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Steigender Unternehmensbestand

Steigender Unternehmensbestand

TRIER. (red) Die Zahl der Handwerksunternehmen zeigt weiterhin steigende Tendenz. Das rheinland-pfälzische Handwerk verzeichnete bis zur Jahresmitte einen Anstieg auf 47 558 Unternehmen.

Wie die Handwerkskammer Trier (HWK) für die Arbeitsgemeinschaft der Handwerkskammern des Landes mitteilt, sind in den ersten sechs Monaten des Jahres 2948 Unternehmen neu eingetragen worden. Bei 2427 Betriebseinstellungen konnte der Gesamtbestand um 522 auf 47 558 Handwerksunternehmen ausgebaut werden. Die Neugründungen erfolgten mehrheitlich mit 1447 Eintragungen in zulassungspflichtigen Handwerken, Berufen, für deren Ausübung eine unternehmerische Qualifikation erforderlich ist. Im Regelfall ist dies die Meisterprüfung. Verhältnismäßig hoch ist mit über 300 erteilten Genehmigungen landesweit der Anteil der Eintragungen über den Ausnahmeweg. Weniger bedeutsam sind andere höherwertige Ausbildungsabschlüsse, wie etwa von Ingenieuren oder Technikern. Knapp 100 Eintragungen wurden landesweit gezählt. Bis zum 30. Juni wurden allerdings auch 1334 Meisterbetriebe wieder eingestellt. Die Meisterberufe weisen damit ein Plus von 113 Unternehmen aus. Zuwächse gab es in allen Berufsgruppen, angeführt von der Gesundheitsbranche. Hier dominiert das Friseurhandwerk. Rückläufig sind die Unternehmenszahlen seit Jahren dahingegen in den Nahrungs-mittelberufen wie Fleischer und Bäcker. Mit 937 Neueintragungen verzeichnen die zulassungsfreien Berufe ebenfalls einen starken Zuwachs. Bei 418 Gewerbeabmeldungen umfasst der Betriebsbestand 519 mehr als zum Jahresbeginn. Die Statistik wird dominiert von den Fliesen-, Platten- und Mosaiklegern, gefolgt von Raumausstattern. Ein Blick auf die Qualifikation der neu eingetragenen Unternehmen in Berufen ohne Meisterpflicht macht die Auswirkungen der Lockerung des Berufszuganges im Handwerk deutlich. Drei von vier Unternehmern verfügen über keinerlei berufliche Ausbildung und nur wenige über eine Gesellenprüfung. Eine Meisterprüfung konnten landesweit gerade einmal 33 Betriebsinhaber nachweisen. Die HWK betrachtet diese Entwicklung mit Sorge. Fehlende Unternehmerqualifikation führe oft zum Scheitern am Markt. Die Kammern böten hier einen speziellen Qualifizierungs- und Beratungsservice an, da betriebswirtschaftliche und rechtliche Grundkenntnisse eine realistische Überlebenschance bieten.