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Stellenabbau rettet Firma in der Eifel

Stellenabbau rettet Firma in der Eifel

Auf die drohende Insolvenz hat der Kunststoff-Verarbeiter Christen und Laudon mit Personalkürzung reagiert. 21 Angestellte haben ihren Job verloren. Der Rest der Belegschaft kann dafür den Arbeitsplatz behalten. Ab Oktober will man in Staffelstein wieder positiv in die Zukunft blicken.

Malbergweich-Staffelstein Die gute Nachricht zuerst: Die Firma Christen und Laudon steht wieder auf stabilen wirtschaftlichen Füßen. Und die schlechte gleich hinterher: Davon werden nicht alle Mitarbeiter des Kunststoffverarbeiters etwas haben.

Denn um die Insolvenz abzuwenden (der TV berichtete), musste das Unternehmen "die Personalkosten an die aktuellen Wettbewerbsbedingungen anpassen". So steht es in der Pressemitteilung. Anders ausgedrückt: Der Kunststoffverarbeiter hat sich von einem Teil der 120 Mann starken Belegschaft getrennt. Von seinem "wichtigsten Gut" also, wie der Betrieb die Mitarbeiter auf der Internetseite nennt. Wie genau das vonstattengehen soll - das hat die Geschäftsführung mit dem Betriebsrat und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) ausgehandelt.

Dabei herausgekommen ist Folgendes: 21 Mitarbeiter müssen das Unternehmen verlassen. Sie haben das Angebot bekommen, in die sogenannte Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft zu wechseln. Wer Teil dieser am ersten August gegründeten Transfergesellschaft wird, bekommt noch sechs Monate Lohn. In dieser Zeit wird ihm, im besten Fall, ein neuer Job vermittelt.

Getragen wird dieses Angebot von der Gesellschafterin von Christen und Laudon und von der Bundesagentur für Arbeit. Nur 16 von 21 Betroffenen, die sowohl in der Produktion als auch als Angestellte in anderen Bereichen tätig waren, haben es angenommen. "Fünf mussten wir entlassen", sagt Geschäftsführer Klaus Michels.
Und wie soll es weitergehen? Anwälte des Unternehmens haben in Zusammenarbeit mit den Sachverwaltern des Amtsgerichts Bitburg einen Insolvenzplan aufgestellt. Der sieht unter anderem vor, dass die Gesellschafterin von Christen und Laudon reinvestiert. Dazu sei sie auch bereit, teilt Michels mit. Um welche Summe es dabei geht, möchte er aber nicht verraten: "Das, was erforderlich ist, wird getan."

Mit dem Geld wolle sich der Kunststoffverarbeiter dann langfristig umstrukturieren. Dazu gehöre unter anderem die Anschaffung neuer Maschinen, sagt der Geschäftsführer. Bis Oktober soll das alles beschlossene Sache, das Insolvenzverfahren beendet sein. "Dann schauen wir wieder sehr positiv in die Zukunft", sagt Michels. Die Auftragslage sei gut, Lieferanten würden rechtzeitig bezahlt.

Aber warum war das Ganze dann nötig? Erstens: Weil durch die Energiewende der Hauptabnehmer für Kamine und Kanäle weggebrochen sei, nämlich die Kohlekraftwerke. Zweitens: Weil die Mitbewerber tiefer in die Herstellung von Produkten wie Wannen, Behälter und Rohre eingestiegen seien, erklärt Michels. Wie es scheint, sind diese in China, Indien, aber auch in Osteuropa heute billiger zu haben als in der Eifel. Um da mithalten zu können, müsse das Unternehmen effizienter werden.

Das sieht auch Heiko Metzger von der Saarbrücker IGBCE so. "Die 21 Arbeitsplätze mussten aufgegeben werden, um eine Schließung des Standorts zu verhindern", meint der Gewerkschaftler.
Insgesamt sei er mit dem Ergebnis der Verhandlungen mit Christen und Laudon zufrieden. Die Atmosphäre beschreibt er als "konstruktiv".Extra: DAS UNTERNEHMEN CHRISTEN UND LAUDON

Seit 1960 fertigt das Unternehmen in Malbergweich-Staffelstein hauptsächlich Kunststoffbehälter für die chemische Industrie und die Lebensmittelindustrie, aber auch Kamine und Kanäle für Kraftwerke. Nach Angaben der Geschäftsführung erzielte das Unternehmen in der Vergangenheit jährlich zwischen 16 und 18 Millionen Euro Umsatz.