| 20:36 Uhr

Stiftung soll Schloss Malberg dauerhaft sichern

Malberg. Das Ziel ist klar: Mit Hilfe einer Stiftung sollen der Erhalt von Schloss Malberg gesichert und die künftige Verbandsgemeinde Bitburger Land entlastet werden. Nun steht fest, dass die Projektentwicklungsgesellschaft Rheinland-Pfalz ein Konzept für eine Stiftungsgründung erarbeiten wird. Vorbild könnte die "Stiftung Sayner Hütte" in Bendorf (Kreis Mayen-Koblenz) sein. Nina Ebner

Malberg. "Ein Denkmal von besonderer nationaler kultureller Bedeutung erwacht aus dem Dornröschenschlaf." Mit diesen Worten werden Besucher auf der Internetseite von Schloss Malberg begrüßt. Eine Fotostrecke dokumentiert, wie sich das Antlitz des Wahrzeichens der Kyllburger Waldeifel in den vergangenen Jahren gewandelt hat. Und in der Tat hat sich viel getan, seit die Verbandsgemeinde (VG) Kyllburg 1989 das Eigentum an dem Schloss übernommen hat.
Zehn Millionen Euro



Rund zehn Millionen Euro wurden in die Sanierung des Denkmals investiert, knapp eine Million Euro steuerte die VG Kyllburg bei. Doch es ist insbesondere der Unterhalt des Schlosses, die die finanzschwache VG überfordert. Auf "60 000 bis 70 000 Euro" beziffert Kyllburgs Bürgermeister Rainer Wirtz die jährlichen Betriebskosten, die die VG zu stemmen hat - und ab Juli 2014 die VG Bitburger Land, die dann aus der Fusion der beiden Verbandsgemeinden Bitburg-Land und Kyllburg entstehen wird. Um die neue Kommune dauerhaft zu entlasten, hat das Land im vergangenen Jahr vorgeschlagen, Schloss Malberg in die Trägerschaft einer Stiftung zu übergeben, und gleichzeitig zugesagt, diese mit 700 000 Euro auszustatten (der TV berichtete).
Was bislang fehlt, sind weitere Geldgeber- denn allein mit der Finanzspritze des Landes wird es nicht getan sein: Bei einer Stiftung bleibt das Vermögen auf Dauer erhalten, nur Zinsen und Erträge werden eingesetzt. "Um den laufenden Unterhalt von der Stiftung abdecken zu können, bräuchten wir ein Stiftungskapital von mindestens drei Millionen Euro", schätzt Wirtz.
Weitere Geldgeber müssen also her, doch ob sich - wie es Wunsch der beiden Verbandsgemeinden Kyllburg und Bitburg-Land ist - beispielsweise der Kreis finanziell beteiligt, ist derzeit noch ebenso unklar wie die Frage, wie die geplante Stiftung für das Schloss überhaupt ausgestaltet werden könnte. Um Letzteres kümmert sich nun die Projektentwicklungsgesellschaft Rheinland-Pfalz (PER): In Absprache mit der VG Bitburg-Land hat der Rat der VG Kyllburg die PER beauftragt, die "Projektsteuerung zur Gründung der Stiftung Schloss Malberg" zu übernehmen. "Das ist ein sehr komplexes Thema", erklärt Wirtz, warum die VG den rund 15 000 Euro teuren Auftrag erteilt hat. Es seien zahlreiche stiftungs- und steuerrechtliche Fragen zu klären. "Wir brauchen jemanden, der eine solche Stiftung vorbereitet - das kann man nicht einfach aus dem Ärmel schütteln", sagt auch Monika Fink, SPD-Landtagsabgeordnete und erste Beigeordnete des Eifelkreises, die von Landrat Joachim Streit damit beauftragt worden ist, den Kreis bei den Gesprächen über die Zukunft des Schlosses zu vertreten.
Kyllburgs VG-Chef Wirtz hofft, dass bis Ende des Jahres ein Entwurf für eine mit allen Beteiligten gemeinsam entwickelten Stiftungssatzung vorliegt, über den dann in den Räten abgestimmt werden kann. Wichtig dafür sei, dass sich alle an einen Tisch setzen und gemeinsam nach Lösungen suchen, betont Fink: die beiden Verbandsgemeinden, der Kreis, die für Stiftungen zuständige Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion und das rheinlandpfälzische Kultur-, Innen- und Finanzministerium.
"Wir müssen zusehen, dass möglichst viel Geld in die Stiftung kommt", gibt Josef Junk, Bürgermeister der VG Bitburg-Land, die Marschroute für die Gespräche in den kommenden Monaten vor. Dass aber tatsächlich die benötigten rund drei Millionen Euro zusammenkommen, glaubt kaum jemand. "Vielleicht muss man eine Stiftung mit weniger Kapital gründen", sagt Fink und verweist auf die "Stiftung Sayner Hütte" in Bendorf im Kreis Mayen-Koblenz (siehe Extra). "Das ist ein Stiftungsmodell, das wir recherchiert haben und das für uns eine erste Diskussionsgrundlage bedeutet", sagt Wirtz und ergänzt: "Warum sollten wir das Rad neu erfinden?"Extra

Die Sayner Hütte nahe Koblenz ist eines der bedeutendsten frühindustriellen Bauwerke Deutschlands. Die um 1828 gebaute Hütte gilt als erster Industriebau mit einer tragenden Gusseisenkonstruktion. Noch vor zehn Jahren drohte ihr derAbriss: Die millionenschwere Sanierung überforderte die Stadt Bendorf. Mittlerweile ist der Erhalt des Baudenkmals gesichert: Die 2012 von Vertretern des Landes, des Kreises Mayen-Koblenz und der Stadt Bendorf gegründete Stiftung Sayner Hütte kümmert sich um die Pflege, Erhaltung und Weiterentwicklung der Hütte. Entscheidend ist, dass das Stiftungsvermögen von 25 000 Euro ergänzt wird durch sogenannte "Zustiftungen": So wurde zur Stiftungssatzung noch eine Zusatzvereinbarung getroffen, nach der das Land in den Jahren 2012 und 2013 jeweils weitere 100 000 Euro zustiftet. neb