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Starker Anfang, starkes Ende

Starker Anfang, starkes Ende

Nach einer durchwachsenen Saison zeigen sich die Verantwortlichen der beiden Prümer Skigebiete auf dem Schwarzen Mann und in der Wolfsschlucht insgesamt zufrieden. An 13 Tagen lief der Lift auf dem Schwarzen Mann, 21 Lifttage waren es in der Wolfsschlucht.

Prüm. Mit dem kalendarischen Frühlingsanfang schmilzt derzeit der Schnee im Prümer Land - ungewiss, ob der Winter noch einmal zurückkommt. Die beiden Skigebiete auf dem Schwarzen Mann und in der Wolfsschlucht ziehen schon einmal eine Bilanz der Wintersaison. "Wir hatten viele zufriedene Gäste, das ist schon mal das Wichtigste", sagt Georg Geimer, bei der Verbandsgemeinde Prüm zuständig für den Zweckverband Schwarzer Mann.
"Wenn die Leute uns zum Abschied winken und sagen, dass sie wiederkommen, ist das prima." Man habe zwar jetzt in dieser Saison "keinen Höllenbetrieb" gehabt, insgesamt sei man mit dem Saisonverlauf aber zufrieden.
"Wir sind nun einmal darauf angewiesen, was uns Frau Holle runterwirft", sagt Geimer. Und das war in den vergangenen Jahren schon mal weniger. Seit dem Saisonauftakt Anfang Dezember (der TV berichtete) liefen die Lifte auf dem Schwarzen Mann bis Dienstag an 13 Tagen. Außerdem habe der Schnee in diesem Jahr immer wieder dazu gereicht, die Loipen zu spuren, so dass neben der Abfahrtspiste auch Langlauf möglich war.
In der Vorsaison 2011/12 hatte es gar keine Lifttage gegeben, 2010/2011 waren es 21. "Wir versuchen, die Lifte laufenzulassen, wann immer es geht", sagt Geimer. Aber man könne es nicht erzwingen und die Bedingungen auf der Piste müssten es auch zulassen.
Nachhilfe mit der Kanone


Zumindest in diesem Punkt kann der Ski-Klub in der Wolfsschlucht nachhelfen und mit den Schneekanonen künstliches Weiß auf die Piste zaubern - wenn es die Temperaturen zulassen. "Mitte Dezember waren wir schon am Bibbern", sagt Oliver Arimond, der Vorsitzende des Ski-Klubs. Allerdings nicht vor Kälte, sondern weil es einfach zu warm war. "Aber der späte Winter hat wieder einiges gutgemacht", sagt Arimond. Von daher sei man auch insgesamt mit der Saison zufrieden.
Zum gleichen Fazit kommt Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy, in deren Verantwortung die Lifte in der Wolfsschlucht stehen. An 21 Tagen habe man den Lift laufenlassen können und dabei rund 12 000 Euro eingenommen.
Allerdings fressen die Aufwendungen für die Helfer, den Bauhof und den Strom diese Einnahmen mehr als auf, so dass Weinandy insgesamt von einem Minus ausgeht. "Aber so, wie wir das derzeit organisieren, werden die Kosten im Rahmen gehalten", sagt Weinandy.
"Ich würde mal sagen, die Saison war durchwachsen", sagt Georg Sternitzke, Leiter der Tourist-Information Prümer Land. "Über Weihnachten hatten wir leider keinen Schnee, das war für den Wintersport schlecht." Denn gerade dann kommen bei guten Bedingungen viele Gäste in die Abteistadt und nutzen die beiden Wintersportgebiete.
Positiv hingegen sei gewesen, dass zumindest über das Karnevalswochenende Schnee gelegen habe. "Das hat noch bei den Tagesgästen einiges gebracht." Insgesamt sei man nicht unzufrieden, sagt Sternitzke, aber es hätte mehr Schnee sein können. "Es ist halt ein Winter, wie wir ihn seit einigen Jahren haben."Meinung

Einzigartig
Kein Superwinter, aber auch kein Desaster: Sonderlich lange wird die Skisaison 2012/13 wohl nicht im Gedächtnis bleiben. Aber das ist auch nicht weiter tragisch. Wichtig ist, dass es die beiden Skigebiete auch in Zukunft gibt. Denn wer sich von deren Wert überzeugen will, muss nur mal an guten Tagen über die Parkplätze gehen: Viele Wintersportler kommen aus dem Kölner Raum, dazu zahlreiche Gäste aus den Niederlanden und Belgien. Gäste, die Geld hierlassen und vor allem wiederkommen. Die Skigebiete sind eine wichtige Ergänzung des touristischen Angebots - auch wenn sie unter dem Strich mehr Geld kosten, als sie einbringen. Denn gleiches gilt für die allermeisten Frei- und Hallenbäder. Die Skigebiete haben dabei den Vorteil, dass sie im Eifelkreis einzigartig sind. Deshalb ist es gerechtfertigt, dass dafür auch Geld aufgewendet wird. c.brunker@volksfreund.de