Sterbender Schwan

BIERSDORF. (sog) Der sterbende Schwan lebt, er wurde am Wochenende in Biersdorf gesichtet: Der Karnevalsverein "Seepferdchen" hat sein erstes Männerballett-Festival veranstaltet.

Langsam aber sicher füllt sich die Halle des Biersdorfer Bürgerhauses. Jung und Alt versammeln sich, um sich die künstlerischen Darbietungen der 17 Männerballetts anzusehen. Schon am Anfang herrscht eine ausgelassene Stimmung. Fastnachtsmusik heizt den Gästen ein. Nach einer kurzen Begrüßung von Jürgen Scheid, dem zweiten Vorsitzender des Karnevalvereins "Seepferdchen", tänzeln die ersten Herren auf die Bühne. Der Karnevalsverein Biersdorf präsentiert seine Hawaii-Männer. Schon jetzt gibt es kein Halten mehr: Toben im Saal. Etwas gediegener lassen es die Heilenbacher angehen: Sie präsentieren einen Wiener Walzer. Eine akrobatische Spitzenleistung zeigen die Heckenländer Dreamboys: Hebefiguren, Saltos und fliegende Tänzer sind ihre Spezialität. Etwas Wehmut kommt beim Männerballett aus Schönecken auf: Nach 15 Jahren knallharten Trainings geben sie, zur Enttäuschung des Publikums, ihren Rückzug aus dem Showgeschäft bekannt. Zuvor aber zeigen sie bei ihrem "Burgerdance" von DJ Ötzi noch bravourösen Körpereinsatz. Gewinner gibt es an diesem Abend viele: Das Männerballett Gusenberg gewinnt mit 66,1 Kilometer eine Seepferdchenplakette für die "weiteste Anreise". Die Densborner Kylltalnixen siegen mit einem Durchschnittsgewicht von 97,6 Kilogramm in der Kategorie "schwerste Gruppe". Die Arenrather verteidigen den Preis für die "meisten Tänzer". Doch um Preise geht es beim Festival nur in zweiter Linie. Im Mittelpunkt stehen der Spaß sowie "ein wenig über die Grenzen des eigenen Vereins zu schauen und Ideen auszutauschen", sagt Jürgen Scheid.Bis zum Morgen wird gefeiert

Das Publikum ist begeistert: "Wir haben damals auf der zweiten Kappensitzung von der Veranstaltung Männerballett gehört und haben sofort beschlossen, dabei zu sein", sagt Blanka Schmoll. Das denkt sich auch der "Kölsche Jupp" aus Winterspelt, der mit 62 Jahren noch das Tanzbein schwingt. Nichts kann den mehr als 300 Gästen die Stimmung verderben. Auch nicht, dass am späten Abend kurzzeitig das Bier ausgeht. Der rasch organisierte Nachschub sorgt dafür, dass kein Ärger aufkommt. So feiern etliche Gäste noch bis zum nächsten Morgen. Und die ersten Zusagen für die Teilnahme im nächsten Jahr werden auch bereits gegeben.