Steinerne Zeugen gewahrt
Die Restauration alter jüdischer Friedhöfe in Arlon und bei Paris stand im Zentrum zweier internationaler Jugendlager, die von der Brüsseler Auschwitz-Stiftung mit dem Primo-Lévi-Preis ausgezeichnet wurden. Auch Jugendliche aus der Region folgten der Einladung und lernten die jüdische Geschichte ihrer Partnerstadt kennen.
Arlon/Bitburg. (red) Die Projekte in Zusammenarbeit der deutschen "Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. (ASF)" und des Jüdischen Museums Belgien besaßen ein anspruchsvolles Ziel: Mit einer international gemischten Gruppe wurden binnen zwei Wochen rund 100 Grabsteine gereinigt, wieder aufgestellt und ihre Inschriften entziffert. Unterstützt wurden sie dabei vom Brüsseler Historiker Philippe Pierret. Der seit 1999 vergebene Preis richtet sich an Jugendprojekte, die in der Gedenkarbeit neue Wege beschreiten. Der Festakt fand in der Residenz des Brüsseler Gouverneurs statt. Lebensgeschichten auf Grabsteinen
Die jüdische Gemeinde Arlons hatte bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs eine große Tradition aufgebaut und war fest im Stadtleben integriert. Nach 1945 jedoch blieben kaum mehr genug Mitglieder, um einen Gottesdienst zu halten. Auch der Friedhof zerfiel und mit ihm Lebensgeschichten der Bestatteten, die im Judentum oft auf den Grabsteinen festgehalten werden. Mit dankbarer Hilfe durch die Stadt Arlon und zur großen Freude des Gemeindevorstehers Jean-Claude Jacob haben die Arbeiten den Zerfall gestoppt. Auch für Besucher ist der Friedhof wieder zugänglich. Mitinitiator Matteo Schürenberg zieht ein rundum positives Fazit: "Nicht nur, dass unsere Arbeit ein wichtiges Zeichen gesetzt hat, das hoffentlich lange fortwirkt. Auch die Gruppe, die sich hier erstmals traf, hat eine erstaunliche Entwicklung mitgemacht und durchweg an einem Strang gezogen." Wer in die Fußstapfen der Teilnehmer der pämierten Projekte treten möchte, hat in diesem Sommer dazu Gelegenheit. Wieder findet unweit der französischen Grenze ein Sommerlager der ASF statt: In Thionville und in Luxemburg sollen zwei jüdische Friedhöfe restauriert werden. Einige Plätze sind noch frei. Weitergehende Informationen unter www.asf-ev.de