Standort Echternach ist sicher - „Bei uns muss sich keiner Sorgen machen“

Kostenpflichtiger Inhalt: Nach dem Großbrand bei „Euro Composites“ : Standort Echternach ist sicher - „Bei uns muss sich keiner Sorgen machen“

Die Echternacher Firma „Euro Composites“ versucht nach dem Großbrand die Produktion wieder ans Laufen zu bekommen. Der Standort samt aller 850 Stellen sei nach Informationen des Unternehmens aber nicht gefährdet.

„Die Lage ist schlecht, aber nicht hoffnungslos“ – so sieht die Bilanz aus, die Horst Willkomm nach der Katastrophe am ersten Oktober zieht. Aus weiterhin ungeklärter Ursache brannte beim Echternacher Flugzeugteilehersteller „Euro Composites“ eine Produktionshalle ab (der TV berichtete). Und seitdem verliert das Unternehmen jeden Tag Geld. „Wir sprechen insgesamt von einem Schaden im dicken zweistelligen Millionenbereich“, sagt Sprecher Willkomm.

Der Standort Echternach sei dennoch, entgegen anderslautender Gerüchte, nicht in Gefahr. Weil einige Hallen derzeit noch gesperrt sind, säßen zwar einige Angestellte zuhause. Aber laut Willkomm müsse keiner der rund 850 Mitarbeiter um seinen Job fürchten: „Bei uns muss sich keiner Sorgen machen.“ Ein Stellenabbau sei nicht angedacht.

So sah es bei der Firma „Euro Composites“ vor dem Brand der Halle aus. In den nächsten vier Wochen will der Konzern die Produktion aber wieder ans Laufen bringen. Foto: Euro Composites

Auch am Investitionsplan für die nächsten Jahre habe sich durch den Brand nichts geändert. Das Unternehmen habe weiterhin vor, rund 160 Millionen Euro in das Werk in Echternach zu stecken.

Es werden nur womöglich noch einige Millionen dazukommen – allein für den Neubau, der die Anfang des Monats ausgebrannte Halle ersetzen soll. Bis die steht, gehen wohl noch mindestens sechs Monate ins Land, meint Willkomm. Zumindest eingeschränkt produktionsfähig werde man aber hoffentlich schon in vier bis fünf Wochen sein. Weil derzeit in weiten Teilen der Fabrik nicht gearbeitet werden kann, komme es zu Lieferschwierigkeiten. Restbestände an Bauteilen, etwa für militärische und zivile Flugzeuge, habe man inzwischen annähernd aufgebraucht.

Es komme aber keine neue Ware nach. „Für Kunden ist das natürlich unbefriedigend“, sagt Willkomm. Es werde aber mit Hochdruck an Übergangslösungen für die Zeit ohne vollwertige Produktionshalle gearbeitet.

Doch auch die alte Halle sorgt weiter für Probleme. Derzeit, sagt Willkomm, regnet es nämlich rein. Und der Niederschlag drohe Chemikalien und Löschmittel in die Kanalisation zu spülen.

Riesige Auffangbecken halten die kontaminierte Brühe derzeit zurück, die irgendwann in der Sondermüllverbrennungsanlage endet. „Die Entsorgung ist aber sehr aufwändig“, sagt Willkomm: „Wasser brennt ja bekanntlich nicht besonders gut.“ Der Zufluss wäre zu stoppen. Doch dafür müsste man die Halle abreißen. Was die Firma „Euro Composites“ ohnehin vorhat, aber noch nicht darf. Denn vorher will sich ein Gutachter im Gebäude umsehen. Warum der Bau in Flammen aufging, ist nämlich nach wie vor unklar. „Wir hängen da im Schacht“, sagt Willkomm.

Die Halle kann aus Sicherheitsgründen immer noch nicht betreten werden. Man habe zwar Teile abgestützt. Aber der Ausgangsort des Feuers bleibe unzugänglich. Derzeit verhandle der Flugzeughersteller daher mit der Regierung, ob zumindest ein Teil des Gebäudes abgebrochen werden darf, sagt Willkomm. Die Entscheidung darüber soll noch diese Woche fallen.

Weitere Informationen zum Großbrand am ersten Oktober und den Folgen für die Umwelt lesen Sie online auf:

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