Statt Ausbau nur Reparatur

Statt Ausbau nur Reparatur

Eine Anliegerstraße in Zemmer-Daufenbach wird nun doch nicht für 370 000 Euro saniert. Mit dieser Entscheidung reagiert der Ortsgemeinderat Zemmer auf Kritik von Bürgern an den Bauplänen.

Zemmer-Daufenbach. Normalerweise freuen sich Anlieger, wenn Straßen erneuert werden. In Zemmer-Daufenbach ist das anders. Dort sollte für rund 370 000 Euro die rund 350 Meter lange Anliegerstraße "Im Mühlenflürchen" erneuert werden.
Einen Anteil von 230 000 Euro sollten die Besitzer von Grundstücken in Daufenbach übernehmen. Denn im Zemmerer Ortsteil ist es so, dass alle zur Kasse gebeten werden, wenn eine Straße gebaut wird. Entsprechend groß war nach Auskunft von Ortsvorsteher Heiko Schichel der Protest, als die Pläne für den Straßenbau bekannt wurden (der TV berichtete). Denn es war von Kosten in Höhe von rund 2000 Euro und mehr pro Haushalt die Rede gewesen.
Die Idee für die neue Straße hatten die Verbandsgemeindewerke Trier-Land. Die wollen im Mühlenflürchen Wasseranschlüsse erneuern. Dazu muss die Straße aufgerissen werden. Angesichts dieser Ausgangslage hätte es sich angeboten, gleich die Straße komplett zu erneuern. Denn laut Untersuchung eines Ingenieurbüros entsprechen Trag- und Deckschicht der Straße nicht mehr den heutigen Standards.
Aus diesem Plan wird nun nichts. Denn der Ortsgemeinderat Zemmer hat sich in seiner jüngsten Sitzung anders entschieden: Die Straße wird nicht ausgebaut. "Wir sind alle erleichtert", sagt Ortsvorsteher Schichel.
Dem Gemeinderat war bei seiner Entscheidungsfindung durchaus klar, dass ein späterer Ausbau der Straßenanlage "Im Mühlenflürchen" mehr kosten wird als aktuell errechnet. Laut Sitzungsunterlage beschloss er "aber aufgrund der eindeutigen Ablehnung der Daufenbacher Bürger derzeit auf den Ausbau der Gemeindestraße zu verzichten."
Für die Daufenbacher und speziell die Anlieger der Sackgasse "Im Mühlenflürchen" bedeutet diese Entscheidung, dass die VG-Werke die Wasserleitungen austauschen werden und dafür auch die Straße aufgerissen wird. Die Werke müssen jedoch den aktuellen Zustand der Straße auf eigene Kosten wieder herstellen. Die Bürger zahlen somit nichts. har

Mehr von Volksfreund