Steine auf Züge und eine lebensgefährliche Mutprobe

Steine auf Züge und eine lebensgefährliche Mutprobe

Die Bundespolizei, zuständig für die Bahnanlagen im Land, ermittelt in zwei Vorfällen, die sich am Wochenende in Jünkerath ereigneten: Unbekannte bewarfen am Samstag zwei Züge mit Steinen, am Sonntag verletzte sich ein 13-Jähriger schwer bei einer Mutprobe am Bahnsteig.

Jünkerath. Böse Überraschung in der Regionalbahn: "Es gab einen Riesenknall, und schon flogen die Glassplitter", sagt der Zugschaffner, der sich am Samstag durch einen Sprung vor den Wurfgeschossen in Sicherheit bringen konnte. Er hatte sich im zweiten, am Ende der Waggons angehängten Triebwagen befunden. Dort schlugen die Steine ein, als der Zug unter der Brücke in der Nähe des Jünkerather Römerwalls durchfuhr.

Die Frontscheibe des Triebwagens wurde dabei so stark beschädigt, dass sie ausgetauscht werden muss. Die Regionalbahn war bereits der zweite Zug, der am Samstag Ziel von Steinwürfen wurde.

Die Polizei vermutet, dass die Täter die Steine von der Brücke auf den Zug hinab warfen, kurz nach der Abfahrt in Richtung Trier.

Die nachfolgenden Züge verspäteten sich um eine halbe Stunde, die Bundespolizei Trier hat ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr eingeleitet.

Am folgenden Tag dann der zweite Vorfall, diesmal direkt am Jünkerather Bahnhof: Ein 13-jähriger Junge kletterte am Sonntag auf die Bahnsteigüberdachung und sprang von dort auf das etwas niedrigere Dach des Treppenaufgangs zu den Gleisen. Unter seinem Gewicht ging der Kunststoff zu Bruch, der Junge stürzte mehrere Meter tief auf die Treppe und zog sich schwere Verletzungen zu. Nach der Erstversorgung durch einen Notarzt wurde er ins Krankenhaus in Mechernich gebracht.

Lebensgefährlicher Sprung



Der 13-Jährige war mit einem 17 Jahre alten Freund unterwegs - unerlaubt: Die beiden Jugendlichen waren am Samstagmorgen aus einem Kinder- und Jugendheim im Eifelort Kall (Kreis Euskirchen) fortgelaufen.

Erste Ermittlungen der Bundespolizei haben ergeben, dass die beiden zu einer Mutprobe auf die Bahnsteigüberdachung geklettert waren. Der 17-Jährige habe sich nach dem Unfall reumütig im Heim zurückgemeldet, wo er am Sonntagabend wieder eingetroffen sei.

Ob zwischen den beiden Vorfällen vom Wochenende ein Zusammenhang besteht, darüber gebe es "keinerlei gesicherte Erkenntnisse", sagt Rudolf Höser, Pressesprecher der Bundespolizei. Die Beamten warnen unterdessen ausdrücklich vor Mutproben auf Bahnanlagen.

Für Schulen und Jugendheime biete man Präventionsprogramme an, die auf die Gefahren aufmerksam machen. Kontakt: Polizeihauptkommissar Ralf Weiler, Bundespolizei-Inspektion Trier, Telefon 0651/43678151.

Zeugenhinweise an die Bundespolizei unter Telefon 0651/43 6780 oder an die Polizei Prüm unter 06551/9420.

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