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Geschichte: „Steine stören die Vergessenheit“

Geschichte : „Steine stören die Vergessenheit“

Echternacher Schüler haben sich bei der Verlegung der Stolpersteine eingebracht.

(red/ma) „Die Steine stören die Vergessenheit. Tagtäglich soll erhallen ein stiller Schrei. Geh nicht achtlos ohne Gedanke an mir vorbei! So bleibt bestehen die Erinnerung an dich: Oskar, Selma oder Friederich.“ Dieser Auszug stammt aus einem Gedicht, das die Schülerinnen des Lycées Echternach, Laura Pez, Tatjana Colbach, Lena Schilling für die Stolpersteinverlegung in Echternach geschrieben haben. Der Künstler Gunter Demnig hat am Donnerstag insgesamt 20 Stolpersteine an vier Stellen in der Stadt verlegt. Eine Schülergruppe des Lycée war aktiv in die Gedenkarbeit für die Opfer des Nationalsozialismus mit einbezogen worden. Schüler der Musikschule Echternach begleiteten die Verlegung der Stolpersteine musikalisch, die Abschluss des „Judeum Epternacum“ – der Reihe zur Erinnerung an die jüdische Geschichte Echternachs war. Zuvor hatte Bürgermeister Yves Wengler über 70 Teilnehmer an der ersten Verlegestelle in der 39, rue de la Montagne begrüßt. Dort wurden drei Stolpersteine für die Familie Gottlieb verlegt. Am nächsten Ort in der 24, rue de la Montagne wurden vier Steine für die Familie Meyer gelegt. Alle Teilnehmer folgten dem Künstler Demnig zur nächsten Stelle, 15, route de Luxembourg, wo insgesamt sieben Stolpersteine verlegt wurden: Drei Steine für die Familie Nussbaum und vier Steine für die Familie Steinberger. An der letzten Verlegestelle, in der 21, rue Maximilien, wurden insgesamt sechs Stolpersteine verlegt. Ein Stein erinnert an das Schicksal von Maurice Joseph und fünf Stolpersteine an die Familie Kahn. Vereine, Institutionen und Einzelpersonen hatten zuvor eine Patenschaft für die Stolpersteine übernommen, was die große Anteilnahme der Echternacher Bevölkerung widerspiegelt.

Der Abschluss der Stolpersteinverlegung fand im Spiegelsaal des Lycée Classique d’Echternach statt. Neben der emotionalen Rede von Jacques Delleré, der die letzten Jahre viel Recherchearbeit für die Stolpersteinverlegung betrieben hat, waren die rund 170 Besucher begeistert von den Gedichten der Schüler. Eine ergreifende Filmprojektion mit Kindern von Opfern, sowie das musikalische Programm von Georges Urwald, ließen den Tag der Stolpersteinverlegung in Echternach ausklingen.