sind Bitburg und nicht Las Vegas“, sagt Streit und ergänzt, dass es schon ärgerlich genug sei, in der Saarstraße bereits eine große, blinkende Werbetafel zu haben. Ähnlich sieht das auch Weiler. „20 Meter an dieser Stelle, das ist absolut unsinnig“, sagt er.

Während Streit dafür plädiert, auf die Genehmigung eines solchen Werbeturms ganz zu verzichten, einigt sich der Rat in seinem Beschluss auf einen Kompromiss. So ist ein Werbeturm zwar grundsätzlich nicht verboten, allerdings muss er sich der Umgebungshöhe anpassen.