Stete Erinnerung an die "Neue Hoffnung"

Stete Erinnerung an die "Neue Hoffnung"

Er ist die älteste, noch aktive Organisation von Bergleuten in Rheinland-Pfalz: der Bergmannsverein St. Barbara. Seit 150 Jahren hält der Verein die Tradition in Bleialf hoch. Am Wochenende wird das große Jubiläum gefeiert.

Bleialf. Tief hinab in die ewige Dunkelheit des Gesteins unterhalb des Schwarzen Manns führen die alten Stollen rund um Bleialf. Auf der Suche nach Bleierz wurden immer tiefere Schächte in den Berg getrieben. Einen davon kann man bis heute besichtigen, den Mühlenberger Stollen. Verantwortlich für die fachkundigen Führungen zeichnet der Bergmannsverein St. Barbara - seit mittlerweile 150 Jahren hält der Verein mit seinen aktuell rund 350 Mitgliedern die Erinnerung an die Bergbautradition in Bleialf wach.
Förderung im 11. Jahrhundert



Bereits im 11. Jahrhundert wird die Förderung von Bleierz im Bereich der Schneifel erwähnt. Das Bergwerk in Bleialf entsteht wohl zwischen dem 15. und 16. Jahrhundert, gemeinsam vorangetrieben von der Abtei Prüm und dem Trierer Erzbischof. Eine erste Blüte erreicht der Bergbau in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der Trierer Erzbischof Jakob III. von Eltz, gleichzeitig Administrator der Abtei Prüm, ernennt 1581 Haans Nickel zum General-Bergmeister von Alf und der Abtei Prüm. Doch der Dreißigjährige Krieg und der Bevölkerungsrückgang durch Kriegswirren und Pest setzen der Bergbaublüte ein vorläufiges Ende.
Erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird der Bleibergbau wieder aufgenommen. 1856 erfolgt die Übernahme der Grube Bleialfer Neue Hoffnung durch Jacob Marc aus Bonn und kurz danach durch die Berliner Diskonto Gesellschaft.

Im August 1861 gründen die Bergmänner den "Knappschaftsverein der Grube Neue Hoffnung Bleialf". Im Jahre 1866 wird die heute noch vorhandene Fahne angeschafft.
Nach der Stilllegung des Bergwerks im Jahre 1888 löst sich der Verein auf. 1926 organisieren sich die Bergleute unter dem Namen "Katholischer Bergmannsverein St. Barbara" neu. Bis heute sorgt der Verein, unter Vorsitz von Hans Rehork, der 34 Jahre lang im Ruhrgebiet unter Tage arbeitete, dafür, dass die Erinnerung an den Bleialfer Bergbau nicht verloren geht. "Der Verein hat seit 1986 rund 200 000 Euro in das Besucherbergwerk gesteckt", sagt Vorstandsmitglied Wolfgang Druckenmüller. "Vor 1986 hatten wir alle nichts mit Bergbau zu tun, mittlerweile sind wir da hereingewachsen: Der eine sammelt Grubenlichter, der andere Skulpturen der heiligen Barbara. Die Sammlung an Ausstellungstücken ist stetig angewachsen."
Die Vorbereitungen des Jubiläumsfestes am 20./21. August 2011 (siehe Extra) laufen auf vollen Touren. Schirmherr ist Landrat Joachim Streit. Bisher haben sich rund 500 Bergleute für die Feier angemeldet. red
Samstag, 20. August: Von 11 bis 17 Uhr Ausstellungen im Bürgerhaus und Pfarrsaal, Ausstellung und Verkauf von Grubenlampen sowie bergmännischer Traditionsartikel (Kuckuck-Frosch-Granate), Barbara-Ausstellung, große Ausstellung von Bergbau-Bildern, Dokumenten, Urkunden, Aktien- und Kuxscheinen. Sonntag, 21. August: 10 Uhr Kranzniederlegung am Ehrenmal (Alftal-Blasorchester/Kirchenchor Bleialf), 10.30 Uhr Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Marien Bleialf (Bergmannskapelle Fell/Kirchenchor Bleialf ), 12 Uhr Empfang der Gastvereine und Mittagessen im und um das Festzelt (Marktplatz) in Bleialf. 12 Uhr bis 13.30 Uhr Frühschoppenkonzert im Festzelt mit den Schnee-Eifel-Musikanten Sellerich, 13.30 Uhr bis 15 Uhr Konzert im Festzelt mit dem Musikverein Prüm, 14 Uhr Festumzug mit Bergparade, Fahneneinmarsch im Festzelt, 15 Uhr Konzert im Festzelt mit dem Musikverein "Heimatklang" Habscheid 1920, ab 15 Uhr Jubiläumsveranstaltung im Festzelt (Marktplatz), Eröffnung und Begrüßung durch den Schirmherrn Joachim Streit, Landrat des Eifelkreises Bitburg-Prüm, Festansprache, Grußworte, Tanzgruppe, Unterhaltungsmusik. red