Stausee-Überprüfung dauert an

Welche Kosten kommen auf die Stausee-Gemeinden im Prümer Land zu? Nachdem im vergangenen Winter bekannt wurde, dass die etwa 40 Jahre alten Seen auf ihre Sicherheit überprüft werden müssen, treibt die Frage die Verantwortlichen in den Gemeinden um. Doch noch immer gibt es kein Ergebnis.

 Ein Blickfang, nicht nur im Herbst: der Stausee in Wascheid. Foto: TV-Archiv/Fritz Knob

Ein Blickfang, nicht nur im Herbst: der Stausee in Wascheid. Foto: TV-Archiv/Fritz Knob

Gondenbrett. "Ständig fragen die Leute, was denn nun mit dem Stausee ist", sagt Gondenbretts Ortsbürgermeister Klaus Nägel. Auch im Gemeinderat wünscht man sich endlich Klarheit über die Zukunft des Gewässers. In einem Schreiben der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord hatte die Behörde im vergangenen Winter eine Reihe von Mängeln bei dem vor 40 Jahren angelegten Stausee festgestellt. Der Damm sei durchlässig, die Technik veraltet und ein Schieber, der den Wasserstand reguliert, nicht mehr in Ordnung. Allein die kurzfristigen Reparaturen für den Schieber kosteten etwa 13 000 Euro. Notwendig wurde außerdem eine Sicherheitsüberprüfung des Damms, die auf etwa 20 000 Euro geschätzt wurde. Ähnlich ist die Situation in Auw und Roth bei Prüm. Auch der dortige kleinere Stausee muss überprüft werden.

Bezahlen müssen das die Gemeinden, denen die Seen gehören. Sollten bei den Untersuchungen weitere Mängel festgestellt werden, kämen möglicherweise Kosten in sechsstelliger Höhe hinzu - was für Gemeinden wie Gondenbrett oder Auw nicht zu leisten wäre. In Gondenbrett wurde bei einer Bürgerversammlung sogar ein Rückbau des gesamten Sees ins Gespräch gebracht - allerdings keine mehrheitsfähige Idee. Auf deutlich mehr Zustimmung stieß der Versuch, den See der Verbandsgemeinde (VG) Prüm zu übertragen. Denn schließlich habe der See eine überörtliche Bedeutung für Freizeit und Tourismus, von daher sei die VG dafür zuständig. In der Folge hätte die VG auch die Kosten für die Sanierung übernehmen müssen. Doch auch diese Lösung kam nicht zustande, denn aus Sicht der Verbandsgemeinde hat der Stausee keine überörtliche Bedeutung, zumal er auch ausdrücklich kein Bade- oder Freizeitsee sei.

Umso mehr wünscht man sich in den betroffenen Orten endlich Klarheit, mit welchen Kosten die Erhaltung der Seen verbunden ist. "Wir hängen in der Luft", sagt Nägel, "und das ist wirklich nicht gut." Demzufolge könne er auch die Fragen der Leute nicht beantworten. Zwar habe die Sicherheitsüberprüfung in der ersten Sommerferienwoche stattgefunden, berichtet Nägel. Ein Ergebnis habe man ihm aber noch nicht mitgeteilt. "Da rührt sich überhaupt nichts", sagt Auws Ortsbürgermeister Peter Eichten. Im August seien ein paar Bohrungen am Stausee gemacht worden, danach habe man nichts mehr gehört. Er vermutet eine politische Entscheidung dahinter. Man habe das Gefühl, die Probleme von Auw oder Gondenbrett seien der Verbandsgemeinde egal, und Projekte wie der neue Radweg in Prüm lägen näher, sagt Eichten.

Zuständig beim Bauamt der Verbandsgemeinde (VG) Prüm ist Johann Thomas. "Die Sicherheitsüberprüfung ist ein aufwändiges Verfahren, das wird noch ein bisschen Zeit in Anspruch nehmen", sagt Thomas. Es seien noch einige Berechnungen erforderlich, die sich unter anderem auf die Menge des aufgestauten Wassers beziehen. Denn danach richteten sich auch die Vorgaben für die Stauseen. Im Klartext: Je weniger Wasser im See, desto weniger streng sind die Auflagen. So hoffe man, eine für alle Seiten machbare Lösung zu finden.

Meinung

Der Wunsch nach Klarheit

Wer bei der Bürgerversammlung in Gondenbrett zur Zukunft des Stausees war, der weiß, wie sehr die Menschen dort die Zukunft des beliebten Gewässers bewegt. Umso wichtiger ist es, dass möglichst bald Klarheit darüber besteht, wie groß die Mängel tatsächlich sind und wieviel eine Instandsetzung kostet. Denn erst auf dieser Grundlage können Gespräche geführt werden, um eine Lösung zu finden, mit der alle leben können. Klar ist, dass Gemeinden wie Gondenbrett oder Auw die Kosten nicht alleine schultern können. Daher sollte man sie auch nicht alleine lassen. c.brunker@volksfreund.de